Ein bißchen Lügenpresse auf „Spiegel Online“

Triggerwarnung: etwas ausschweifender, rigoros für Xavier Naidoo Partei ergreifender Text mit Überlänge

Jurek Skrobala ist kein slawischer Untermensch, sondern ein Qualitätsjournalist bei „Spiegel Online“, der jüngst wieder einmal zeigte, wie unglaublich neutral und unbefangen die Medien agieren – und daß wir „Lügenpresse“ schreienden Wutbürger nicht mehr ganz richtig im Kopf sind.

 

xavier-naidoo-jurek-skrobala-kommentar-spiegel-online

 

Vor kurzem hatte der Sänger Xavier Naidoo mal wieder irgendetwas verbrochen, woraufhin schlimme Wörter wie „rassistisch“, „antisemitisch“, „rechtspopulistisch“ oder sogar „Volksverhetzung“ zu vernehmen waren. Welcher rechtschaffene Bürger ist da nicht besorgt? In seinem neuen Video hat Naidoo es wohl etwas mit der Kunstfreiheit übertrieben, was in Deutschland schnell zu einer neuen Machtergreifung der Nazis führen kann.

Aber lesen wir selbst, was Jurek Skrobala in seiner Abrechnung auf „Spiegel Online“ schreibt, die pathetisch und haltungsjournalistisch in der Aufforderung zur kulturellen Verbannung Naidoos gipfelt:

Seit Mittwoch dreht ein Clip seine Runden im Netz, in dem Naidoo in die Kamera eines Laptops „Ihr seid verlor’n“ singt. Weit und breit sei hier kein Mann, der dieses Land noch retten könne. „Hauptsache, es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt“. Und weiter: „Was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt.“

[…]

Die Zeile mit dem „Gast“ und dem „Gastgeber“ lässt sich kaum anders deuten, als dass er hiermit Geflüchtete meint, die „fast jeden Tag“ Deutsche ermordeten. Eine Behauptung, die falsch ist und die vor Naidoo AfD-Politiker oder der Täter von Hanau in ähnlicher Form kundtaten.

So weit, so gut. Alles richtig, was Naidoo hier künstlerisch etwas überhöht anspricht. Seit Muttis Asylwahn sind in Deutschland schätzungsweise 50 bis 100 Menschen durch sogenannte „Flüchtlinge“ unter teils widerlichen und schockierenden Umständen zu Tode gekommen. Es könnten auch mehr sein. Genaue Zahlen habe ich nicht. Aber in den ersten Jahren nach Merkels gesinnungsethischem Amoklauf verging kaum eine Woche in Deutschland ohne „Asylmord“. Auch Asylanten selbst waren unter den Opfern sogenannter „Schutzsuchender“.

Rechtsextreme, nordisch-germanische Biodeutsche, die „Geflüchtete“ meucheln würden, suchte man hingegen vergebens, obwohl kein Tag verging, an dem halb Helldeutschland nicht mahnte, daß hier eine enorme Gefahr bestehe. Dieses helle Deutschland war auch felsenfest davon überzeugt, daß ein von einem Geflüchteten ermordeter Geflüchteter in Berlin-Kreuzberg eigentlich nur von einem bösen Germanen erdolcht worden sein konnte. Sind die Germanen nicht bekannt für ihren messerscharfen Messergebrauch?

Es versteht sich von selbst, daß Haltungsjournalisten die finale und weniger finale Gewalt durch auf der Flucht Seiende und fluchend Flüchtende komplett ausblendeten und zynisch darauf verwiesen, daß „Flüchtlinge“ ja auch nur Menschen seien. Es sei also völlig normal und nur allzu menschlich, daß „Schutzsuchende“, die angeblich ihr Leben in Deutschland in Sicherheit bringen, sich gegen die Gastgeber vergehen.

Das wäre mit japanischen Fukushima-Flüchtlingen oder italienischen Corona-Schutzsuchenden bestimmt genauso gelaufen.

Von den vielen anderen Toten, die auf das Konto von ganz bestimmten Migrationshintergründlern gehen, wollen wir hier gar nicht reden. Auch nicht von den unzähligen sonstigen Gewalttaten durch „Geflüchtete“. Wir hoffen aber, daß Herr Skrobala mal einen Blick in die Kriminalitätsstatistiken geworfen hat. Oder auf den hohen Migrantenanteil in Gefängnissen. Da wird Diversity großgeschrieben.

Ich kann es Xavier Naidoo jedenfalls verzeihen, daß er aus ästhetisch-dramaturgischen Gründen nicht dichtete: „Was, wenn fast jede Woche ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt.“

Wahrscheinlich wird Naidoo demnächst vorgeworfen, daß seine Lieder noch nicht in geschlechtergerechter Sprache verfaßt sind.

Davon abgesehen stellt Naidoo hier ja auch nur eine rhetorische Frage und behauptet keineswegs steif und fest, daß nahezu täglich gemordet wird. Das nur nebenbei.

Vielleicht realisiert Jurek Skrobala ja eines fernen Tages, daß ein bestimmter Kulturkreis noch auf einem vormodernen Kulturniveau verharrt, noch stark der autoritären Erziehung und dem religiösen Chauvinismus verhaftet ist und es daher auch nicht Wunder nimmt, daß dieser Menschenschlag bei allen möglichen Rohheitsdelikten besonders aktiv in Erscheinung tritt.

Das Wort „Islam“ werde ich hier aber nicht in den Mund nehmen. Ich will ja kein „Volksverhetzer“ sein. Die Deutschen haben jedenfalls keine Angst vor der Vietnamesierung des Abendlandes. Ich auch nicht.

Aber lesen wir weiter bei Herrn Skrobala:

Die von Naidoo im Clip angesprochene „politische Korrektheit“ ist ein Ausdruck, der gern von Rechten gebraucht wird, um eine angebliche Sprachzensur anzuprangern.

Dies ist eine wunderschöne Passage, die die Naivität und geistige Unterkomplexität unserer heutigen Journalisten geradezu bravourös vorführt. Skrobala ist ja beileibe nicht der einzige, der so daherschreibt.

Was soll man zu diesen Zeilen sagen?

Als normaler Mensch guckt man nur ungläubig bei solchen Worten. Wie sollen wir diese verstehen? Herr Skrobala verleugnet hier also die Existenz einer politischen Korrektheit, was ungefähr so intelligent ist, als würde man noch an den Weihnachtsmann glauben.

Eine „Sprachzensur“ gibt es auch nicht? Natürlich nicht. Wir dürfen nach wie vor von „Asyltourismus“, „Abschiebeverhinderungsindustrie“, „Gutmenschen-tum“ oder „Lügenpresse“ sprechen.

Niemand hat die Absicht, Sprach- und Denkverbote zu errichten!

Aber noch andere Details sind wichtig. Denn Skrobala argumentiert hier wie ein heutiger Linker. Linke bemühen nämlich nicht mehr die Sachebene, sondern stellen lediglich von politischer Paranoia getriebene symbolische Bezüge her, um andere Menschen und Meinungen zu diskreditieren. Die Königsdisziplin ist hier der Nazibezug. Und sei er auch noch so verworren und konstruiert. Motto: Diesen oder jenen Begriff benutz(t)en auch Nazis, Rechte, Maskulisten, Stehpinkler und Rick-Astley-Fans.

Was ja auch alles so sein mag, nur eben dummerweise noch kein Argument darstellt. Auch das zwanghafte Labeln von allem und jedem mit Wörtern wie „sexistisch“, „rassistisch“, „islamophob“ etc. ist noch kein Argument. Linke sehen es heutzutage gar nicht mehr als nötig an, diese Zuschreibungen zu begründen, da sie sich einer intakten Filterblase gewiß sein können.

Es müssen nur genug Leute an die Unwahrheit glauben, und schon wird daraus eine Wahrheit.

Immer wieder ist zu lesen, daß der Begriff der politischen Korrektheit von Rechten stamme und von ihnen gebraucht werde. Diese Feststellung ist ungefähr genauso ergiebig und intelligent wie die Aussage, der Teufel behaupte immer wieder, die Hauptstadt von Frankreich sei Paris. Sie sagt rein gar nichts über den Wahrheitsgehalt oder die Legitimität von Begriffen wie „politische Korrektheit“, „Schuldkult“ oder „Gutmenschentum“ aus.

Feministisch begeisterte Linke, die die Männerbewegung in Mißkredit bringen wollen, weisen z.B. immer wieder darauf hin, daß der bekannte Männerrechtler Arne Hoffmann einmal der „Jungen Freiheit“ ein Interview gegeben habe. Gleich so, als hätte dies irgendeine inhaltliche Relevanz oder als würde dies Herrn Hoffmann diskreditieren.

Für den normalen Linken reicht dieser Hinweis aber bereits aus, um sich im richtigen Bewußtsein zu fühlen und beim Wort „Feminismuskritik“ nur an Glatzen und Springerstiefel zu denken.

Kurzum: Die heutigen Linken und Qualitätsjournalisten meiden die Sachebene und argumentieren immer esoterischer, paranoider und autistischer, ohne daß ihnen auffiele, daß sie sich in einer Blase der moralischen Autosuggestion befinden und den Kontakt zur Außenwelt verloren haben, die dummerweise nach wie vor die Lust an Fakten und Sachargumenten nicht aufgegeben hat.

Herrn Skrobalas Worte zu Xavier Naidoo wollen ja nichts anderes besagen als: Politische Korrektheit gibt es nicht. Das ist ein Spin der Rechten. Und: Diese Rechten und Naidoo sind so doof und plemplem, daß sie einfach auf alles, was ihnen nicht gefällt, das Label „politisch korrekt“ kleben.

Wann wird der Tag kommen, an dem wir mal in Haltungsmedien lesen, daß Linke auf alles, was ihnen nicht gefällt, die Label „Nazi“, „rechts“, „rassistisch“, „fremdenfeindlich“ kleben?

In Zeiten von „Framing-Manuals“, „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ und „gendergerechter“ oder „inklusiver Sprache“ – Begriffe, die jeden vernünftigen Menschen sofort an George Orwell denken lassen, – ist es schon ein starkes Stück, die Existenz einer Sprachzensur infrage zu stellen. Das schafft man nur, wenn man ein guter, angepaßter Bürger sein und seinen Arbeitsplatz nicht riskieren möchte.

Wer will das schon? Welcher „Spiegel“-Mitarbeiter möchte schon unangenehm in seinem Kollegium auffallen, indem er sein Denkorgan auch nach rechts benutzt?

Kommen wir noch mal zu der bereits zitierten Passage des zivilcouragierten Herrn Skrobala:

Die Zeile mit dem „Gast“ und dem „Gastgeber“ lässt sich kaum anders deuten, als dass er hiermit Geflüchtete meint, die „fast jeden Tag“ Deutsche ermordeten. Eine Behauptung, die falsch ist und die vor Naidoo AfD-Politiker oder der Täter von Hanau in ähnlicher Form kundtaten.

Diese Zeile läßt sich schon anders deuten. Man darf halt kein Haltungsjournalist sein. Sie läßt sich auch sehr gut auf islamische Migrationshintergründler allgemein beziehen, die keineswegs Flüchtlinge sein müssen. Egal wie man diese Worte von Naidoo nun versteht, sie ergeben durchaus Sinn, und als Künstler darf man die Dinge auch poetisch überhöhen und dramatisieren. Linke Künstler dürfen das jedenfalls, ohne daß sich Heerscharen von Qualitätsjournalisten über sie hermachen.

„Polizist sein heißt das Menschen mit Meinungen Feinde sind
Ihr verprügelt gerade wieder Kinder als wärens eure Eigenen
Ich trag lieber ein pinkes Designerhemd
Bettle am Bahnhof für ein paar Cent
Zieh lieber eine Line Zement als Down zu sein mit Rainer Wendt
Ich mach mich warm weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert
Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt“

Feine Sahne Fischfilet

Aber was ist daran so wichtig, daß AfD-Politiker und der Täter von Hanau bereits Ähnliches wie Xavier Naidoo sagten, wie Herr Skrobala moniert? Will er uns damit etwa sagen, daß auch andere Menschen Muttis Asylwahn und die Muselkulti-Ideologie kritisch sehen?

Glaubt der Mörder von Hanau etwa auch, daß Paris die Hauptstadt von Frankreich ist?

Das wäre ja ungeheuerlich!

Männer und Frauen mit „Zivilcourage“ und „Antifaschismus“ im Blut sollten künftig mutig behaupten, daß eigentlich Marseille die Hauptstadt von Frankreich ist. Antifaschismus muß manchmal eben auch zum Mittel des zivilen Ungehorsams greifen.

Der Rest des Kommentars von Jurek Skrobala ist genauso von Paranoia und politischem Autismus geprägt wie das bereits Zitierte. Mir tun viele Journalisten mittlerweile leid, denn sie legen ja ohne Not ihre inneren Doppelstandards und ihren politischen Tunnelblick offen.

Noch dazu demonstrieren sie die unheilbare Nazi-Paranoia in Deutschland, nach der man jedes Wort auf die Goldwaage legen muß, um einen neuen Adolf Hitler zu verhindern. An dieser Stelle kann man diesen Journalisten ja auch mal erklären, daß sich das Wort „Schuldkult“ aus genau dieser neurotischen Sachlage speist.

Was würde wohl herauskommen, wenn sich der liebe Herr Skrobala mit der gleichen Akribie dem Vorleben und den Texten der Band Feine Sahne Fischfilet zuwenden würde?

Er müßte dann die Frage stellen, wie es in unserem schönen Land dazu kommen kann, daß solch eine Band auf einem vom Steuerzahler finanzierten Konzert in Chemnitz spielen darf, und wie es sein kann, daß der liebe Herr Bundespräsident Steinmeier ein solches Konzert auf Facebook lobpreist.

Ich meine mich zu entsinnen, daß die Presse damals höchst unkritisch war und sich auch noch brutalstmöglich empört solidarisch zeigte, als das Bauhaus Dessau ein Konzert der früher vom Verfassungsschutz erfaßten Band auf seinem Gelände absagte.

Na ja. Ich bin eben ein rechter Wutbürger. Da fallen einem ständig so komische Dinge auf, und da getraut man sich eben auch schon mal, diese Sachlage mit dem Wort „Lügenpresse“ zu beschreiben. Auch wenn dieses böse Wort angeblich die Nazis erfunden haben.

Gab es eigentlich auch Boykottaufrufe seitens des Qualitätsjournalismus gegen Feine Sahne Fischfilet? Oder andere gewaltverherrlichende, linksextreme Bands? Ein neuer Stalin, eine neue RAF, ein neuer GULAG müssen verhindert werden!

Das ganze Gefasel des Herrn S. auf „Spiegel Online“ würde halbwegs glaubwürdig sein, wenn man auch nur in Ansätzen erkennen und erleben könnte, daß sich die Journaille mit der gleichen Verve auch nach links wendet und dort den Hochrichter spielt.

Es gehört zur Tragik unserer Journalisten, daß ihnen diese Doppelstandards überhaupt nicht auffallen. Wie kleine Kinder wundern sie sich darüber, daß „rechte Wutbürger“ einen ganz anderen Blick auf die Realität haben, und sind sogleich mit allerlei Pathologisierungen zur Hand, statt sich einmal selbst zu hinterfragen.

Skroblabla schreibt weiter:

In den folgenden Jahren fiel Naidoo immer weniger durch seinen Gesang auf, immer mehr aber als gut hörbare Stimme, die Verschwörungstheorien über 9/11 verbreitete, darüber „dass al-Qaida nur die CIA ist“. Und die Zeilen sang wie „Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?“, die man mühelos als homophob lesen konnte, oder die recht schlicht und recht klar klang wie im Song „Abgrund“: „Und jetzt scheiß‘ ich auf eure Demokratie.“

Haben die USA, deren CIA nun wahrlich kein Waisenknabe ist, nicht die Taliban in Afghanistan im Kampf gegen den bösen Kommunismus unterstützt? Dieselben Taliban, die sie später als Terrorpaten bekämpften?

Xavier Naidoo ist Künstler, kein Wissenschaftler. Wer sich darüber mokiert, daß jemand die CIA hinter islamistischem Terror vermutet, der sollte auch so konsequent sein und bemängeln, daß es demokratische Politiker und „Kunstschaffende“ in Deutschland gibt, die an die Existenz von 60 „Geschlechtern“ und den „Zwang zur Heterosexualität“ glauben.

Die Flat-Earth-Society ist ein regelrechter Hort der Aufklärung im Vergleich zu so manchem Schrott, der heutzutage als „progressiv“ gilt.

Wer weiß, was für einen Schrott Konstantin Wecker so alles in seinen Liedern zum Besten gibt? Es ist durchaus anzunehmen, daß er an die linke Verschwörungstheorie vom „Patriarchat“, vom „Gender pay gap“ oder der „Heteronormativität“ glaubt. Auch das Herz vieler Journalisten hängt an diesen religiösen Bekenntnissen.

Der Begriff „linke Verschwörungstheorie“ wird vermutlich nur ungläubiges Staunen im Print-Biotop auslösen. Ich mache mir jedenfalls weniger Sorgen über Sänger, die hinter Al Qaida die CIA vermuten, als über Politiker und Künstler, die hinter der biologischen Geschlechtsbipolarität eine patriarchale Weltverschwörung wähnen.

Letzteres hat im Gegensatz zu Naidoos Spekulationen konkrete Auswirkung auf das Leben der Menschen: Frauenquoten, gendergerechte Frankensteinsprache, Väterentsorgung, Männer- und Jungenfeindlichkeit, um nur einiges zu nennen.

Aber jetzt kommt‘s! Naidoo singt:

„Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?“

Homophobie! Schlimmer als Homophobie ist eigentlich nur noch glutenhaltiges Getreide und Antisemitismus.

Aus der obigen Passage zeigt sich ein weiteres Mal die geistige Selbstversklavung des Herrn Skrobala, denn er gibt hier unumwunden zu, daß er das Wort „homophob“ ernst nimmt, was selbstredend niemand tut, der noch halbwegs zum Denken fähig ist. „Homophobie“ ist eine Propagandavokabel, die jegliches kritische Nachdenken über „Homosexualität“ ersticken soll. Man muß sich wirklich fragen, was mit unseren Journalisten los ist, daß sie solche Wörter aus der Mottenkiste des Gutmenschentums völlig unkritisch in ihren Sprachschatz aufnehmen.

Vermutlich würde Herr Skrobala auch mich als „homophob“ bezeichnen, der ich Homosexualität für pathologisch halte und zum einen auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückführe, zum anderen auf einen traumatischen Elternverlust. Beides findet man sehr häufig bei „Homosexuellen“. Kann ich auch nichts für. Ist halt die Realität. Habe ich nicht in der Bibel gelesen.

Ich will keineswegs „Homosexualität“ verbieten oder Schwule und Lesben an Kränen aufhängen oder von Dächern stürzen. „Homophob“ bin ich heutzutage mit meinen Ansichten aber vermutlich trotzdem. Meines Erachtens muß man schon ziemlich stark gehirngewaschen und von „progressiver“ Ideologie betäubt sein, wenn man Homosexualität derartig zwanghaft naturalisiert, wie das heute üblich ist, obwohl die pathologischen Hintergründe so offensichtlich sind.

Bei Naidoo reicht schon die Frage nach der Mösenliebe aus, um „Homophobie“ zu konstatieren.
 

Aber weiter im Text. Auf Liedzeilen bezugnehmend, die sich mit viel gutem Willen als „antisemitisch“ interpretieren lassen, schreibt Skrobala:

Eine Mitarbeiterin der „Amadeu Antonio Stiftung“ nannte Naidoo im selben Jahr bei einer Veranstaltung einen Antisemiten, das sei „strukturell nachweisbar“.

Ein Gericht befand, dass man ihn so nicht nennen dürfe. Vor Gericht sagte Naidoo, die Sache mit dem Puppenspieler und dem Antisemitismus „war mir damals nicht bewusst“. Sein Sohn trage einen hebräischen Namen. „Ich bin kein Antisemit.“

Wer die „Amadeu-Antonio-Stiftung“ ebenfalls ernst nimmt, dem ist wohl wirklich nicht mehr zu helfen. Selbige wird von einer paranoiden Jüdin mit Stasi-Vergangenheit geführt, die bemängelt, daß Ostdeutschland noch nicht braun genug ist – negerbraun selbstverständlich.

Wer sucht, der findet, könnte man all den Antisemitismusparanoikern in diesem Lande zurufen. Auch beim Thema „Antisemitismus“ geht es ja sehr esoterisch zu und man bewegt sich auf Weltmeisterniveau in Sachen Exegese. Das neurotische Bedürfnis der Schuldkompensation und moralischen Selbstvermarktung ist hier federführend.

So etwas müßte man eigentlich in den Feuilletons unserer Zeitungen lesen können, wenn dort wirklich „Intellektuelle“ arbeiten würden. Stattdessen müssen dahergelaufene Wutbürger wie ich diese Offensichtlichkeiten auch noch unentgeltlich ins Netz schreiben.

Ich fordere eine „Demokratie-Abgabe“ für mich!

Vielleicht glauben ja manche Menschen, daß die Geschichte rückwärts läuft und bald wieder Gaskammern errichtet werden. Anders kann man sich die Antisemitismusparanoia in unserem Land nicht erklären. Dann sollten die Leute aber auch so ehrlich sein und vor einem neuen Dreißigjährigen Krieg warnen, in welchem sich Protestanten und Katholiken wieder an die Gurgel gehen.

Wehret den Anfängen? Wenn schon, denn schon.

Ich kenne jedenfalls niemanden, der antisemitisch wäre, weshalb ich entsprechende „Studien“ für Bullshit halte. Das Wort „antisemitisch“ ist jedenfalls ähnlich kontaminiert und korrumpiert wie die Unwörter „islamophob“, „transphob“, „homophob“ und was weiß ich, was sich alles noch in Gutmenschenhirnen so finden läßt.

Nichtsdestotrotz klagt Skrobala in seinem Artikel:

Wieso darf jemand, der sich in seinem Werk antisemitischer Codes bedient, in Deutschland, per Gerichtsbeschluss, nicht Antisemit genannt werden?

Das liegt daran, daß Deutschland per Verfassung ein Rechtsstaat ist, lieber Herr Skrobala. Ist unser Journalist etwa ein politischer Extremist, der den Rechtsstaat ablehnt?

Na, wir wollen mal nicht die Interpretationskünste an den Tag legen, die Herr S. Xavier Naidoo zuteil werden läßt.

Auch der Begriff „antisemitische Codes“ wirkt ja wie aus einem Lehrbuch der Paranoia. Wer den Begriff „Antisemitismus“ noch ernst nimmt, muß jedenfalls ordentlich einen an der Birne haben. Zuletzt wurde dies mal wieder deutlich, als einem Gengschta-Rapper allen Ernstes „Antisemitismus“ vorgeworfen wurde, als er davon sang, daß sein Körper „definierter als von Auschwitz-Insassen“ sei.

Ungeheuerlich!

Mal abgesehen davon, daß das Kunst ist und es sich um Gengschta-Rap handelt, sind diese Zeilen allerhöchstens pietätlos gegenüber (ehemaligen) Auschwitz-Insassen, die übrigens zu Hunderttausenden auch aus nichtjüdischen Slawen, Zigeunern, politischen Gefangenen etc. bestanden – nicht nur aus Juden. Diversity wurde eben schon bei den Nazis großgeschrieben.

Nur wenn man so völlig auf das Zwölfjährige Reich und die deutsche Schuld fixiert ist wie unser Gutmenschen-Milieu, kann man in diese Zeilen den sogenannten „Antisemitismus“ hineininterpretieren. Dazu muß man natürlich all die Russen, Polen und Zigeuner mal kurz etwas diskriminieren, damit man den heiß ersehnten „Antisemitismus“ ausmachen kann.

„Antisemitismus“ ist etwas Heiliges, ein goldenes Kalb. Da reicht ein dummer Spruch über bunt-vielfältig-diverse Auschwitz-Insassen, und schon meint man die Juden als Ganzes. So jedenfalls läßt sich prima „Antisemitismus“ konschtatieren und der eigene Moralwert drastisch steigern.

Ich führe dieses Beispiel des Gengschta-Rappers Farid Bang nur an, um zu illustrieren, wie wild gewisse Kreise darauf sind, „Antisemitismus“ festzustellen. Wird Zeit, daß dieses Milieu mit seinen Schuldkomplexen mal auf der Couch landet.

Noch ein bißchen Paranoia gefällig?

Was Naidoo seit Jahren im Namen der Popkultur macht, erinnert an das, was die AfD in jüngerer Vergangenheit auf der politischen Bühne vorführt.

Dasselbe könnte man vermutlich auch in bezug auf Feine Sahne Fischfilet, die Ärzte, Konstantin Wecker, Herbert Grönemeyer und viele Grüne, Sozen, Linksparteiler sagen.

Argumentativen Wert hat das jedenfalls noch nicht.

Dann das:

Im Söhne-Mannheims-Song „Marionetten“ benutzt er, distanzlos, das Wort „Volksverräter“.

In der nationalsozialistischen Diktatur war „Volksverrat“ ein Straftatbestand, vor ein paar Jahren skandierten Pegida-Anhänger „Volksverräter“ bei Demos, gewandt an die Regierenden, AfD-Politiker nahmen den Begriff auf.

Ungeheuerlich!

Ist ja interessant, was „Volksverrat“ so alles „in der nationalsozialistischen Diktatur“ war. Da hat Herr Skrobala ja fleißig recherchiert. Wir hoffen aber inständig, daß der Begriff „Volksverräter“ schon vor den Nazis von irgendeinem Menschen auf dieser Welt in den Mund genommen wurde. Denn sonst wäre ja klar: Xavier Naidoo ist ein Nazi!

Das Stilmittel der mitunter ironischen Übertreibung findet man übrigens auch bei linken Musikern. Qualitätsjournalisten finden es dort jedenfalls sehr häufig. Wieso finden sie es bei rechten Künstlern nicht?

Es macht keinen Sinn, sich noch weiter mit diesem schwachsinnigen Kommentar, seinen Doppelstandards und seiner Nazi-Hypochondrie auseinanderzusetzen. Man muß sich nur anschauen, wie die Journaille mit den Äußerungen linker Künstler wie z.B. auch Grönemeyer oder Campino von den Toten Hosen umgeht. Verglichen mit Feine Sahne Fischfilet ist Xavier Naidoo ein regelrechter Klosterschüler. Aber eben dummerweise ein rechter Klosterschüler.

Der Kommentar von Jurek Skrobala ist voll von Paranoia, gezieltem Dummstellen und gewollt einseitigen Interpretationen eines harmlosen Künstlers, der auch das Recht hat, sich zu irren und naiven Welterklärungen anzuhängen.

Und wer würde leugnen, daß der schädliche, deregulierte Finanzkapitalismus stark von Juden geprägt ist? Da kann man durchaus auch mal von einem Herrn „Totschild“ sprechen, wie es Naidoo tut, ohne Juden als Ganzes zu verleumden.

Zum Abschluß holt Skrobala noch mal zum Rundumschlag aus:

Es geht darum, was gesagt und gesungen wird. Und es geht darum, wie sich die deutsche Musikindustrie, Radio- und Fernsehsender, Veranstalter, Prominente, Politiker, Journalisten und Fans nun, nach dem „Gast“-und-„Gastgeber“-Clip, zu einem Sänger verhalten, der Millionen Platten verkauft hat, sich scheinheilig gibt, aber dessen Zeilen auch Hass predigen.

Es geht darum, wie wir Konsumenten uns zu einer Presse verhalten, deren linke Paranoia schon pathologische Züge trägt, die Andersdenkende verfemt und mehr oder weniger verklausuliert zu ihrem Boykott aufruft.

Wie wollen wir uns zu einer Presse verhalten, die „politische Korrektheit“ in Anführungsstrichen schreibt, aber „geschlechtergerechte Sprache“ nicht?

Wie wollen wir uns zu einer Presse verhalten, die überwiegend harmlose Aussagen von Künstlern und Politikern immer wieder skandalisiert? Man denke nur an das „Denkmal der Schande“ eines Björn Höcke, das laut „Spiegel“-Koryphäe Dirk Kurbjuweit eine „antisemitische Tendenz“ aufweise, aber dummerweise genauso auch von seinem ehemaligen Chef Rudolf Augstein gesagt wurde.

Wie wollen wir uns zu einer Presse verhalten, die bei den folgenden Zeilen keine „Haßprediger“ am Werk sieht, kein Empörungsfeuerwerk zündet, es aber für unzumutbar hält, wenn Xavier Naidoo dramatisierend über den massenhaften Mißbrauch des Asylrechts singt oder Schwule rhetorisch fragt, warum sie keine Mösen mögen?

„Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen
Und schicken den Mob dann auf euch rauf
Die Bullenhelme – sie sollen fliegen
Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein
Und danach schicken wir euch nach Bayern
Denn die Ostsee soll frei von Bullen sein.“

„Lieber Hartz 4 beziehn, im Bett bis um 4 liegen,
Bier trinken, Weed dealen, Speed ziehn,
Als Geld im Staatdienst verdien“

Auch die Band K.I.Z. weiß die hehren Ideale im Kampf gegen rechts zu besingen:

„Ich schleich mich ein bei den Sarrazins, 6 Uhr, alles pennt noch, Selbstmord-Attentat“

„Ich mach Mus aus deiner Fresse
Boom verrecke
Wenn ich den Polenböller in deine Kapuze stecke
Die halbe Schule war querschnittsgelähmt von mei’n Nackenklatschern
Meine Hausaufgaben mussten irgendwelche deutschen Spasten machen
Gee Futuristic ich krieg Durchfall von die Bässe
Ich ramm die Messerklinge in die Journalistenfresse“

„Vom Speed sieht uns’re Pisse, mittlerweile aus wie Sangria
Eva Herman sieht mich, denkt sich: „Was’n Deutscher!“
Und ich gebe ihr von hinten, wie ein Staffelläufer
Ich fick sie grün und blau, wie mein Kunterbuntes Haus
Nich alles was man oben reinsteckt kommt unten wieder raus“

Und selbst Sachsens grüne Justziministerin Katja Meier spielte mal in einer Punk-Band:

„Advent, Advent – ein Bulle brennt, erst eins, dann zwei, dann drei.“

Da hören sich die angeprangerten Textzeilen von Xavier Naidoo ja wie ein Kindergeburtstag an. Wird Zeit, daß der Bundespräsident auch mal ein Konzert von Naidoo empfiehlt.

Danach kann er sich ja immer noch rechtfertigen, daß dies eines Staatsoberhauptes würdig sei.

 

 

PS: Nachdem ich diesen Artikel so gut wie fertig hatte, hatte ich noch mal den „Spiegel Online“-Kommentar von Jurek Skrobala aufgerufen und mir erlaubt, folgende Meinungsäußerung zu tätigen:

 
xavier-naidoo-jurek-skrubala-spiegel-online

 
Dreimal darf man raten, ob dieser Kommentar veröffentlicht wurde.

Er muß wohl gegen irgendeine Regel bei „Spiegel Online“ verstoßen haben.

Ein bißchen Lügenpresse bei „Taz“ und „Huffington Post“

Vor ein paar Wochen klaute ich mir mal wieder eine Ausgabe der „Taz“ in meiner Bezirksbibliothek. Ich klaue allerdings nur mit sozialer Sensibilität und gutem Gewissen. Zum einen, weil ich solch einem Blatt wie der „Taz“ nicht auch noch Geld hinterherwerfen will, und zum anderen, weil ich mir immer nur die allerletzte Ausgabe im Stapel stibitze.

Es handelt sich also immer um eine bereits veraltete Ausgabe, die am nächsten Tag sowieso im Müll landen würde. Ökologisch korrekt ist mein Diebstahl also außerdem noch. Fast könnte ich mich jetzt als ruhmreichen Gutmenschen feiern, wenn da nicht gleich ein zynischer Verriß eines Artikels aus ebenjener „Taz“ käme, die ich entwendet hatte.

Micha Brumlik ist ein hinterhältiger und verschlagener Kolumnist bei der „Taz“ und schrieb in der Ausgabe vom 12. Juni einen rührseligen, gedankenschweren und sowieso total besorgten Artikel über Deutschland und seine Vergangenheitsbewältigung. Anlaß war die Bekanntgabe der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die Vergangenheitsbewältiger Jan und Aleida Assmann.

Micha Brumliks Text fängt so an:

Vergabe des Friedenspreises

Ein unübersehbares Zeichen

Der Deutsche Buchhandel ehrt das Ehepaar Aleida und Jan Assmann für sein Lebenswerk. Diese Entscheidung ist ein Statement gegen das Vergessen.

Das falsche Pathos in der Überschrift zeigt schon an, worauf der „Taz“-Artikel hinausläuft und daß Brumlik zu den vielen AfD-Hypochondern in der Qualitätspresse zählt. So nach dem Motto: Jetzt noch mal diese Sache mit den Nazis, den Juden und den Gaskammern instrumentalisieren, damit auch jeder versteht, daß die AfD-Leute ja auch irgendwie „Nazis“ sind und ganz schlimme Schurken.

Der Text endet mit diesem Absatz:

In einer Zeit, in der eine rechtsextreme Partei, die AfD, dazu auffordert, auf die Verdienste von Angehörigen einer der größten Mordmaschinen der Geschichte, der Wehrmacht, stolz zu sein, und in der ihr Vorsitzender das bisher größte Menschheitsverbrechen, die nationalsozialistischen Morde zum „Vogelschiss“ erklärt, setzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit dieser Preisverleihung ein unübersehbares Zeichen für eine Kultur der Trauer, der Erinnerung und somit der künftigen politischen Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland.

Natürlich ist die AfD keine rechtsextreme Partei. Und natürlich fordert sie nicht dazu auf, stolz zu sein auf die Leistungen von Wehrmacht und Reichswehr. Noch nicht einmal Alexander Gauland fordert dies. Die Sache sah vielmehr so aus:

Wenn Franzosen und Briten stolz auf ihren Kaiser oder den Kriegspremier Winston Churchill seien, „haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“, sagte der 76-Jährige.

Alexander Gauland fordert also niemanden auf, stolz auf die Leistungen deutscher Soldaten zu sein, sondern bestand lediglich auf dem Recht dazu. Ich schreibe dies hier vorsichtshalber noch einmal explizit für die Legastheniker der Qualitätsmedien. Man weiß ja nie.

Warum lügt Micha Brumlik hier also derartig dreist?

Kleiner Tip an die Presse: Der Leser hat ein feines Gespür für den Belastungseifer, mit dem über die AfD geschrieben wird. Und er kann diese Paranoia tagtäglich nahezu überall studieren.

Micha Brumlik schreibt in der obigen Passage pathetisch:

…und in der ihr Vorsitzender das bisher größte Menschheitsverbrechen, die nationalsozialistischen Morde zum „Vogelschiss“ erklärt…

Das größte Menschheitsverbrechen, das je von Deutschen verübt wurde, ist bekanntlich „Modern Talking“. Die deutsche Geschichte endet nicht im Jahre 1945, Herr Brumlik. Des weiteren meine ich, daß im Auftrage Stalins oder Maos wesentlich mehr Menschen den Tod fanden als im Holocaust.

Aber wir wollen hier nicht kleinlich sein. Interessant ist, daß Micha Brumlik auch in dieser Passage ordentlich herumkleistert und verfälscht, denn Alexander Gauland sprach auf dem Parteitag der Jungen Alternative davon, daß nicht der Holocaust, sondern Hitler und die Nazis ein Vogelschiß seien gemessen an den gut 1000 Jahren „erfolgreicher deutscher Geschichte“. Später relativierte und garnierte Gauland seine Äußerungen noch, um dem von Qualitätsjournalisten insinuierten Eindruck entgegenzuwirken, er wolle die Nazizeit oder den Holocaust verharmlosen.

Auch hier verdreht und dichtet Brumlik also im Sinne seiner Ideologie. Immer schön das brutalstmögliche Bild von der AfD zeichnen. Es ist eben ein deutlicher Unterschied, ob man den Holocaust als Vogelschiß bezeichnet oder Hitler und die Nazis.

Brumlik selbst ist Jude, von 2000 bis 2005 leitete er das Fritz-Bauer-Institut, ein „Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust“. Heute arbeitet er am Zentrum Jüdische Studien. Diesen biografischen Hintergrund sollte man kennen, um Brumliks Nazi- und AfD-Hypochondrie zu verstehen.

Die AfD soll eine rechtsextreme Partei sein? Hält eine „rechtsextreme“ Partei Schweigeminuten für eine ermordete Jüdin ab? Wollen Mitglieder einer „rechtsextremen“ Partei in Buchenwald des Holocaust gedenken?

Noch ein Tip an die Presse: Auch von sprachlichen Inquisitionsritualen wie „rechtspopulistisch“, „fremdenfeindlich“, „sexistisch“ oder eben „rechtsextrem“ etc. läßt sich der Bürger heutzutage nicht mehr sonderlich beeindrucken. Dazu werden diese Vokabeln viel zu oft, ostentativ und reflexhaft verwendet.

Ich will Herrn Brumlik ja nicht schockieren, aber in der „Vogelschiß“-Sache hat der liebe Herr Gauland tatsächlich recht. Hierfür habe ich mir den Begriff der „zeithistorischen Egozentrik“ ausgedacht. Diesen faschismusfixierten 68er-Narzißmus findet man bei vielen Linken. Sie dröhnen geradezu von der ewigen Schuld, dem ewigen Kern der deutschen Identität und spielen das, was ein Historiker mal als „negativen Nationalismus“ bezeichnete und ich „Schuldgrandiosität“ nenne. Also einen Größenwahn der Schuld.

Fast könnte man meinen, eine neue Religion sei nach 1945 in Deutschland entstanden. Was dem braven Katholiken der Teufel und die Hölle sind, das sind dem Alt-68er und heutigen Linken Adolf Hitler und der Faschismus.

Diese metaphysische Überhöhung und Perpetuierung der Nazizeit könnte man auch als zeithistorische Egozentrik bezeichnen. In diesem falschen Bewußtsein fehlt einem der Sinn für die Vogelschißhaftigkeit der Nazizeit.

Spätestens in 100 Jahren ist die Nazi-Zeit tatsächlich so etwas wie ein Vogelschiß auf der deutschen Geschichte. Für diese Einsicht müßte man sich allerdings geistig mal etwas locker machen und die eigene Besessenheit kritisch reflektieren. Eine Psychotherapie speziell für Alt-68er wäre auch nicht schlecht. Motto: „Abschied von der Wichtigtuerei. Wie schaffe ich es, die Nazizeit nicht mehr für mein Ego zu instrumentalisieren und zum Alpha und Omega der Weltgeschichte zu stilisieren?“

 

Bei der Recherche zu diesem Blog-Eintrag bin ich übrigens auch auf einen Artikel zum gleichen Thema in der „Huffington Post“ gestoßen, der wirkt, als wäre er von einem „Bravo“-Redakteur verfaßt worden. Dort heißt es:

AfD-Politiker Gauland: Deutsche sollen stolz auf „Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ sein

Alexander Gauland hat bei einer Rede zum Stolz auf die „Leistung deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ aufgerufen

Später im Text bringt die Huffington Post dann noch mal das Original-Zitat von Gauland. Jeder Leser kann also unmittelbar nachvollziehen, daß hier manipuliert wird. Bei den Redakteuren der Lügenpresse scheint die Devise zu gelten: Dient es nur dem Guten und dem Kampf gegen rechts, darf man auch gerne etwas ungenau sein.

Das ist dann aber kein „Qualitätsjournalismus“ mehr, liebe Pressevertreter.

Kaum irgendwo zeigt sich das pathologische Schuldbedürfnis vieler wohlmeinender Journalisten deutlicher als in den Simplifizeriungen und „Nazifizierungen“ von Äußerungen Rechter. Man denke nur an die lächerliche Empörung um das „Denkmal der Schande“ von Björn Höcke.

Soll man das Holocaustmahnmal etwa als Denkmal der Freude oder des Stolzes bezeichnen? An solchen Momenten erlebt man ungefiltert, in was für einem Irrenhaus wir mittlerweile leben. Auch „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein sprach bekanntlich von einem „Denkmal der Schande“. Und den Empörten fällt vermutlich bis heute nicht auf, was sie da verzapfen. Empörung ist heutzutage schließlich fast alles. Wenn es die AfD nicht gäbe, man müßte sie erfinden.

Unfreiwillig komisch ist dieses Statement in der „Zeit“:

In diesem Jahr machte auch Gaulands Parteikollege Björn Höcke Schlagzeilen, als er im Januar bei einer Rede in Dresden sagte, das Holocaust-Mahnmal in Berlin sei „ein Denkmal der Schande“.

Au weia! Auch in der „Huffington Post“ wird der Fall Höcke noch mal erwähnt:

Was Björn Höcke tatsächlich getan hat: Er hat das Holocaust-Denkmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnet. Gauland hatte ihn für diese Aussage verteidigt und Höcke sogar als „Seele der AfD“ bezeichnet.

Nun gut. Die „Huffington Post“ soll doch mal erklären, wie man das Holocaustmahnmal sonst nennen sollte, wenn „Denkmal der Schande“ so anstößig ist. Wäre interessant, was da für Vorschläge kommen. Wie gesagt, der Artikel wirkt wie aus einer „Bravo“-Ausgabe für den Nachwuchs bei der Antifa oder der Linksjugend.

Noch ein kleines Schmankerl in diesem Stil:

Beim Kyffhäuser-Treffen sagte Gauland nun über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten: „Ja, wir haben uns mit den Verbrechen dieser zwölf Jahre auseinandergesetzt.“ Kein Volk habe so gründlich mit seiner „falschen Vergangenheit“ aufgeräumt, wie das deutsche Volk.

Nicht „grausame Vergangenheit“, nicht „abscheuliche Vergangenheit“, nicht einmal „traurige Vergangenheit“ – sondern „falsche Vergangenheit“. Als wolle Gauland sagen: Die Geschichte des Nationalsozialismus sei erfunden.

Mal abgesehen von den vielfältigen Bedeutungsnuancen des Wortes „falsch“ – wurde nicht kurz zuvor Gauland mit den Worten zitiert, man habe sich „mit den Verbrechen dieser zwölf Jahre auseinandergesetzt“?

Nur mit Nazi-Paranoia, Schuldgrößenwahn und Gutmenschentum lassen sich dieser legasthenische Belastungseifer und diese forcierte Begriffsstutzigkeit erklären. Niemand muß die Auffassungen Gaulands oder Höckes teilen. Die Frage bleibt aber, warum man es eigentlich nötig hat, die AfD derartig zu dämonisieren.

Aus meiner Sicht, weil die AfD – wenn auch nach rechts übersteuert – verleugnete Wahrheiten auf die politische Tagesordnung bringt, die den Anhängern des deutschen Schuldkultes zutiefst Angst machen.

Wer nun einwenden sollte, daß „Huffington Post“ und „Taz“ nicht gerade die Speerspitze des deutschen Qualitätsjournalismus seien, dem sei gesagt, daß man ähnliche Verfälschungen auch anderswo wiederfindet.

 

 

PS: Der Autor dieser Zeilen ist übrigens Pazifist und daher weder auf die „Leistungen“ der Wehrmacht noch der Reichswehr stolz.

Auf die Leistungen der Qualitätsmedien kann man aber noch viel weniger stolz sein.

Linkspopulismus auf „Spiegel Online“ pünktlich zur Wahl

Christian Stöcker ist ein Redakteur bei „Spiegel Online“, dem man schon an seiner Physiognomie den selbstherrlichen Gutmenschencharakter ansieht. Heute erschien nun ein Artikel von ihm, der in pseudoaufklärerischem Gewande daherkommt und uns die Frage stellt, ob wir wirklich AfD wählen wollen.

Wir Leser dürfen einen „Test“ bestreiten, der uns mit aller Härte vorführen soll, was uns erwartet, wenn die AfD denn in den Bundestag einziehe. Um es kurz zu machen: Die übliche „Spiegel Online“-Demagogie funktioniert so, daß extreme Einzelpositionen von AfD-Mitgliedern, die meist irrelevant für das Parteiprogramm sind, vorgeführt werden und uns eingetrichtert wird, daß wir – wenn wir denn so frech sind, AfD zu wählen – genau diese Einzelmeinungen und Statements teilen. Hinzu kommen weitgehend harmlose Positionen, die man durchaus vertreten kann, die aber den gewöhnlichen Journalisten überfordern.

Es ist der übliche peinliche Journalismus, bei dem man sich fragt: Wollt Ihr eigentlich nicht begreifen, warum Eure Auflage und Eure Klick-Zahlen sinken?

Fangen wir mal mit einem schwachen Beispiel aus dem Pamphlet an:

Glauben Sie, wie von Gottberg und viele seiner Parteifreunde, dass es einen „Kult mit der Schuld“ gibt hierzulande, und dass es Ihnen, Ihren Freunden und Verwandten besser ginge, wenn der beendet würde?

Herr Stöcker! Ja, das glaube ich. Und ich habe von 1998, meiner ersten Wahl, bis 2014 grün gewählt. Es würde unserem Lande tatsächlich guttun, wenn wir nicht jeden Scheiß der Gegenwart mit der NS-Zeit kontextuieren würden. Eine Beendigung des Schuldkultes bedeutet keineswegs ein Ende der Auseinandersetzung mit dem „Dritten Reich“. Es würde aber bedeuten, daß wir aus neurotisch-pathologischem Schuldgefühl heraus z.B. nicht hunderttausende von vormodernen, gewaltaffinen Asylmißbrauchern mehr in unser Land ließen.

Ist Herr Stöcker eigentlich noch zurechnungsfähig? Daß Muttis „Flüchtlings“-Politik etwas mit der deutschen Vergangenheit zu tun habe, ist ja keineswegs ein Gedankengang, den NPD-Funktionäre in die Debatte eingeführt hätten.

Ich erspare es mir hier, all die endlosen Ausflüsse unserer Nazi-Neurose und unseres Holocaust-Masochismus in der Gegenwart auszuführen. Aber vielleicht eines noch: Auch die Omnipräsenz von „Nazi“-Diffamierungen, wie sie jüngst wieder Sigmar Gabriel geliefert hat, gehört dazu.

Adolf Hitler persönlich würde vermutlich toben, wenn er sähe, wen wir heute alles als Nazis bezeichnen. Ich lasse ihn hier mal selbst zu Wort kommen und seine Meinung zur AfD kundtun:

Frauen im Parlament? Ja zum Weltjudentum? Nein zum Islam? Neger und Lesben in der Partei? Wer diese Brut weiterhin noch als „Nazis“ bezeichnet, den werde ich persönlich im KZ zu Tode foltern. Ich rate eindringlich von der Wahl dieser Partei ab.

Das ist die Meinung unseres Führers zur AfD. Ganz nebenbei ist der deutsche Schuldkult auch ein Grund für die völlige Humorlosigkeit und Spießigkeit unserer Presse-Heinis. Der Schuldkult ist also auch ein Grund für den Niedergang der etablierten Medien. Der normale Deutsche hat genug davon.

Es ist wohl zu anspruchsvoll, Leuten wie Herrn Stöcker zu erklären, daß wir durchaus noch Bock auf Beschäftigung mit der Nazi-Zeit haben, nur eben endlich die Gegenwart davon freisprechen möchten. Ja selbst die Vergangenheit, denn wir können ja noch nicht mal den großen Verdiensten Martin Luthers huldigen, ohne daß irgendwelche Spinner mit Transparenten auf dem Pariser Platz am Kirchentag erscheinen, die sinngemäß sagen, daß Hitler Luthers Ansichten zu den Juden in die Tat umgesetzt hätte.

Aber weiter in Christian Stöckers Anti-AfD-Wahlempfehlung. Ich stelle mal ein paar Punkte zusammen:

Möchten Sie, so wie Björn Höcke, eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“?

Kurz: Finden Sie auch, dass das ganze Erinnern an den von Deutschen verübten industriellen Massenmord jetzt aber mal beendet gehört?

Höcke ist derjenige, der in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald des Holocaust gedenken wollte, aber nicht reindurfte, weil er kein guter Mensch ist. Wer legt hier also dem Erinnern Steine in den Weg? Es sind die selbsternannten „Demokraten“ und „Antifaschisten“!

Es geht nicht um Erinnerung, sondern um Erinnerungspolitik. Und die ist eindeutig pathologisch wie zuvor ausgeführt. Daß die Positionen der AfD möglicherweise das andere Extrem darstellen, heißt nicht, daß man automatisch diese Positionen teilt. Man kann auch die Grünen wählen, ohne ein Fan von Pädophilie zu sein – oder der sogenannten „sexuellen Vielfalt“. Oder eines Sexismus gegen Männer.

Man kann auch die CDU wählen, wenn man gegen die Genitalverstümmelung von Jungen im Namen der Religion ist. An diesem Punkt sind wir ganz überraschenderweise bei einer weiteren Facette des Schuldkultes angelangt. Wir erlauben es verblendeten Juden und Muslimen, die Genitalien ihrer männlichen Nachkommen zu verstümmeln. Gerade Merkel ist ja ein extrem typisches Beispiel für diesen Schuldkult gegenüber den Juden. Stichwort „Staatsräson“ und „Existenzrecht Israels“.

Echte Wiedergutmachung gerät dagegen zuweilen ins Hintertreffen – wenn es z.B. um Zwangsarbeiterrenten geht. Auch das ist eine Absurdität des Schuldkultes: Die symbolische Ersatzbefriedigung.

Zurück zum Folterfragebogen:

Halten Sie diese sogenannte Identitäre Bewegung, die der Verfassungsschutz beobachtet, weil er dort „Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ erkennt, so wie der Münchner AfD-Direktkandidat Petr Bystron für eine „tolle Organisation“?

Ja, der Verfassungsschutz. Das beeindruckt jetzt aber wirklich den gemeinen AfD-Wähler. Auch der Verfassungsschutz ist zuweilen vom Schuldkult erfaßt. Die Identitäre Bewegung mag man gerne kritisieren. Ich fürchte z.B., daß deren Konzept des Ethnopluralismus eher Ethnopurismus bedeuten soll. Jeder lese ihre Stellungnahme zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Wenn ich die lese, erscheinen mir viele etablierte Politiker als die größere Bedrohung.

So mancher wählt auch die Linkspartei, obwohl es dort sicherlich auch einige Leute gibt, die die Hamas oder Fatah als „tolle Organisation“ ansehen.

Eigentlich reicht es jetzt. Man sieht, daß das gesamte Pamphlet des Herrn Stöcker letztlich aus Erbsenzählerei und Doppelstandards besteht. Hier und da werden tatsächlich kritikwürdige Ansichten einzelner AfD-Leute präsentiert, die zwar unangenehm sind, aber letztlich eben doch verhältnismäßig unwichtig. Solch krude Ausreißer findet man auch in anderen Parteien. Nur würde da nie ein Journalist ankommen und fragen: Wollen Sie das wirklich? Wenn Sie AfD wählen, dann finden Sie das alles gut!

Ich finde Alexander Gaulands Stolz über die Leistungen der Wehrmacht in zwei Weltkriegen beispielsweise genauso daneben wie die vielen deutschenfeindlichen Äußerungen von Grünen, SPD oder Linken. „We love Volkstod“ läßt grüßen.

Hier soll übrigens keineswegs die AfD exkulpiert werden. Es gibt tatsächlich dort ein paar krude Ansichten, die ich nicht teile. Sie spielen nur eben bei meiner Wahlentscheidung keine Rolle – weil ich ein intelligenter Wähler bin und weiß, daß die AfD viele positive Programmpunkte hat und Lichtjahre von einer Koalitionsbeteiligung entfernt ist.

Wenn der „Spiegel-Online“-Kolumnist Christian Stöcker ehrlich wäre und auch nur den Hauch von geistiger Unabhängigkeit besäße, hätte er den gleichen Artikel über die Grünen in ihrer Anfangszeit schreiben können. Und in abgemilderter Form auch über jede andere Partei.

Aber der Begriff des Doppelstandards ist leider noch ein Fremdwort für die journalistische Elite.

 

 

PS: Wollen Sie das wirklich?

Michael Gwosdz Vergewaltiger

Björn Höcke und das „Denkmal der Schande“

Ich wohne in Berlin und bin ein großer Freund des Holocaust-Mahnmals. Ich halte es für ästhetisch sehr gelungen und für ein auch global wichtiges Statement zur deutschen Geschichte und zum Thema Genozid. Ich komme aber damit klar, wenn z.B. der Schriftsteller Martin Walser das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas als „fußballfeldgroßen Alptraum“ bezeichnet. Dies mal vorweg.

Gestern hat sich die „Lügenpresse“ leider wieder in einer besonders tumben und plumpen Weise gezeigt. Als ich folgenden Aufmacher auf „Spiegel Online“ las, dachte ich mir sogleich meinen Teil:

Rede in Dresden

Linken-Politiker stellt Strafanzeige gegen Höcke

AfD-Politiker Björn Höcke hat in einer Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal als „Schande“ bezeichnet. SPD, Linke und Zentralrat der Juden sind entsetzt.

Ich las nur diese Zeilen und vermutete bereits, daß sich die Sache bei näherem Hinsehen ganz anders darstellt. Bereits zu Beginn des Artikels stellt sich heraus, daß Björn Höcke Folgendes sagte:

Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.

Das tut schon weh. Sitzen etwa Legastheniker in den Redaktionen? Es ist ja fast schon entwürdigend, hier die Semantik des obigen Zitates zu erklären. Deshalb unterlasse ich dies hier auch. Es ist legitim, die Meinung zu vertreten, daß man einer nationalen historischen Schuld kein Denkmal setzen solle, auch „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein tat dies. Ich halte diese Einstellung für falsch und bezeichne sie im Falle von Björn Höcke als infantilen Burschenschaftler-Nationalstolz. Quasi das Gegenstück zum Schuldkult und zur nationalen Selbstverleugnung der Linken.

Deshalb habe ich es aber nicht nötig, Höckes Worte derart zu verdrehen, wie es nahezu sämtliche Lügenmedien nun tun. Die „Bild“-Zeitung bezeichnet Höckes Vortrag gleich wenig zimperlich als „Nazi-Rede“. Sicherlich ist Höckes gesamte Rede geprägt von einem provokant-emphatischen Bekenntnis zur Nation und von einer schlüpfrigen Rhetorik. Es ist aber trotzdem immer wieder amüsant zu studieren, wie unsere Journalisten ob solch unerhörter Meinungsäußerungen zu heulen beginnen und zu Mutti laufen.

Ohne Frage ist Höckes Rhetorik provokant, wenn er zum Beispiel vom „vollständigen Sieg“ parliert. Unsere angeblich so neutralen und seriösen Journalisten schaffen es aber regelmäßig nicht, auf Leute wie Höcke die Unschuldsvermutung anzuwenden und eben nicht den erstbesten Weg der Nazi-Interpretation zu wählen.

Durch dieses inflationäre Nazi-Narrativ zeigen unsere vermeintlich so integren Medien im Grunde selbst, daß sie den Holocaust verharmlosen und keinerlei Pietät besitzen. Aber wem erzähle ich hier von solchen Ironien? Ist sowieso ein bißchen sophisticated für unser heutiges Talkshow-Deutschland.
 
 
bild hoecke nazi-rede
 
 
Ein gutes Beispiel für die manische Nazi-Exegese liefert wohl einer der größten Demagogen des Real Life, Sascha Lobo. Er bezieht sich in seiner aktuellen Kolumne auf „Spiegel Online“ auf Höckes Wortwahl und schreibt Folgendes:

Ein gutmütiges Volk, durch Heimtücke betrogen, bekannte Begriffe. Mit dieser Analyse von Höcke geht ein Ziel einher, ganz offen kommuniziert: „Wir werden uns unser Deutschland Stück für Stück zurückholen.“ Die Ankündigung, das Land zu verändern also, und zwar „zurück“. Höcke lässt kaum Zweifel daran, welches „zurück“ er genau meint.

Zunächst kann man das „Zurückholen“ ganz neutral, rein politisch-kulturell verstehen. Höcke möchte eben ein selbstbewußtes Deutschland, das nicht dem Schuldkult frönt. Digitalpriester Lobo kann leider aber nur Nazi, wenn es um politische Vorstellungen geht, die nicht links sind. Folglich kann Herr Höcke ureigentlich ja nur unseren Führer mit seinem Nazi-Deutschland zurückholen wollen.

Das ist Exegese nach Lobo-Manier. Besonders intelligent muß man auch nicht sein, um zu folgern, daß Höcke hier nicht ins Dritte Reich zurück möchte, sondern eher symbolisch ins erste und zweite, also zum alten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und zum Kaiserreich von 1871. Vor allem in letzterem herrschte noch eine ungebrochene Identifikation mit der Nation, die sich Höcke so sehr wünscht.

Ich halte Höckes Burschenschaftsnationalstolz und auch seine Rhetorik ein Stück weit für infantil, laufe aber nicht gleich zu Mutti, wenn ich solche Worte höre, sondern erinnere mich daran, daß die Eliten ständig etwas von „Pluralismus“, Vielfalt und Toleranz faseln, wenn es um exotische Weltanschauungen in unserem Lande geht.

So geht es weiter in Lobos Pamphlet, zunächst zitiert er Höcke:

„Bis jetzt ist unsere Geistesverfassung und Gemütszustand immer noch der eines total besiegten Volkes.“ Er spielt damit natürlich auf den Zweiten Weltkrieg an. Aber auch – auf die Zeit danach: „Man wollte unsere Wurzeln roden. Und zusammen mit der dann nach 1945 begonnenen systematischen Umerziehung hat man das dann auch fast geschafft.“ Unter „systematische Umerziehung“ muss hier die „Entnazifizierung“ verstanden werden, die Höcke nicht bloß kritisiert. Er möchte sie umkehren – und zwar besonders das Gedenken an den Holocaust: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Ich halte diese Ausführungen Höckes für übertrieben und zu drastisch, kann ihnen aber nicht einen gewissen Wahrheitsgehalt absprechen. Schmierfink Lobo unterstellt hier Höcke, daß dieser etwas gegen die Entnazifizierung habe, was wohl offensichtlicher Unsinn ist, denn unter „systematischer Umerziehung“ kann man schlicht und einfach auch die geradezu zwanghafte Fixierung der Deutschen auf ihre Schuld verstehen. Es stellt einen Akt außerordentlicher Unlauterkeit dar, wenn Lobo hier Höcke unterstellt, er wolle die Entnazifizierung zurückdrehen.

Außerdem sind die Entfernung von Nazis und Nazi-Gedankengut aus der Gesellschaft und die Entwicklung einer pompösen Schuldkultur zweierlei. Die Deutschen haben sich in erster Linie selbst umerzogen. Gerade linksliberale Historiker haben sich in den Nachkriegsjahrzehnten politisch prostituiert und beispielsweise kontrafaktisch den Ersten Weltkrieg im Sinne des Schuld-Narrativs dargestellt.

Erst in jüngster Zeit stellte sich ein lockererer Blick auf die deutsche Geschichte ein. Auch ich muß bekennen, daß ich vom diffusen Bild der totalen Schuld geprägt bin. Gerade Linke haben diese „Umerziehung“ doch herbeigesehnt und aktiv betrieben, propagieren sie noch heute und pflegen einen regelrechten Selbsthaß.

Man kann hier erstens sehen, daß Sascha Lobo geschichtlich nicht sonderlich beschlagen ist, und zweitens, wie zwanghaft er Höckes Äußerungen tendenziös verdreht und „nazifiziert“.

Noch eine aufschlußreiche Lobo-Passage:

„Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten, weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben […] vielleicht mehr als jedes andere Volk auf dieser Welt, […] wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und so darf es nicht weitergehen.“ Die Menge ist außer sich vor Nationalentzücken.

Wollen Sie das wirklich? Wollen Sie, weil Sie zum Beispiel mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind, einen Mann mit an die Macht bringen, der glaubt, nicht etwa der umgesetzte Holocaust, sondern das deshalb errichtete Holocaust-Mahnmal mache die deutsche Geschichte mies?

Ich persönlich will tatsächlich, daß wir unser eigenes Volk mehr wertschätzen, durchaus auch im Sinne obiger Passage. Der Absatz endet mit einer bösartigen Unterstellung oder zumindest Simplifizierung: Lobo spricht hier Höcke pauschal ab, daß er den Holocaust als Negativum ansieht.

Man kann des Holocaust und anderer Verbrechen durchaus gedenken und trotzdem unserer Nation Wertschätzung entgegenbringen. Bei Linken hat man aber häufig den Eindruck, daß sämtliche deutsche Geschichte vor Hitler quasi minderwertig, entehrt und wertlos sei. Ja daß sie nur ein Vorspiel zum großen Desaster war. Es gibt eigentlich kaum ein politisches oder geschichtliches Thema, das nicht irgendwie mit dem Nazi-Thema aufgeladen und verzerrt wird. Es fehlt die grundsätzliche Einsicht in der politischen Klasse und in weiten Teilen des Volkes, daß es ohne Versailler Vertrag, Weltwirtschaftskrise und andere Zufälle und Schicksalshaftigkeiten nicht zur Nazi-Diktatur gekommen wäre und daß die Deutschen keineswegs geborene Antisemiten und Völkermörder sind.

Allein dieser Gedankengang hat zumindest bei mir den unmittelbaren emotionalen Effekt, daß all die großartigen Dinge, für die Deutschland steht, plötzlich in dem Licht stehen, das ihnen gebührt. Man spürt auf einmal, wie krankhaft dieser nationale Schuldkult ist und was wir alles an kulturellen Leistungen in der Geschichte übertünchen. Bildlich gesprochen geht es letztlich darum, daß sich unsere emotionale Energie wieder mehr von der Nazizeit hin zum Rest der deutschen Geschichte verschiebt. Und daß wir begreifen, daß unser Deutschsein, unsere Identität nicht zwingend mit der Nazizeit verknüpft sind. Ja daß die nachfolgenden Generationen geradezu ein Recht darauf haben, die Nazizeit symbolisch zu entsorgen.

Deshalb muß ich nun nicht gleich wie ein Ami oder Franzose mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend laufen. Es entsteht aber ein wesentlich positiveres Gefühl zu meinem Heimatland – ganz ohne Burschenschaftler-Allüren oder Höcke-Germanistik. Ein Gefühl, das die Nazizeit nicht als paradigmatisch, als Klotz am Bein, als Fußfessel einordnet, sondern als Unfall, von dem wir uns auch wieder freisprechen können. Das Fehlen dieses Gefühls ist leider auch ein Grund für die desaströse „Flüchtlingspolitik“ sowie das Scheitern der Integration gewisser Migrantenkreise.

Diese Ausführungen hier sind auch deshalb so wichtig, weil nämlich genau diese beschriebenen Defizite in unserem Nationalgefühl, diese linke Verklemmtheit und Spießigkeit zu solchen paranoiden journalistischen Fehlleistungen führen, wie sie im Umgang mit AfD, Pegida und allem, was „rechts“ ist, typisch sind. Man denke nur an die „KZ-Rede“ von Akif Pirincci in Dresden. Nun ist es die „Nazi-Rede“ von Björn Höcke.

Höcke gab zu diesem „Skandal“ übrigens folgenden Kommentar ab:

Höcke selbst äußerte sich in einer persönlichen Erklärung zu den Vorwürfen. Die Auslegung seiner Rede in Dresden sei eine „bösartige und bewusst verleumdende Interpretation“. Er wolle mit seiner Rede vielmehr „hinterfragen, wie wir Deutschen auf unsere Geschichte zurückblicken“.

 

 

augstein holocaustmahnmal hoecke

„Jesidische Flüchtlinge von Neonazis verprügelt“

Ich weiß nicht mehr, wo ich auf den untenstehenden Screenshot gestoßen bin. Ich kann auch nicht sicherstellen, ob die „Bild“-Story hier sich auch auf dieselben Ereignisse bezieht wie der Polizeibericht und das Facebook-Posting. Sollte der Screenshot wahrheitsgemäß sein, zeigt er immerhin gut, wie unsere Medien sich schöne Geschichten zusammenlügen. Man könnte ja fast etwas sarkastisch von kapitalistischer Meinungsfreiheit sprechen, die wir genießen. Denn Journalisten stehen in marktwirtschaftlichen Demokratien nicht unter dem Zwang, einer Ein-Parteien-Diktatur zu huldigen, sondern unter dem ökonomischen Zwang, ordentliche Geschichten abzuliefern, die dem Chefredakteur gefallen.

Je weniger Ethos der jeweilige Journalist besitzt, desto phantasiereicher wird die Geschichte modelliert. So wie bei dieser „Bild“-Story:

bildjesidenneonazisdresden

Daß bestimmte Ereignisse geradezu wahnhaft in Richtung Willkommenskultur-Diktat umgedeutet werden, passiert immer wieder. So auch bei einem Feuerwehreinsatz an einer brennenden Asylunterkunft in Bautzen, wo Passanten angeblich dem Feuer bzw. den Brandstiftern applaudiert hätten. Ein anderer Fall ist die Geschichte vom armen kranken und völlig unschuldigen Refugee im sächsischen Arnsdorf, der doch tatsächlich von einer „Bürgerwehr“ gefesselt und malträtiert wurde – so suggerierte es jedenfalls die Überschrift bei „Spiegel Online“.

Man sieht immer wieder, daß es Medienschaffenden und Politikern an einer gesunden Aggressionsfähigkeit mangelt, welche dazu führen würde, daß man emotional auch in der Lage wäre, das Verhalten von Flüchtlingen systematisch zu hinterfragen. Auf der anderen Seite haben wir eine neurotische und pathologische Empathiefähigkeit, die über das normale Maß hinausgeht und eigentlich der Befriedigung des eigenen schlechten Gewissens dient, der Aufpolierung des eigenen Selbstbildes.

Die Refugee-Psychose der Deutschen ist also gewissermaßen eine Art Gewissensprostitution. Wir Deutschen sind von autoritären, empathiearmen und dominanten Charakteren wie zur Kaiserzeit oder im Dritten Reich zu auf Gedeih und Verderb mitfühlenden, unterwürfigen, selbstverleugnenden moralischen Übermenschen mutiert.

Will sagen, daß die an sich positive Entwicklung zu einer antiautoritären Gesellschaft, die Deutschland seit den 60er Jahren vollzogen hat, nun ins Pathologische und Neurotische abdriftete, nachdem die damalige Protestgeneration an die Macht gekommen war und ihre mit der Nazizeit verbundenen Komplexe voll auslebte.

Wir brauchen ein zweites ’68, den Wiedergewinn eines gesunden Aggressions- und Selbstbehauptungswillens, der heute am meisten von der AfD verkörpert wird, aber auch von einigen Nonkonformisten in den etablierten Parteien wie z.B. Boris Palmer oder Wolfgang Bosbach. Man muß gar kein Fan der AfD sein und sie gänzlich goutieren. Die AfD und Pegida verkörpern aber den Wunsch der Deutschen, wieder selbstbewußt und selbstachtend Deutsche sein zu wollen, ohne sich ständig einer Ideologie der Selbstverleugnung und moralischen Anbiederung hinzugeben.

Man könnte den Zustand der nationalen Psyche der Deutschen auch als „Schuldgrandiosität“ bezeichnen. Niemand ist schuldiger auf der Welt als wir. Wir sind die Tollsten, weil wir unsere Schuld mehr als alle anderen als Monstranz vor uns her tragen.

Dabei ist ja niemand von uns schuldig. Es dürften mehr als 99,9 Prozent der Deutschen keinerlei Schuld während der Nazizeit angehäuft haben. Wenn man wirklich konsequent mit diesem Schuldkult umginge, müßte man auch all die historische Schuld zelebrieren, die wir Germanen im Kampf gegen das Römische Reich oder während der Kolonialzeit akkumuliert haben. Schuld überall, wohin das Auge blickt.

Oder anders ausgedrückt: Auch die größte historische Schuld landet irgendwann mal im Keller der Geschichte, und das Leben geht weiter. Dieser an sich natürliche und gesunde Prozeß findet nun auch in Deutschland statt.

Infantile Menschen, die sich ihrer Gutheit und höheren Moral bislang durch den ewigen Schuldkult versichert haben, sind von diesem Prozeß allerdings überfordert und verunsichert.

Es sind unsere besorgten Bürger.