Margarete Stokowski: Reichsfähnlein im Wind

Dieses Blog wollte ich schon länger starten. Ein weiterer Fall von Zensur auf „Spiegel Online“ hat mich jetzt dazu veranlaßt, etwas mehr Gas zu geben und die Blog-Software auf der schon eine Weile existierenden Domain einzurichten.

Ich besitze bereits ein reichhaltiges Archiv von Kommentaren auf Online-Medien, die nicht freigeschaltet wurden. Meist habe ich Screenshots angefertigt, um möglichst beweiskräftiges Material vorzeigen zu können.

Ein besonders unangenehmes Exemplar von Journalistin stellt die feministische Lesbe Margarete Stokowski dar, welche seit Herbst 2015 auf „Spiegel Online“ pseudointellektuelle Kolumnen verfaßt. Im vorliegenden Artikel geht es um die Rede des Schriftstellers Akif Pirinçci bei einer Pegida-Veranstaltung in Dresden.

Stokowski ist ein schönes Beispiel für den verlogenen Schmieren-Journalismus auf „Spiegel Online“. Denn ihrem Text ist zu entnehmen, daß sie den Inhalt von Pirinçcis Rede gar nicht verstanden hat. Sie suggeriert, Pirinçci hätte sich in positiver Weise über KZs geäußert und sei irgendwie rechtsextrem. Die Hauptargumentation ihrer Kolumne lautet nun: All die Versandhändler, Verlage und Buchhandlungen, die den Autor Pirinçci infolge der medialen Verleumdungen nun boykottieren und ökonomisch beschädigen, seien lediglich Wendehälse, die auf die allseitige Empörung über Pirinçcis KZ-Äußerungen wohlfeil reagierten.

Triumphal meint Stokowski nun zu entlarven, daß man bei Amazon auch Reichskriegsflaggen und allerlei Weltkriegsspielzeug bestellen könne und selbiger Konzern und sein Pirinçci-Boykott daher scheinheilig seien. Der Konzern verdiene schließlich prächtig mit der „Verherrlichung der Nazizeit“. Andererseits nimmt sie Amazon, die Verlage und Buchhandlungen vor Zensurvorwürfen in Schutz, da diese Unternehmen ja nur ihre wirtschaftliche Dominanz nutzten, aber keine politische Zensur ausübten. Sie findet also offenbar rein gar nichts daran, daß harmlose belletristische Katzenkrimis eines Autors aus dem Programm genommen werden, wenn dieser vermeintlich kritikwürdige Äußerungen von sich gibt.

Das ist ungefähr so, als wenn der Musikverlag von Konstantin Wecker den Vertrag kündigen, alle Versandhändler seine Musik aus dem Programm nehmen würden, weil er mal eine Drogenvergangenheit hatte. Schließlich will man ganz viel Menschlichkeit und Moral verkörpern.

Ist sicherlich ein etwas krummer Vergleich, aber man könnte sich mal auf die Suche nach nicht ganz stubenreinen Äußerungen diverser Künstler und Autoren machen.

In Stokowskis Kolumne steht noch eine Menge anderer Unsinn drin, der ihr von den Kommentatoren auch vorgehalten wird. Ich nun schrieb am 29. Oktober um 19:09 folgenden Kommentar, in dem ich zunächst auch darauf eingehe, daß die Staatsanwaltschaft gegen Pirinçci ermittle, welches Frau Stokowski recht naiv in das Sündenregister des Autors aufnimmt. Am oberen Ende das Screenshots sind die letzten Zeilen eines bereits veröffentlichten Kommentars zu sehen:

pirincci 19_09

Mein Kommentar spricht also deutliche Worte, und ich war eigentlich guten Mutes, daß er freigeschaltet werden würde. Ich meinte so ungefähr abschätzen zu können, was für die Spießer bei „Spiegel Online“ gerade noch so akzeptabel ist. Als ich dann einige Zeit später nachschaute und mich zu der Uhrzeit vorarbeitete, an der ich meinen Kommentar verfaßte, war ich dann doch sehr baff, daß man ihn in den Papierkorb schickte.

Meine Kommentare sind des öfteren von dieser Schlagfertigkeit. Sobald man ein gewisses Polemiklevel erreicht, das auch noch mit treffenden Argumenten unterfüttert ist, kann man seinen Kommentar eigentlich abschreiben. Gewissermaßen im doppelten Sinne. Einen Screenshot sollte man nämlich immer anfertigen.

Ich schrieb übrigens wenig später noch einen zweiten Kommentar als Antwort auf einen anderen User. Auch dieser Kommentar war recht treffend und wenig erbaulich für einen Zensor bei „Spiegel Online“. Überrascht war ich dennoch, daß er gelöscht wurde.:

pirincci 19_15

Aus Pirinçcis Worten geht ja hervor, daß er KZs keineswegs gutheiße. Weder heute noch damals. Vielmehr legte er polemisch unseren Politikern recht zynische Absichten in den Mund bzw. ihr Hirn. Journalisten und auch Kommentatoren, die die Unschuldsvermutung nur für linke Weltanschauungen und Politiker gelten lassen, sind natürlich dazu verdammt, etwas begriffsstutzig zu sein.

Das sind so die Erlebnisse eines Menschen in einem aufgeklärten, modernen westlichen Land mit Demokratie und Meinungsfreiheit. Es ist ja immer wieder lustig, wie sich Journalisten über das Wort „Lügenpresse“ echauffieren oder wie z.B. eine Jury aus linksverblödeten Gutmenschen artig und brav dieses Wort zu einem Unwort erklärt – mit völlig hanebüchenen und selektiven Argumenten.

Manchmal sage ich mir aber: Ich brauche gar keine faktische Meinungs- und Pressefreiheit. Denn ich kann ja selber denken. Journalisten könnten aber einiges dafür tun, daß sich die Atmosphäre in der Gesellschaft nicht so aufheizt wie aktuell. Sie müßten Andersdenkende ernster nehmen, weniger dämonisieren, weniger Hetze betreiben.

Was ist „Spiegel Online“ also für ein Medium, wenn es Meinungsäußerungen wie die obigen einfach ausblendet, für nicht existent erklärt? Wie ist es um Ethik und Zivilcourage bestellt? Zwei Wörter, die ständig im Munde geführt werden, wenn es um „Refugees welcome“ oder gegen Akif Pirinçci geht? Was habe ich eigentlich genau mit meinen Kommentaren verbrochen, daß sie nicht freigeschaltet werden?

Das war es erst einmal von meiner Seite. Bei der Arbeit an diesem Artikel wurde ich aber kurioserweise noch auf ein weiteres Stück „Demokratur“ von „Spiegel Online“ aufmerksam. Mir fiel nämlich eine Unstimmigkeit auf. Auf meinem ersten Screenshot sind noch zwei Zeilen eines der ersten Kommentare sichtbar, die unter dem Artikel von Margarete Stokowski standen. Dieser Kommentar findet sich aber aktuell nicht mehr an besagter Stelle, sondern auf Position vier. Mein Verstand sagt mir also, daß einer der ersten Kommentare den Weg ins Nirvana gefunden haben muß.

Und fürwahr, an dritter Position bezieht sich jemand auf den User „ockhams razor“ und zitiert diesen wiefolgt:

Sehr geehrte Frau Stokowski, bei der Länge Ihres Beitrags wäre doch genug Platz gewesen, auf den Kontext zu verweisen, in dem der Begriff ‚KZ‘ fiel. So schliessen Sie sich der Meute an, die dieses Wort z.T. bewusst in einen falschen Kontext stellen. Man merkt die Absicht, und ist verstimmt.

Dieser Kommentar fiel also erst nachträglich der Schere zum Opfer. Gewissermaßen eine noch peinlichere Aktion als die Unterschlagung meiner beiden Äußerungen. Man weiß nicht, ob dieses Zitat nur einen Teil des versenkten Kommentars abbildet, fragen tut man sich aber schon, wie verklemmt und spießig die „Spiegel Online“-Redaktion sein muß. Das „Sturmgeschütz der Demokratie“ schießt offenbar in fragwürdige Richtungen. Vielleicht hat diese nachträgliche Zensur ja auch mit den Unterlassungsforderungen des Autors Pirinçci zu tun, denen auch die Online-Ausgabe des „Sturmgeschützes“ nachkommen mußte.

Damit aber noch nicht genug. Es geht alles noch ein bißchen absurder. Denn auf das obige Zitat stößt man nur, wenn man die integrierte Kommentarspalte unter dem Stokowski-Artikel verläßt und die Forums-Ansicht wählt. Dort erscheint unter Nummer drei das Zitat.

Auch in der normalen Ansicht kann man eigentlich Zitate einsehen. Dort erscheint normalerweise die Option „Zitat von … anzeigen“. Nicht so bei allein diesem Kommentar. „Spiegel Online“ gibt sich also größte Mühe, alle Spuren zu verwischen. Der Normaluser, der die Kolumne von Margarete Stokowski liest, sieht also an deren Ende fünf Kommentare, von denen einer bereits getilgt wurde und deren dritter merkwürdig anmutet, da niemand ahnen kann, daß er sich auf den gelöschten Beitrag bezieht.

Bei all dem fragt man sich, was für charakterliche Strukturen und Deformierungen eigentlich Voraussetzung sind für das in diesem meinen Artikel beschriebene Verhalten.

Der „Spiegel“ wirbt seit einiger Zeit mit dem Slogan „Keine Angst vor der Wahrheit“. Damals dachte ich mir nur, daß dieser Wechsel von „Spiegel-Leser wissen mehr“ zum neuen Slogan die denkbar schlechteste Idee war. Denn schon damals, vor Pegida, vor Pirinçci, vor „Refugees welcome“ war der „Spiegel“ bereits ein recht angepaßtes und zahmes Blatt, das den Sakramenten linker Ideologie huldigte.

So, dies war nun mein erster Artikel auf meinem neuen Blog. Ich werde zunächst erst mal eine Weile in aller Ruhe „offline“ arbeiten. Das Blog ist zwar aufrufbar, aber ich werde es erst später bekanntmachen. Ich muß mich erst mal ein bißchen einüben und werde mein Blog Schritt für Schritt weiter ausstaffieren und anreichern.

Vielen Dank für die Audienz