Linkspopulismus auf „Spiegel Online“ pünktlich zur Wahl

Christian Stöcker ist ein Redakteur bei „Spiegel Online“, dem man schon an seiner Physiognomie den selbstherrlichen Gutmenschencharakter ansieht. Heute erschien nun ein Artikel von ihm, der in pseudoaufklärerischem Gewande daherkommt und uns die Frage stellt, ob wir wirklich AfD wählen wollen.

Wir Leser dürfen einen „Test“ bestreiten, der uns mit aller Härte vorführen soll, was uns erwartet, wenn die AfD denn in den Bundestag einziehe. Um es kurz zu machen: Die übliche „Spiegel Online“-Demagogie funktioniert so, daß extreme Einzelpositionen von AfD-Mitgliedern, die meist irrelevant für das Parteiprogramm sind, vorgeführt werden und uns eingetrichtert wird, daß wir – wenn wir denn so frech sind, AfD zu wählen – genau diese Einzelmeinungen und Statements teilen. Hinzu kommen weitgehend harmlose Positionen, die man durchaus vertreten kann, die aber den gewöhnlichen Journalisten überfordern.

Es ist der übliche peinliche Journalismus, bei dem man sich fragt: Wollt Ihr eigentlich nicht begreifen, warum Eure Auflage und Eure Klick-Zahlen sinken?

Fangen wir mal mit einem schwachen Beispiel aus dem Pamphlet an:

Glauben Sie, wie von Gottberg und viele seiner Parteifreunde, dass es einen „Kult mit der Schuld“ gibt hierzulande, und dass es Ihnen, Ihren Freunden und Verwandten besser ginge, wenn der beendet würde?

Herr Stöcker! Ja, das glaube ich. Und ich habe von 1998, meiner ersten Wahl, bis 2014 grün gewählt. Es würde unserem Lande tatsächlich guttun, wenn wir nicht jeden Scheiß der Gegenwart mit der NS-Zeit kontextuieren würden. Eine Beendigung des Schuldkultes bedeutet keineswegs ein Ende der Auseinandersetzung mit dem „Dritten Reich“. Es würde aber bedeuten, daß wir aus neurotisch-pathologischem Schuldgefühl heraus z.B. nicht hunderttausende von vormodernen, gewaltaffinen Asylmißbrauchern mehr in unser Land ließen.

Ist Herr Stöcker eigentlich noch zurechnungsfähig? Daß Muttis „Flüchtlings“-Politik etwas mit der deutschen Vergangenheit zu tun habe, ist ja keineswegs ein Gedankengang, den NPD-Funktionäre in die Debatte eingeführt hätten.

Ich erspare es mir hier, all die endlosen Ausflüsse unserer Nazi-Neurose und unseres Holocaust-Masochismus in der Gegenwart auszuführen. Aber vielleicht eines noch: Auch die Omnipräsenz von „Nazi“-Diffamierungen, wie sie jüngst wieder Sigmar Gabriel geliefert hat, gehört dazu.

Adolf Hitler persönlich würde vermutlich toben, wenn er sähe, wen wir heute alles als Nazis bezeichnen. Ich lasse ihn hier mal selbst zu Wort kommen und seine Meinung zur AfD kundtun:

Frauen im Parlament? Ja zum Weltjudentum? Nein zum Islam? Neger und Lesben in der Partei? Wer diese Brut weiterhin noch als „Nazis“ bezeichnet, den werde ich persönlich im KZ zu Tode foltern. Ich rate eindringlich von der Wahl dieser Partei ab.

Das ist die Meinung unseres Führers zur AfD. Ganz nebenbei ist der deutsche Schuldkult auch ein Grund für die völlige Humorlosigkeit und Spießigkeit unserer Presse-Heinis. Der Schuldkult ist also auch ein Grund für den Niedergang der etablierten Medien. Der normale Deutsche hat genug davon.

Es ist wohl zu anspruchsvoll, Leuten wie Herrn Stöcker zu erklären, daß wir durchaus noch Bock auf Beschäftigung mit der Nazi-Zeit haben, nur eben endlich die Gegenwart davon freisprechen möchten. Ja selbst die Vergangenheit, denn wir können ja noch nicht mal den großen Verdiensten Martin Luthers huldigen, ohne daß irgendwelche Spinner mit Transparenten auf dem Pariser Platz am Kirchentag erscheinen, die sinngemäß sagen, daß Hitler Luthers Ansichten zu den Juden in die Tat umgesetzt hätte.

Aber weiter in Christian Stöckers Anti-AfD-Wahlempfehlung. Ich stelle mal ein paar Punkte zusammen:

Möchten Sie, so wie Björn Höcke, eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“?

Kurz: Finden Sie auch, dass das ganze Erinnern an den von Deutschen verübten industriellen Massenmord jetzt aber mal beendet gehört?

Höcke ist derjenige, der in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald des Holocaust gedenken wollte, aber nicht reindurfte, weil er kein guter Mensch ist. Wer legt hier also dem Erinnern Steine in den Weg? Es sind die selbsternannten „Demokraten“ und „Antifaschisten“!

Es geht nicht um Erinnerung, sondern um Erinnerungspolitik. Und die ist eindeutig pathologisch wie zuvor ausgeführt. Daß die Positionen der AfD möglicherweise das andere Extrem darstellen, heißt nicht, daß man automatisch diese Positionen teilt. Man kann auch die Grünen wählen, ohne ein Fan von Pädophilie zu sein – oder der sogenannten „sexuellen Vielfalt“. Oder eines Sexismus gegen Männer.

Man kann auch die CDU wählen, wenn man gegen die Genitalverstümmelung von Jungen im Namen der Religion ist. An diesem Punkt sind wir ganz überraschenderweise bei einer weiteren Facette des Schuldkultes angelangt. Wir erlauben es verblendeten Juden und Muslimen, die Genitalien ihrer männlichen Nachkommen zu verstümmeln. Gerade Merkel ist ja ein extrem typisches Beispiel für diesen Schuldkult gegenüber den Juden. Stichwort „Staatsräson“ und „Existenzrecht Israels“.

Echte Wiedergutmachung gerät dagegen zuweilen ins Hintertreffen – wenn es z.B. um Zwangsarbeiterrenten geht. Auch das ist eine Absurdität des Schuldkultes: Die symbolische Ersatzbefriedigung.

Zurück zum Folterfragebogen:

Halten Sie diese sogenannte Identitäre Bewegung, die der Verfassungsschutz beobachtet, weil er dort „Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ erkennt, so wie der Münchner AfD-Direktkandidat Petr Bystron für eine „tolle Organisation“?

Ja, der Verfassungsschutz. Das beeindruckt jetzt aber wirklich den gemeinen AfD-Wähler. Auch der Verfassungsschutz ist zuweilen vom Schuldkult erfaßt. Die Identitäre Bewegung mag man gerne kritisieren. Ich fürchte z.B., daß deren Konzept des Ethnopluralismus eher Ethnopurismus bedeuten soll. Jeder lese ihre Stellungnahme zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Wenn ich die lese, erscheinen mir viele etablierte Politiker als die größere Bedrohung.

So mancher wählt auch die Linkspartei, obwohl es dort sicherlich auch einige Leute gibt, die die Hamas oder Fatah als „tolle Organisation“ ansehen.

Eigentlich reicht es jetzt. Man sieht, daß das gesamte Pamphlet des Herrn Stöcker letztlich aus Erbsenzählerei und Doppelstandards besteht. Hier und da werden tatsächlich kritikwürdige Ansichten einzelner AfD-Leute präsentiert, die zwar unangenehm sind, aber letztlich eben doch verhältnismäßig unwichtig. Solch krude Ausreißer findet man auch in anderen Parteien. Nur würde da nie ein Journalist ankommen und fragen: Wollen Sie das wirklich? Wenn Sie AfD wählen, dann finden Sie das alles gut!

Ich finde Alexander Gaulands Stolz über die Leistungen der Wehrmacht in zwei Weltkriegen beispielsweise genauso daneben wie die vielen deutschenfeindlichen Äußerungen von Grünen, SPD oder Linken. „We love Volkstod“ läßt grüßen.

Hier soll übrigens keineswegs die AfD exkulpiert werden. Es gibt tatsächlich dort ein paar krude Ansichten, die ich nicht teile. Sie spielen nur eben bei meiner Wahlentscheidung keine Rolle – weil ich ein intelligenter Wähler bin und weiß, daß die AfD viele positive Programmpunkte hat und Lichtjahre von einer Koalitionsbeteiligung entfernt ist.

Wenn der „Spiegel-Online“-Kolumnist Christian Stöcker ehrlich wäre und auch nur den Hauch von geistiger Unabhängigkeit besäße, hätte er den gleichen Artikel über die Grünen in ihrer Anfangszeit schreiben können. Und in abgemilderter Form auch über jede andere Partei.

Aber der Begriff des Doppelstandards ist leider noch ein Fremdwort für die journalistische Elite.

 

 

PS: Wollen Sie das wirklich?

Michael Gwosdz Vergewaltiger

Nachtrag zur Causa Björn Höcke

Es kann nicht schaden, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, wie verlogen und dumm unsere Presseorgane sind. Daher werde ich gleich den Screenshot eines Kommentars hier abbilden, welcher gelöscht wurde.

Auch Jakob Augstein meldete sich zur Causa Björn Höcke in seiner Kolumne auf „Spiegel Online“ zu Wort. Dort erklärte der Sohn des „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein wortreich, warum die Aussagen seines Vaters zum Holocaustmahnmal in Berlin so ganz anders seien als die Höckes.

Es ist richtig putzig, diese Ausführungen zu lesen, denn der Sohnemann windet sich eifrig, um seinen Vater zu entlasten. Dabei benutzt er Argumentationsfiguren, die ihn als linken Höcke qualifizieren – um es mal sarkastisch zu formulieren. Jedenfalls ist das alles reichlich verdreht und tendenziös.

Zum Beispiel hier:

Es gehört zur widerlichen Provokation der neuen Rechten , dass Höcke, als ihm nach seiner Rede ein Sturm der Entrüstung entgegenschlug, im Internet schrieb, er sei falsch verstanden worden, er habe das alles ganz anders gemeint. Und dann nahmen der völkische Publizist Götz Kubitschek und der Stuttgarter AfD-Chef Jörg Meuthen ihren deutschen Volksgenossen Höcke auch noch unter Berufung auf eine unerwartete Quelle in Schutz: Rudolf Augstein.

Hätte nur noch gefehlt, daß Augstein verlautbart, daß Höckes Unterstützer im Stehen pinkeln oder Modern-Talking-Fans sind. Was an Höckes Stellungnahme „widerlich“ sein soll, erschließt sich mir nicht. Vielmehr ist sie so differenziert und sachlich, wie Höcke eigentlich mal auch öffentlich zu solch einem Thema sprechen sollte – also ohne rhetorischen Maximalismus und ein Nationalstolzieren, das selbst einem wohlmeinenden Patrioten als völlig übertrieben und surreal erscheinen muß.

Weiter bei Augstein, der sich nun auf die Worte seines Vaters in den 90ern bezieht:

Es war der Höhepunkt der langen Debatte über den Bau des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in der Mitte Berlins. Rudolf Augstein war, wie sehr viele andere Zeitgenossen damals, gegen dieses Mahnmal, das ihm wie „eine Verhöhnung des entsetzlichen Grauens“ vorkam. Die Vorstellung, man solle den ermordeten Juden Europas ein steinernes Denkmal setzen, aus dem dann eine weitere Etappe für die Busse der Stadtrundfahrt wird – nächster Halt: sechs Millionen Tote – leuchtete wahrhaftig nicht jedem ein.

Man korrigiere mich, aber „sehr viele“ Gegner dieses Mahnmals habe ich in den 90ern nicht wahrgenommen. Und was ist mit den Touristen in Berlin, die nach Sachsenhausen zur KZ-Gedenkstätte fahren? Auch eine „Verhöhnung des entsetzlichen Grauens“? Diese Polemik Augsteins ist billig. Und sie dient offenkundig der Exkulpierung des lieben Papis.

Augstein schreibt ja sowieso wie ein Muttersöhnchen. Kann man ja bei dieser Gelegenheit ruhig mal feststellen. Zitieren wir ihn noch zweimal:

„Schandmal“, „New Yorker Presse“, „Monstrosität“ – das sind wahrlich keine schönen Formulierungen. Muss da nicht jedem Neurechten geradezu das Herz aufgehen? Nein, Kameraden. Der alte Augstein lässt sich nicht vor euren dreckigen Karren spannen.

Wieder wird Papi verteidigt. Und:

Björn Höcke ist ein Nazi.

Gerade als Linker finde ich es unendlich traurig, wie dumm die heutigen Linken sind, die so unfaßbar schwachsinnig mit Begriffen wie „Nazi“ umgehen. Politik ist ein riesiger Kindergarten geworden, wo die Nichtnazis sich selbst versichern und darüber freuen, daß sie Nichtnazis sind.

Deshalb also mein folgender Kommentar unter dem Artikel:

 

augstein hoecke nazi

 

Ich persönlich bin immer wieder sprachlos, wenn ich wie in diesem Fall mal wieder realisieren muß, daß mein Kommentar nicht freigeschaltet wurde. Mein einziges Verbrechen lautet wohl, daß ich mich häufig deutlich schärfer und pointierter zu Wort melde als der Durchschnittskommentator.

Ausschlußgrund sozusagen: Meinungsfreiheit zu stark beansprucht.

Der neue „Spiegel“-Slogan „Keine Angst vor der Wahrheit“ ist wohl das Dümmste, was dieses Magazin je machen konnte.

Und das wissen die Leute, liebe „Spiegel“-Redaktion.

Björn Höcke und das „Denkmal der Schande“

Ich wohne in Berlin und bin ein großer Freund des Holocaust-Mahnmals. Ich halte es für ästhetisch sehr gelungen und für ein auch global wichtiges Statement zur deutschen Geschichte und zum Thema Genozid. Ich komme aber damit klar, wenn z.B. der Schriftsteller Martin Walser das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas als „fußballfeldgroßen Alptraum“ bezeichnet. Dies mal vorweg.

Gestern hat sich die „Lügenpresse“ leider wieder in einer besonders tumben und plumpen Weise gezeigt. Als ich folgenden Aufmacher auf „Spiegel Online“ las, dachte ich mir sogleich meinen Teil:

Rede in Dresden

Linken-Politiker stellt Strafanzeige gegen Höcke

AfD-Politiker Björn Höcke hat in einer Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal als „Schande“ bezeichnet. SPD, Linke und Zentralrat der Juden sind entsetzt.

Ich las nur diese Zeilen und vermutete bereits, daß sich die Sache bei näherem Hinsehen ganz anders darstellt. Bereits zu Beginn des Artikels stellt sich heraus, daß Björn Höcke Folgendes sagte:

Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.

Das tut schon weh. Sitzen etwa Legastheniker in den Redaktionen? Es ist ja fast schon entwürdigend, hier die Semantik des obigen Zitates zu erklären. Deshalb unterlasse ich dies hier auch. Es ist legitim, die Meinung zu vertreten, daß man einer nationalen historischen Schuld kein Denkmal setzen solle, auch „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein tat dies. Ich halte diese Einstellung für falsch und bezeichne sie im Falle von Björn Höcke als infantilen Burschenschaftler-Nationalstolz. Quasi das Gegenstück zum Schuldkult und zur nationalen Selbstverleugnung der Linken.

Deshalb habe ich es aber nicht nötig, Höckes Worte derart zu verdrehen, wie es nahezu sämtliche Lügenmedien nun tun. Die „Bild“-Zeitung bezeichnet Höckes Vortrag gleich wenig zimperlich als „Nazi-Rede“. Sicherlich ist Höckes gesamte Rede geprägt von einem provokant-emphatischen Bekenntnis zur Nation und von einer schlüpfrigen Rhetorik. Es ist aber trotzdem immer wieder amüsant zu studieren, wie unsere Journalisten ob solch unerhörter Meinungsäußerungen zu heulen beginnen und zu Mutti laufen.

Ohne Frage ist Höckes Rhetorik provokant, wenn er zum Beispiel vom „vollständigen Sieg“ parliert. Unsere angeblich so neutralen und seriösen Journalisten schaffen es aber regelmäßig nicht, auf Leute wie Höcke die Unschuldsvermutung anzuwenden und eben nicht den erstbesten Weg der Nazi-Interpretation zu wählen.

Durch dieses inflationäre Nazi-Narrativ zeigen unsere vermeintlich so integren Medien im Grunde selbst, daß sie den Holocaust verharmlosen und keinerlei Pietät besitzen. Aber wem erzähle ich hier von solchen Ironien? Ist sowieso ein bißchen sophisticated für unser heutiges Talkshow-Deutschland.
 
 
bild hoecke nazi-rede
 
 
Ein gutes Beispiel für die manische Nazi-Exegese liefert wohl einer der größten Demagogen des Real Life, Sascha Lobo. Er bezieht sich in seiner aktuellen Kolumne auf „Spiegel Online“ auf Höckes Wortwahl und schreibt Folgendes:

Ein gutmütiges Volk, durch Heimtücke betrogen, bekannte Begriffe. Mit dieser Analyse von Höcke geht ein Ziel einher, ganz offen kommuniziert: „Wir werden uns unser Deutschland Stück für Stück zurückholen.“ Die Ankündigung, das Land zu verändern also, und zwar „zurück“. Höcke lässt kaum Zweifel daran, welches „zurück“ er genau meint.

Zunächst kann man das „Zurückholen“ ganz neutral, rein politisch-kulturell verstehen. Höcke möchte eben ein selbstbewußtes Deutschland, das nicht dem Schuldkult frönt. Digitalpriester Lobo kann leider aber nur Nazi, wenn es um politische Vorstellungen geht, die nicht links sind. Folglich kann Herr Höcke ureigentlich ja nur unseren Führer mit seinem Nazi-Deutschland zurückholen wollen.

Das ist Exegese nach Lobo-Manier. Besonders intelligent muß man auch nicht sein, um zu folgern, daß Höcke hier nicht ins Dritte Reich zurück möchte, sondern eher symbolisch ins erste und zweite, also zum alten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und zum Kaiserreich von 1871. Vor allem in letzterem herrschte noch eine ungebrochene Identifikation mit der Nation, die sich Höcke so sehr wünscht.

Ich halte Höckes Burschenschaftsnationalstolz und auch seine Rhetorik ein Stück weit für infantil, laufe aber nicht gleich zu Mutti, wenn ich solche Worte höre, sondern erinnere mich daran, daß die Eliten ständig etwas von „Pluralismus“, Vielfalt und Toleranz faseln, wenn es um exotische Weltanschauungen in unserem Lande geht.

So geht es weiter in Lobos Pamphlet, zunächst zitiert er Höcke:

„Bis jetzt ist unsere Geistesverfassung und Gemütszustand immer noch der eines total besiegten Volkes.“ Er spielt damit natürlich auf den Zweiten Weltkrieg an. Aber auch – auf die Zeit danach: „Man wollte unsere Wurzeln roden. Und zusammen mit der dann nach 1945 begonnenen systematischen Umerziehung hat man das dann auch fast geschafft.“ Unter „systematische Umerziehung“ muss hier die „Entnazifizierung“ verstanden werden, die Höcke nicht bloß kritisiert. Er möchte sie umkehren – und zwar besonders das Gedenken an den Holocaust: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Ich halte diese Ausführungen Höckes für übertrieben und zu drastisch, kann ihnen aber nicht einen gewissen Wahrheitsgehalt absprechen. Schmierfink Lobo unterstellt hier Höcke, daß dieser etwas gegen die Entnazifizierung habe, was wohl offensichtlicher Unsinn ist, denn unter „systematischer Umerziehung“ kann man schlicht und einfach auch die geradezu zwanghafte Fixierung der Deutschen auf ihre Schuld verstehen. Es stellt einen Akt außerordentlicher Unlauterkeit dar, wenn Lobo hier Höcke unterstellt, er wolle die Entnazifizierung zurückdrehen.

Außerdem sind die Entfernung von Nazis und Nazi-Gedankengut aus der Gesellschaft und die Entwicklung einer pompösen Schuldkultur zweierlei. Die Deutschen haben sich in erster Linie selbst umerzogen. Gerade linksliberale Historiker haben sich in den Nachkriegsjahrzehnten politisch prostituiert und beispielsweise kontrafaktisch den Ersten Weltkrieg im Sinne des Schuld-Narrativs dargestellt.

Erst in jüngster Zeit stellte sich ein lockererer Blick auf die deutsche Geschichte ein. Auch ich muß bekennen, daß ich vom diffusen Bild der totalen Schuld geprägt bin. Gerade Linke haben diese „Umerziehung“ doch herbeigesehnt und aktiv betrieben, propagieren sie noch heute und pflegen einen regelrechten Selbsthaß.

Man kann hier erstens sehen, daß Sascha Lobo geschichtlich nicht sonderlich beschlagen ist, und zweitens, wie zwanghaft er Höckes Äußerungen tendenziös verdreht und „nazifiziert“.

Noch eine aufschlußreiche Lobo-Passage:

„Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten, weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben […] vielleicht mehr als jedes andere Volk auf dieser Welt, […] wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und so darf es nicht weitergehen.“ Die Menge ist außer sich vor Nationalentzücken.

Wollen Sie das wirklich? Wollen Sie, weil Sie zum Beispiel mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind, einen Mann mit an die Macht bringen, der glaubt, nicht etwa der umgesetzte Holocaust, sondern das deshalb errichtete Holocaust-Mahnmal mache die deutsche Geschichte mies?

Ich persönlich will tatsächlich, daß wir unser eigenes Volk mehr wertschätzen, durchaus auch im Sinne obiger Passage. Der Absatz endet mit einer bösartigen Unterstellung oder zumindest Simplifizierung: Lobo spricht hier Höcke pauschal ab, daß er den Holocaust als Negativum ansieht.

Man kann des Holocaust und anderer Verbrechen durchaus gedenken und trotzdem unserer Nation Wertschätzung entgegenbringen. Bei Linken hat man aber häufig den Eindruck, daß sämtliche deutsche Geschichte vor Hitler quasi minderwertig, entehrt und wertlos sei. Ja daß sie nur ein Vorspiel zum großen Desaster war. Es gibt eigentlich kaum ein politisches oder geschichtliches Thema, das nicht irgendwie mit dem Nazi-Thema aufgeladen und verzerrt wird. Es fehlt die grundsätzliche Einsicht in der politischen Klasse und in weiten Teilen des Volkes, daß es ohne Versailler Vertrag, Weltwirtschaftskrise und andere Zufälle und Schicksalshaftigkeiten nicht zur Nazi-Diktatur gekommen wäre und daß die Deutschen keineswegs geborene Antisemiten und Völkermörder sind.

Allein dieser Gedankengang hat zumindest bei mir den unmittelbaren emotionalen Effekt, daß all die großartigen Dinge, für die Deutschland steht, plötzlich in dem Licht stehen, das ihnen gebührt. Man spürt auf einmal, wie krankhaft dieser nationale Schuldkult ist und was wir alles an kulturellen Leistungen in der Geschichte übertünchen. Bildlich gesprochen geht es letztlich darum, daß sich unsere emotionale Energie wieder mehr von der Nazizeit hin zum Rest der deutschen Geschichte verschiebt. Und daß wir begreifen, daß unser Deutschsein, unsere Identität nicht zwingend mit der Nazizeit verknüpft sind. Ja daß die nachfolgenden Generationen geradezu ein Recht darauf haben, die Nazizeit symbolisch zu entsorgen.

Deshalb muß ich nun nicht gleich wie ein Ami oder Franzose mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend laufen. Es entsteht aber ein wesentlich positiveres Gefühl zu meinem Heimatland – ganz ohne Burschenschaftler-Allüren oder Höcke-Germanistik. Ein Gefühl, das die Nazizeit nicht als paradigmatisch, als Klotz am Bein, als Fußfessel einordnet, sondern als Unfall, von dem wir uns auch wieder freisprechen können. Das Fehlen dieses Gefühls ist leider auch ein Grund für die desaströse „Flüchtlingspolitik“ sowie das Scheitern der Integration gewisser Migrantenkreise.

Diese Ausführungen hier sind auch deshalb so wichtig, weil nämlich genau diese beschriebenen Defizite in unserem Nationalgefühl, diese linke Verklemmtheit und Spießigkeit zu solchen paranoiden journalistischen Fehlleistungen führen, wie sie im Umgang mit AfD, Pegida und allem, was „rechts“ ist, typisch sind. Man denke nur an die „KZ-Rede“ von Akif Pirincci in Dresden. Nun ist es die „Nazi-Rede“ von Björn Höcke.

Höcke gab zu diesem „Skandal“ übrigens folgenden Kommentar ab:

Höcke selbst äußerte sich in einer persönlichen Erklärung zu den Vorwürfen. Die Auslegung seiner Rede in Dresden sei eine „bösartige und bewusst verleumdende Interpretation“. Er wolle mit seiner Rede vielmehr „hinterfragen, wie wir Deutschen auf unsere Geschichte zurückblicken“.

 

 

augstein holocaustmahnmal hoecke

„Breitbart“ – der Hort des Bösen

Jüngst war mal wieder ein naives und schockierendes Stück des sogenannten Qualitätsjournalismus auf „Spiegel Online“ zu besichtigen. Es ging um „Breitbart“, ein „rechtes“ Nachrichtenportal aus den USA. Die Überschrift war in ihrem Tonfall gleich vielversprechend:

Empörung über deutsche Werbung auf rechter Hetz-Seite

„Hetze“ ist ein Prädikat, das heutzutage omnipräsent ist, wenn es darum geht, mißliebige Meinungen außerhalb des linken Spektrums zu denunzieren. So geht’s weiter auf „Spiegel Online“:

Telekom, Vapiano, Lieferheld: Bekannte deutsche Unternehmen werben auf rechten Nachrichtenseiten wie „Breitbart“ – meist, ohne es zu merken. Im Netz wächst nun der Widerstand.

Als ich diesen Aufmacher las, dachte ich gleich an die Rubrik „DDR 2.0″ auf diesem Blog, der ich einen neuen Beitrag zufügen könnte. Da lassen also deutsche Firmen automatisiert Werbung auf einer „rechten Hetzseite“ schalten:

„Breitbart“ hetzt gegen Homosexuelle und Einwanderer und behauptet schon mal, dass Verhütung Frauen unattraktiv mache.

Der geistig etwas minderbemittelte und gesellschaftlich abgehängte „Lügenpresse“-Krakeeler fragt sich bei diesen Zeilen natürlich sogleich, ob das Prädikat „Hetze“ so zutreffend ist oder ob es nicht eher dem verengten Demokratieverständnis des gemeinen Journalisten entspringt.

Ich war dann mal so frech und habe „homosexual“ in die Suchmaske bei Breitbart eingegeben, weil ich mir in meinem naiven Vertrauen in unsere Qualitätsmedien absolut sicher war, nun auf Myriaden von „homophoben“ Texten zu stoßen. So sah das Ergebnis meiner Suche aus, eine Auswahl von „Breitbart“-Artikeln:

Homosexual ‚Marriage‘ Loses Massively in Slovenia

FDA Keeps Ban on Active Homosexuals Donating Blood

Muslim Spokesman: Quran Doesn’t Say to ‚Kill Homosexuals

LGBT Group Threatens Johns Hopkins Over Study on Homosexuality

Bishop Blames Orlando Massacre on ‚Contempt‘ for Homosexuality

Psychiatrist Who Normalized Homosexual Behavior Dies at 83

Powerful Homosexual Group Threatens Christian Colleges

Vielleicht kann man ja auf diese Weise dem gemeinen Journalisten erklären, warum die Bevölkerung den Begriff der „Lügenpresse“ als äußerst probat erachtet. Denn die Suche offenbart ja nun nicht gerade die breitbeinig postulierte „Hetze gegen Homosexuelle“.

Man muß ja nun wirklich bescheuert sein, wenn man angesichts der gegenwärtigen Homo-Ideologie vermeint, die Behauptung, Breitbart „hetze gegen Homosexuelle“, sei auch nur im entferntesten angemessen oder die Realität wiedergebend.

Aber halt! Man muß sich immer wieder klarmachen, daß Anhänger linker Parteien und der Durchschnittsjournalist bei obigen Überschriften tatsächlich „homophobe“ Umtriebe am Werk sehen, wenn nicht gar ein Welthomophobikertum, das es auszurotten gelte. Für diesen Menschenschlag ist es wohl schon „homophob“, wenn man die Wahrheit über Homosexuelle schreibt. Oder wenn man darauf hinweist, daß die Homo-Ehe in Slowenien massiv an Zustimmung verliert.

Besonders amüsant ist die obige Meldung „Muslimischer Sprecher: Koran empfiehlt nicht die Tötung von Homosexuellen“. Denn hier zeigt sich indirekt, daß „rechte Hetzseiten“ wie Breitbart angesichts des intoleranten und tatsächlich schwulenfeindlichen Islam sehr wohl am Wohlergehen von Homosexuellen interessiert sind.

Gehen wir noch die restlichen Suchergebnisse durch:

    Eine amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) verbietet weiterhin Blutspenden durch aktive Homosexuelle

Ist diese Meldung „homophob“? Sicherlich! Denn Breitbart will hier vermutlich Schwule stigmatisieren. Daß deren promisker Lebensstil nicht gerade gesundheitsförderlich ist, ist zwar ein objektives Faktum, manchmal ist aber auch die Wahrheit diskriminierend.

    LGBT-Gruppe droht der Hopkins-Universität wegen einer Studie über Homosexuelle

Hmm. Homophob? Ja. Denn hier könnte der Eindruck entstehen, daß nicht so angenehme Fakten über Homosexualität publiziert werden, was die moderne Inquisition des Gutmenschentums natürlich zu verhindern weiß. „Toleranz“ geht schließlich vor Wahrheit.

    Bischof macht Verachtung für Homosexuelle für das Massaker von Orlando verantwortlich

Dieser Breitbart-Artikel ist besonders belustigend, da hier ein katholischer Bischof aus Florida postuliert, daß die Schwulenfeindlichkeit in der katholischen Kirche dazu geführt habe, daß ein radikalisierter Moslem ein Blutbad in einem Schwulenclub angerichtet hat.

Ich erinnere hier noch einmal eindringlich daran, daß eine Jury das Wort „Gutmensch“ zum Unwort des Jahres erklärt hat. In dem exorbitant schwulenfeindlichen Breitbart-Artikel steht auch noch dies:

Basing itself on Sacred Scripture, the Catholic Church teaches that homosexual acts are “intrinsically disordered” but that homosexual persons “must be accepted with respect, compassion, and sensitivity” and that every “sign of unjust discrimination in their regard should be avoided.”

Das nennt man eben Journalismus. Breitbart zeigt hier sehr gekonnt, wie verlogen und dumm der erwähnte Bischof ist – und daß in Sachen Homosexualität selbst katholische Kirche und Islam Welten trennen. Der nächste Suchtreffer:

    Psychiater, der Homosexualität normalisierte, stirbt mit 83

Hinter dieser Überschrift verbirgt sich ein sehr informativer Artikel über die politische Entscheidung, Homosexualität zu naturalisieren. Es wird auf den Druck hingewiesen, den radikalisierte Schwule auf Psychiater in den USA ausübten. Diese Hintergründe will heute natürlich niemand wissen, da man sonst leicht als „homophob“ bezeichnet werden könnte. Es macht einen schon wirklich ratlos, wenn man bemerkt, wie wenig Menschen die totalitären Strukturen unserer Gesellschaft durchschauen, die mithilfe von Inquisitionsvokabeln wie „homophob“, „frauenfeindlich“, „sexistisch“ oder „rassistisch“ aufrechterhalten werden.

    Mächtiger Homo-Verein droht christlichen Colleges und Universitäten

Auch hier geht es um radikale Homosexuelle, die christliche Bildungseinrichtungen an den Pranger stellen, weil sie nicht der Homo-Agenda folgen.

Liebe Journalisten, in Demokratien darf man Homosexualität durchaus kritisch betrachten und hinterfragen. Das heißt noch lange nicht, daß man „homophob“ ist oder „Hetze“ betreibt. Es gibt sogar mehr als genug Indizien für einen pathologischen Charakter der Homosexualität. Es versteht sich von selbst, daß man diese Dinge im gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima nicht einfach so ansprechen kann.

Dies wird wohl erst gelingen, wenn man begriffen hat, daß der ethische Umgang mit Homosexualität und die Frage nach der Ursache selbiger, zwei verschiedene Komplexe sind. Man muß geistig wirklich schon sehr betäubt sein, wenn man nicht all die Hinweise auf einen pathologischen Charakter der Homosexualität realisiert.

Da Gutmenschentum und politische Korrektheit aber nunmehr das Zeitalter der Aufklärung beendet haben, sei hier noch einmal versichert, daß der Autor dieser Zeilen keinerlei Probleme mit Homosexuellen hat und es für wünschenswert erachtet, daß selbige sich angstfrei und legal im öffentlichen Raum bewegen können.

Eine Pathologisierung der Homosexualität ist durchaus mit Toleranz vereinbar.

Bleibt festzuhalten, daß Breitbart weder gegen Homosexuelle hetzt noch gegen Migranten, wie es die Eiferer von „Spiegel Online“ dreist behaupten. Als ich die Breitbart-Seite zwecks Recherche aufsuchte, fand ich auf der Hauptseite auch zufällig einen Artikel über Einwanderer bzw. Flüchtlinge, an dessen genauen Inhalt ich mich aber nicht mehr erinnere. Ich hoffe, man nimmt mir ab, daß er nicht „fremdenfeindlich“ war, sondern einfach nur unliebsame Fakten über Migration ansprach.

Manchmal hat man den Eindruck, unseren Journalisten täte mal ein Besuch in der Psychiatrie gut, wo man sich auf paranoide und psychotische Seelenzustände spezialisiert hat. Sie begreifen einfach nicht, was Meinungsfreiheit ist. Sie begreifen auch nicht, daß Einwanderung negative Effekte haben kann und daß man es durchaus auch für erstrebenswert halten kann, daß nationale und kulturelle Identitäten eine gewisse Stabilität aufweisen.

Nachdem ich mir für die Recherche zu diesem Artikel das erste Mal „Breitbart“ etwas näher angeschaut habe, freue ich mich darüber, daß das hohe Gut der Pressefreiheit durch diese Seite auch konkret mit Leben erfüllt wird. Auch wenn ich selbst nicht konservativ eingestellt bin. Auch wenn ich mir bewußt bin, daß diese Seite sicherlich auch christlichen Fundamentalisten und der Waffen-Lobby huldigt.

Andere Printmedien huldigen dem Feminismus oder hetzen gegen den weißen, heterosexuellen Mann. Und sie lassen sich ihre Arbeit durch Werbebanner diverser Firmen bezahlen. Darüber habe ich noch nie etwas Kritisches auf „Spiegel Online“ gelesen.

Der hier inkriminierte Hetz-Artikel gegen Breitbart verlinkt übrigens noch auf einen älteren Text auf „Spiegel Online“. Dort steht unter anderem dies:

Bannon übernahm die Plattform 2012 […] und machte aus einem obskuren Hass-Sammelbecken das mittlerweile meistbeachtete Hass-Sammelbecken der USA.

Und dies:

Fremdenhass, LGBTQ-Hass, Frauenhass, Rassismus finden bei „Breitbart“ ungefiltert Ausdruck.

Auch hier werden keine Belege geliefert. Und auch hier überkommt einen wieder das beklemmende Gefühl, wie dumm unsere Journaille doch sein muß, daß sie die psychologischen Strukturen hinter den obigen Mode-Wörtern nicht hinterfragt geschweige denn durchschaut.

Zu guter Letzt aber noch etwas Positives. Ich hatte nämlich auch einen Kommentar zum erstgenannten Breitbart-Artikel verfaßt, der sogar durchgekommen ist:

 

breitbart-spiegel-online

 

Ich möchte hiermit auch einen Beleg dafür liefern, daß „Spiegel Online“ durchaus auch mal Kommentare von mir durchläßt. Leider ist dies immer noch viel zu selten der Fall. Der gemeine Journalist könnte sich auch mal fragen, warum man sich eigentlich bereits vor der Recherche so sicher sein konnte, daß die „Hetze“-Vorwürfe gegen „Breitbart“ mit hoher Wahrscheinlichkeit der Paranoia und Angepaßtheit der „Spiegel Online“-Redaktion entspringen.

Es wird schon seinen Grund haben, warum die Leser „Spiegel Online“ immer weniger goutieren und die Klickzahlen zurückgehen.

Die dortigen Journalisten dürfen ja gerne für ihren eigenen Gewissenshaushalt schreiben und sich in einer Therapiegemeinschaft des eigenen Weltbildes versichern.

Solch ein journalistischer Solipsismus wird in einer Marktwirtschaft allerdings am Geldbeutel scheitern.

Bleibt dann nur noch die Bitte der Pressekonzerne an den Staat, das „hohe Gut der Pressefreiheit“ mit öffentlichen Geldern zu unterstützen, um die Medien vor einem bösen Erwachen aus ihrem journalistischen Autismus zu bewahren.

Was tun unsere Medienvertreter nicht alles, um der Wahrheit nicht ins Auge sehen zu müssen.

Bob Dylan, der Nobelpreis und die Lügenpresse

Gestern ging die Meldung über den Äther, daß Bob Dylan den Literaturnobelpreis verliehen bekommt. Ich las dann auf „Spiegel Online“ den Artikel über die angeblich zehn besten Dylan-Lieder. Diese lauten übrigens wie folgt:

1. Blowin‘ In the Wind
2. Don’t Think Twice, It’s All Right
3. The Times They Are A-Changin‘
4. Mr. Tambourine Man
5. Subterranean Homesick Blues
6. Like A Rolling Stone
7. Visions Of Johanna
8. Most Of The Time
9. Knocking On Heaven’s Door
10. Thunder On The Mountain

Ich dachte mir nun, daß ich auch mal meinen Senf dazu schreiben könnte. Ich war nicht im Kampf-Modus und darauf aus, einen besonders kritischen Kommentar zu schreiben. Es gab ja auch nicht wirklich etwas zu kritisieren, da kein Bereich der politischen Korrektheit berührt war. Ich war lediglich sichtlich stolz darauf, daß ich als Kind der 80er Jahre immerhin sieben der zehn Dylan-Songs kannte. Ich schrieb also einen humorvoll und ironisch angehauchten Kommentar und bildete mir ein, daß man doch bei solch einem leichten und unernsten Thema ein bißchen Milde in der Zensurbehörde bei „Spiegel Online“ walten lassen könnte. Hier mein Kommentar:

 

bob-dylan-nobelpreis-spiegel-online

 

Bob Dylans Musik gehört ja zum Folk-Genre. Und den kleinen Scherz mit der Lügenpresse könnte man doch mal durchgehen lassen. Ist man bei „Spiegel Online“ nicht fähig zu Selbstironie?

Es gibt schlimmere Fälle von Zensur. Dieser Screenshot kann aber vielleicht veranschaulichen, wie verklemmt und spießig man doch bei „Spiegel Online“ sein muß, wie wenig Größe man dort hat. Zu meiner nicht unerheblichen Überraschung wurde mein launiger Kommentar aussortiert.