Schlechter Start für „Hier spricht die Lügenpresse“

Vor kurzem erschien auf dem Medien-Portal Meedia ein lustiger Artikel. Darin wurde auf eine neue Webseite aufmerksam gemacht. Ihr Name: „Hier spricht die Lügenpresse“. Ein selbstironischer Titel.

Amüsant ist der Artikel deshalb, weil darin Journalisten zu Wort kommen, die doch tatsächlich unglücklich sind über die „pauschalisierenden“ Lügenpresse-Vorwürfe und deshalb nun mit der neuen Webseite in die Gegenoffensive gehen wollen. Überhaupt ist es ja eine große Gaudi, wie die Vertreter der etablierten Medien vehement bestreiten, „Lügenpresse“ zu sein, und dabei ganz mitleidig winseln.

Man fragt sich dann immer wieder, wie tief Menschen eigentlich sinken und sich selbst belügen können. Man macht sich unvermeidlich tiefenpsychologische Gedanken und wird zum Seelendoktor. Man könnte ja mittlerweile eigentlich durchaus mal einen Blick auf Blogs im Internet werfen und sich dort über die zahlreichen Manipulationen, Doppelstandards und handfesten Lügen informieren, die heutzutage die Berichterstattung ausmachen. Leben diese weinenden Journalisten eigentlich im Sandkasten?

Im Rahmen der Feminismuskritik gibt es beispielsweise seit vielen Jahren zahlreiche Blogs und Seiten, die unermüdlich die feministischen Lügen in unserer Gesellschaft dekonstruieren, handele es ich nun um die Lügen über häusliche Gewalt, Lohndiskriminierung oder „gläserne Decken“. Ich erwähne hier noch die Causa Pirincci und die „KZ-Rede“ oder die Manipulationen der „Tagesschau“ im Zusammenhang mit einer Pro-Refugee-Demo in Berlin.

Eigentlich kann man nur noch Mitleid mit Journalisten wie dem „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer haben, die nicht begreifen, daß sie genauso linksverblödet sind, wie die „Springer“-Presse zu Dutschkes Zeiten rechtsverblödet war. In dem Meedia-Artikel steht auch Folgendes:

In Videobotschaften berichten bislang 20 Journalisten darüber, wie ihr Berufsstand von „einigen, wenigen Lauten pauschal verurteilt wird“. Die Lügenpresse-Vorwürfe seien mittlerweile überall, im Fußball-Stadion, im Stadtgespräch, sogar im Familienkreis.

„Die Internet-Seite Lügenpresse.de ist schwarz-weiß, so wie die Sichtweise der Lügenpresse-Schreier. Vielleicht schauen auch diese Pauschal-Verurteiler neugierig auf unserer Seite vorbei, sehen unsere (farbigen) Videos und erkennen, dass das Leben bunt ist“, erklären die Verantwortlichen der DDV Mediengruppe auf der Webseite.

Die Wahrheit tut weh, also versucht man sich einzubilden, daß „einige, wenige pauschal verurteilen“. Man hat also offenbar noch nicht begriffen, wie tief die Gräben zwischen einfachem Bürger auf der einen Seite und Medien/Politik auf der anderen Seite mittlerweile sind. Ich habe selbst einmal auf einer Pegida-Demo mit einem Journalisten gesprochen, der genauso entrüstet war und mir mitteilte, daß es doch total infantil sei, der Presse eine umfassende Lügenhaftigkeit vorzuwerfen. Ich sagte ihm daraufhin freundlich, daß es lediglich um die Themen der Politischen Korrektheit geht und daß man durchaus differenzieren kann.

So würde wohl niemand leugnen, daß in den etablierten Medien auch andere Meinungen zu Wort kommen. Bei der Lügenpresse arbeit(et)en ja auch Menschen wie Henryk M. Broder, Matthias Matussek, Bettina Röhl oder Michael Klonovsky. Wobei man für die Feminismuskritik eigentlich sagen muß, daß hier lange Zeit wirklich Totenstille herrschte. Die Tabuisierung und Abwehrhaltung sind hier noch einmal deutlich stärker als bei den Themen Islamkritik, Migrantengewalt, Asylmißbrauch etc.

Das Ausmaß der Verlogenheit, Tendenziosität und Realitätsverleugnung ist dennoch exorbitant – trotz dieser kleinen Schattierungen. Es geht eben um’s große Ganze. Um die gesellschaftliche Atmosphäre. Die wenigen Journalisten, die aus der Reihe tanzen, bilden eben einen krassen Kontrast zur Durchschnittsberichterstattung. Und diese Journalisten sind meist erfahrene Haudegen, eigene Marken, nicht repräsentativ. Noch dazu ständig der Gefahr der Ächtung ausgesetzt. Oder der Zensur, wenn z.B. eine Claudia Roth nicht mit dem ihr ungefähr zweitausendfach geistig überlegenen Henryk M. Broder in einer Talkshow sitzen möchte.

Psychologisch gesprochen versucht sich die Journaille in der aktuellen Debatte mit billigen Abwehrmechanismen aus der Affäre zu ziehen, indem die Argumente der Kritiker simplifiziert und entstellt werden. Die „Lügenpresse“ tut also genau das, was sie bestreitet. Sie ist unfähig, sich selbstkritisch und redlich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen. Hinzu kommt das Momentum der Dämonisierung der Kritiker, welches letztlich ja auch eine Simplifizierung darstellt. Denn die Leser, die sich nun in Scharen auf unabhängige Blogs und Seiten wie die „Junge Freiheit“ stürzen, sind natürlich alle „fremdenfeindlich“. Sie kommen zwar gut mit kulturnahen und integrationsfreudigen Ausländern klar, „fremdenfeindlich“ sind sie irgendwie trotzdem. Um nicht zu sagen „rechts“, „islamophob“ und „frustriert“.

Sie sind also irgendwie doof, nicht so „weltoffen“ wie der gemeine Journalist. Hier finden psychologisch praktisch die gleichen Prozesse statt wie in Diktaturen. Mit dem Unterschied, daß Demokratien beweglicher sind und es letztlich strukturell zulassen, daß sich die verfemte Meinung irgendwann doch durchsetzt.

Das haben wir übrigens alles schon einmal erlebt. Diese Prozesse kennen wir bereits aus den 60er Jahren, als konservative und autoritäre Strukturen kritisiert wurden. Heutige Journalisten müssen einfach noch begreifen, daß diese Dinge genauso gut auch andersherum ablaufen können. Heute läuft das Pack nicht auf irgendwelchen Anti-Vietnamkrieg-Demos herum und will die sexuelle Befreiung. Die heutige Mischpoke läuft eben auf Demos herum, die „rechts“ sind – so wie das in Demokratien eigentlich auch vorgesehen ist. Sie demonstrieren ganz überwiegend friedlich und protestieren gegen das Establishment, welches heute ohne Zweifel links ist.

Heute begehrt man nicht gegen verkrustete konservative und autoritäre Strukturen auf, sondern gegen verkrustete linke Strukturen und Denkverbote. Man kann das Land nämlich auch mit linker Ideologie überziehen. Mit einem weltfremden Gutmenschentum, einer als Tugend verstandenen nationalen Geringschätzung. Kurzum: Was Konservative zur Adenauerzeit konnten, das können Linke natürlich genauso auch andersherum.

Ironischerweise gibt es Fotos von Demonstrationen der 60er Jahre, auf denen Transparente mit „Lügenpresse“-Vorwürfen zu sehen sind. Damals hatte dieses Wort noch keine Jury von Sprachpolizisten verboten.

Ich muß gestehen, daß ich mir die Videos auf „Hier spricht die Lügenpresse“ nicht angeschaut habe. Man kennt ja die Haltung vieler Journalisten. Ich habe mich aber mal auf die Facebook-Seite verirrt und dort folgenden Kommentar hinterlassen:

hier spricht die lügenpresse

Jetzt ist es natürlich etwas suboptimal, wenn man sich von „Lügenpresse“-Vorwürfen reinwaschen will und dann gleich beherzt Meinungsäußerungen löscht, die einem nicht passen. Irgendwie muß man den Machern dieser Seite noch erklären, wie man sich möglichst souverän und demokratisch gebärdet.

Ich kann übrigens versichern, daß der Respekt vor Zeitungen und allerlei Print-Medien steigt, wenn man auch unliebsame Kommentare veröffentlicht – selbst wenn der entsprechende Artikelschreiber dann etwas schlecht wegkommt.

Bleibt festzuhalten, daß es mit der Selbstironie der „Hier spricht die Lügenpresse“-Seite noch etwas hapert. Momentan steht der selbstgewählte Titel eher noch für die bittere Wahrheit.

Pegida = NPD

Gestern auf „Spiegel Online“:

pegida npd

Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Oder doch?

Der Mann auf dem Foto ist der verunglückte NPD-Politiker Stefan Jagsch. Warum wählt man nun ausgerechnet ein Bild, das Jagsch auf einer Pegida-Demo zeigt?

Vornehmlich links wählenden Journalisten muß man immer wieder erklären, daß Pegida, AfD, NPD und rechtsextreme Brandstifter keinen „rechten“ Einheitsbrei darstellen, sondern durchaus differenzierbar sind. Es ist jedenfalls immer wieder erstaunlich, wie wenig z.B. die Gutmenschen von „Spiegel Online“ – Georg Diez, Sascha Lobo, Margarete Stokowski und Jakob Augstein – fähig sind, die Unschuldsvermutung anzuwenden und Fairneß walten zu lassen.

So wissen sie vermutlich nicht, daß sich der Münchner Pegida-Ableger deutlich von rechtsextremen Mitläufern distanziert hat oder daß man sich in NPD-Foren über die Israelfahnen auf Pegida-Demos mokiert.

Der linke Totalitarismus in unserem Land hat erschreckende Ausmaße angenommen. Mit primitivsten Mitteln werden andere Meinungen dämonisiert, simplifiziert und verzerrt. Alle entlastenden Momente werden stillschweigend ignoriert – so z.B. der hohe Migrantenanteil unter den AfD-Wählern in Baden-Württemberg.

Ehrlicherweise muß ich eingestehen, daß mir zuerst gar nicht aufgefallen ist, daß das Foto oben den NPD-Mann abbildet. Ich nahm an, daß es ein beliebiges Bild einer Pegida-Demo ist und einfach nur als allgemeine Illustration für „böse Rechte“ – also auch die NPD – herhalten muß.

Die ursprünglich vermutete Manipulation fällt also etwas schwächer aus. Dennoch muß man hervorheben, wie sehr die Medien nur danach gierten, bei Pegida-Demos bekannte Neonazis oder NPD-Leute zu sichten und zu präsentieren. Dies erlebte ich zum Beispiel auf einer der ersten „Bärgida“-Demos in Berlin, wo ich an sich nur vernünftige Leute traf – auch aus dem linken Spektrum – und wo später in den Medien stolz präsentiert wurde, daß ein bekannter NPD-Mann aus Ostberlin sich dort kurz hatte blicken lassen. Das mußte ich in der Zeitung lesen, denn mitbekommen hatte ich davon nichts. Der Mann war für die Demo völlig irrelevant.

Obiges Foto ist also doch kein so schwerer Fauxpas, aber dennoch ein Beweis dafür, wie paranoid unsere Journalisten sind und daß sie gerne ein „schönes“ Bild von lupenreinen Fremdenfeinden zeichnen.

Die „Taz“ dreht völlig durch

Wenn ich als besorgter und rechtschaffener Bürger AfD wähle oder Pegida-Demos besuche, dann tue ich das also in Nachfolge des industriellen Massenmords an den Juden.

Und wenn ich Fahrrad fahre, Cornflakes esse oder Grün wähle? Tue ich das dann auch „in der Nachfolge des industriellen Massenmords an den Juden“?

Zu diesem schwachsinnigen „Taz“-Kommentar fällt einem wirklich nichts mehr ein. Im übrigen brennen die wenigsten Asylunterkünfte, während sie schon bewohnt werden. Da scheint bei den heutigen Brandstiftern doch eine wesentlich ausgereiftere Ethik vorhanden zu sein als bei den Nazis im Dritten Reich.

„Dunkeldeutschland“ ist in diesen Zeiten in einem Zustand, der einem Autor solcher provokanten Zeilen sofort abverlangt, sich brutalstmöglich von rechtsradikalem Gedankengut zu distanzieren. Humor und Sarkasmus sind nicht die Paradedisziplinen linker Gutmenschen.

Die Taz-Lusche, die den oben abgebildeten Text verfaßt hat, heißt übrigens Ambros Waibel und hat vermutlich noch nie den Gedanken gehegt, daß man es auch Haßkommentare nennen könnte, wenn man AfD-Politiker als Irre, Dumpfbacken oder Schande für Deutschland bezeichnet, wie dies ranghohe Politiker bereits getan haben.

Natürlich lehne auch ich es ab, Flüchtlingsunterkünfte zu beschmieren oder anzuzünden. Was aber hat AfD-Wählen oder Pegida-Demonstrieren mit dem Holocaust zu tun? Die Antwort bleibt Ambros Waibel natürlich schuldig. Er zeigt aber schön das, was ich als Holocaustmasochismus bezeichne. Also das zwanghafte Kontextuieren der Gegenwart mit den Verbrechen der Nazi-Zeit.

Dieses Blog heißt „Lügenpresse“. Es bleibt uns leider nichts anderes übrig, als die immer absurderen Fehlleistungen der sogenannten Qualitätspresse hier zu dokumentieren. Möge dies dazu führen, daß diese Zeitungen sämtlich eingehen und ein immer größeres Bewußtsein für die Verlogenheit und Dummheit des Durschschnittsjournalisten entsteht.

Mehr kann man leider nicht tun, als die ausgemachte Idiotie heutiger Journalisten zu archivieren. Jetzt muß der Leser ganz tapfer sein, denn gleich kann er ein schönes Beispiel für die Paranoia von Linken studieren. Es geht um die Zahl von Brandanschlägen auf Asylantenheime 2016:

Spiegeln die Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung also einen, wie Jürgen Roth es formuliert, „genetischen Fingerabdruck“ wider: eine Kontinuität nationalsozialistischer Ideologie und krimineller Energie, die sich durch die Geschichte der Bundesrepublik (und auf andere Art auch der DDR) verfolgen lässt?
Und zweite Frage: Sind die Anschläge von Nazikadern geplant oder entstehen sie spontan aus der daueralkoholisierten Öde des Landlebens?
Man wird jedenfalls sagen müssen, dass die von der Polizei kaum einmal dingfest zu machenden TäterInnen einen höchst wirkungsvollen Guerillakrieg entfesselt haben – gerade im Vergleich zu den schon sprichwörtlich unsichtbaren Aufständen der Linken.

Ja, die Linksextremen. Völlig unsichtbar. Oder meint Herr Ambros normale Linke, die gewaltfrei protestieren sollten? Ich wünsche jedenfalls solch einem Schundblatt wie der „Taz“ den baldigen Untergang. Da war das „Neue Deutschland“ in der DDR ja objektiver und ausgewogener.

Noch ein bißchen Paranoia gefällig? Bitteschön:

Sehen sich inzwischen doch nicht nur die Volksparteien, sondern auch Teile (Boris Palmer, Sahra Wagenknecht) des linksliberalen Spektrums veranlasst, die Forderungen der verbrecherischen Brandstifter und ihrer legalen Alternative für Deutschland auf- und entsprechend „hart durchzugreifen“, wie es Freiburgs Bürgermeister Dieter Salomon für die jederzeit zu identifizierenden kriminellen Migranten verlangt.

Was würden wohl Boris Palmer und Sahra Wagenknecht zu diesen Zeilen sagen? Dieser Schwachsinn ist derartig exorbitant, daß ich hier genauere Argumentationen unterlasse. Das mag hochnäsig sein oder totalitär anmuten. Man erklärt aber auch keinem Orang Utan die Relativitätstheorie.

Halten wir fest, daß Ambros Waibel eine geistige Verbindung zwischen AfD und rechtsextremen Brandstiftern sieht. Er könnte mal die Programme von AfD und Pegida studieren – welche aber dummerweise nicht dem Schema linker Paranoia entsprechen. Ich bin mir zudem sicher, daß die Brandanschläge auf Asylbewerberheime schlagartig abnehmen würden, wenn dem Volk von der Bundesregierung ein glaubwürdiger Ausweg aus dem Asylwahnsinn gezeigt würde, eine Perspektive, kein dumpfes „Wir schaffen das“.

Und schlußendlich noch mal das eingangs gezeigte Zitat im Kontext:

Gefragt, ob er die Sache mit dem Rechtsextremismus nicht zu deutschzentriert sehe, sagte Roth dann noch etwas so Naheliegendes wie Verdrängtes: Deutschland ist das Land des Holocaust.
Wer hierzulande für Pegida auf die Straße geht, wer AfD wählt, wer Hasskommentare in sozialen Medien schreibt, wer Unterkünfte für vertriebene Menschen anzündet, der tut das in der Nachfolge des industriellen Massenmords an den Juden. Das muss man wissen.
Heute vor 71 Jahren wurden die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz von der Roten Armee befreit.

Jetzt erinnere ich mich auch wieder daran, daß in Deutschland der Holocaust passierte. Hätte ich fast vergessen.

Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, AfD-Wählen und mit Pegida Demonstrieren sind in Deutschland also besonders schlimm, weil hier der Holocaust stattfand. Da werden sich unsere Nachbarn freuen über diesen unverhofften moralischen Bonus.

Mich dünkt, daß solche neurotischen Nazi-Hypochonder wie der Taz-Autor einen wesentlichen Anteil daran tragen, daß Deutschland solch eine völlig irrationale „Flüchtlings“-Politik betreibt. Man braucht nicht viel Grips, um die tiefenpsychologische Dynamik der Politik Angela Merkels zu verstehen, die die Sicherheit Isreals zur Staatsräson erklärte und die Kinderrechte auf dem Altar der jüdischen (und muslimischen) Genitalverstümmelung opferte.

Vielleicht wäre es ja doch nicht die schlechteste Variante, wenn wir Deutschen den Holocaust einfach vergessen würden. Dann wären wir womöglich dazu fähig, eine wesentlich konstruktivere und realistischere „Flüchtlings“-Politik zu betreiben, die anerkennt, daß viele Flüchtlinge keineswegs ohne Alternative sind, vor allem aufgrund völlig unrealistischer Vorstellungen nach Deutschland kommen und daß gerade das infantile „Refugees-Welcome“-Geplärre einen nicht unerheblichen Anteil an den Schleuser-Profiten und Toten im Mittelmeer hat.

Mögen die Genossen und Käufer der Taz zur Besinnung kommen, damit dieses peinliche Blatt endlich verrecken möge.

Die Berliner Zeitung und die Pegida-Hymne

Neben „Zeit Online“ und „Spiegel Online“ zählt auch die „Berliner Zeitung“ zu den Medien, die wohl am beherztesten Kommentare löschen oder ganze Accounts sperren, wenn man das Recht auf Meinungsfreiheit zu nutzen gedenkt.

Kürzlich erschien auf dem Online-Portal der „Berliner Zeitung“ ein Artikel über die neue Pegida-Hymne „Gemeinsam sind wir stark“. Ich kannte das Lied bisher nicht und habe es mir auch später nicht angehört. Ich kann mir auch gut vorstellen, daß es kein besonderes Glanzstück der Musikgeschichte ist. Etwas irritiert war ich aber trotzdem über den hetzerischen und verächtlichen Ton, den der zuständige Redakteur anschlug:

Mit Pegida auf ins Lala-Land: Die Islamfeinde haben jetzt eine eigene Hymne. Herausgekommen ist eine Überdosis Kitsch mit einer Prise Hobbykeller-Keyboard. An diesem Schund ist nur eine Sache wirklich gut: Hohn und Spott der Netzgemeinde.

Hohn und Spott der „Netzgemeinde“ treffen zuweilen auch öffentlich-rechtliche Medien oder die „Lügenpresse“. Ist das jetzt eine neutrale Berichterstattung oder schon ein Kommentar?

Man kann ja von mir aus denken, was man will, über dieses Stück Musik. Warum aber ziert man sich, folgenden Kommentar von mir zu veröffentlichen?

pegidahymne

Natürlich sind meine Äußerungen zur Demokratiekompatibilität des Islam etwas ironisch, wenngleich natürlich durchaus sich selbst als Moslems verstehende Menschen vorstellbar sind und existieren, die in Einklang mit demokratischen Werten leben.

Ist mein Kommentar „Hetze“? Ein „Hate-Crime“? Justiziabel? Was stimmt an diesem Kommentar nicht? An dieser Stelle muß man darauf hinweisen, daß verschiedene Online-Medien unter ihren Artikeln zur Asylkrise oder über Migranten-Themen eine Art Selbstrechtfertigung dafür abbilden, daß zu diesen Themen nicht mehr diskutiert werden darf. Man erhalte nämlich allerlei destruktive und verächtliche Kommentare, was ich durchaus glauben mag.

Nun spart der obige Artikel ja auch nicht an Verächtlichkeit. Auch viele feministische Blogs klagen immer wieder über Kommentare voller „Hate Speech“. Diese Dinge muß man erwähnen, da man mit dieser Rhetorik vor sich selbst und der Welt geheimhält, daß unzählige sachliche Kommentare der sogenannten „Hate Speech“ gegenüberstehen und nie veröffentlicht werden.

Die vollmundige Behauptung meinerseits, ich sei auch ein Pegida-Demonstrant, ist freilich insofern zurechtzustutzen, als ich nur an einer der ersten Demos in Berlin teilgenommen hatte. Ich wäre gerne öfter hingegangen. Das Demonstrieren ist in Zeiten von Linksextremisten und „Deutschland-verrecke“-Gutmenschen allerdings nicht allzu erbaulich.

In meinem Kommentar spreche ich sarkastisch von „geistiger Brandstiftung“, denn kaum jemand der „seriösen“ Journalisten stellt einen Zusammenhang her zwischen den Angriffen auf AfD-Büros und -Mitglieder und der ausgesprochenen Hetzrhetorik seitens der etablierten Politiker, die von „Pack“, „Dumpfbacken“, „Nazis“ und dergleichen reden.

Eigentlich geht es in diesem Beitrag nur darum, sich zu vergegenwärtigen, was für Strukturen in unseren Medien vorherrschen, daß obiger Kommentar von mir nicht freigeschaltet wurde. Dabei handelt es sich gewissermaßen noch um ein verhältnismäßig harmloses Beispiel. Sicherlich können auch viele andere Leser über deutlich gravierendere Fälle von Zensur und Willkür berichten.

Abschließend seien noch ein paar Passagen des Artikels aus der „Berliner Zeitung“ zitiert, die den Gesinnungs- und Gutmenschenjournalismus verdeutlichen, der in bezug auf Pegida und AfD vorherrscht.

Rechtschreibfehler, selbstgebastelte Galgen, Hassparolen hier, Hetzkommentare dort: Mit alledem fanden die besorgten Montagsmärschler von Pegida bislang nicht so recht Gehör. Nun ziehen sie weitere Register: Eine neue Hymne soll es jetzt richten.

Kurz vor Weihnachten haben Organisatoren der islamophoben Aufmarschierer ein Musikstück zum Download bereitgestellt.

Es folgt ein wenig „Humor“. Man denke dabei an den Vorwurf der Schlichtheit und Einfalt, der den gesamten Artikel durchzieht:

„Gemeinsam sind wir stark“: Die einende Kraft der Musik wird beschworen, um die Welt zu retten. Die ganze Welt? Nicht ganz. Das Abendland reicht den Pegidisten bekanntlich. Genauso konsequent anspruchslos sind die besorgten Montagsmärschler dann auch, was die Qualität ihrer neuen Hymne betrifft.

Zur Untermauerung meiner Behauptung, daß die meisten Politikerverlautbarungen zu AfD und Pegida schlicht bis dümmlich seien, sei hier noch ein Cartoon präsentiert, der mir hoffentlich recht gibt. Leider kann ich nur darauf verlinken, da er kostenpflichtig ist. Es handelt sich um ein Werk von Götz Wiedenroth, der zu den wenigen Satirikern gehört, die diesen Namen noch verdienen, weil er keine systemkonforme und gefällige Propaganda betreibt wie z.B. die „Heute-Show“ im ZDF. In seinem Cartoon stellt Wiedenroth auf entlarvende Weise zwei Äußerungen zweier bekannter SPD-Politiker nebeneinander.

Willy Brandt sagte 1985 dies über den CDU-Politiker Heiner Geißler:

Geißler ist der schlimmste Hetzer seit Goebbels im Land!

Ralf Stegner meinte im November 2015 dies:

Also ich als wacher und politisch interessierter weltoffener Mitbürger muß sagen, daß ich den Goebbels-Vergleich von Brandt für wesentlich deplatzierter halte als den von Lutz Bachmann. Heiko Maas ist wirklich ein Politiker übelster Sorte, der sich mit Linksextremisten der „Antifa“ gemein macht sowie das muslimische Schächten und Beschneidungsritual als im Einklang mit unserem Grundgesetz ansieht, der Falschbeschuldigungen durch Frauen noch einfacher machen möchte, als sie es ohnehin schon sind.

Mir scheint, daß der „Abstand“ zwischen Goebbels und Geißler wesentlich größer ist als der zwischen Goebbels und Maas.

Jan Fleischhauer: War die Wiedervereinigung ein Fehler?

Auf diesem Blog sollen eigentlich vornehmlich unterdrückte Kommentare auf Online-Medien veröffentlicht werden. Darüberhinaus gilt es natürlich auch, sich den einen oder anderen Artikel der etablierten Medien vorzuknöpfen, wenn sich wieder einmal eine groteske intellektuelle Schieflage manifestiert.

Dies geschieht aktuell bei einer Kolumne von Jan Fleischhauer über die angebliche Fremdenfeindlichkeit Ostdeutscher, die signifikant stärker ausfalle als im Westen. Jan Fleischhauer vom „Spiegel“ ist eigentlich einer der Journalisten der „Lügenpresse“, der für Vielfalt im gleichgeschalteten Medienbetrieb sorgt. Die Argumente in seinem aktuellen Erguß sind aber derartig verdreht und tendenziös, daß sie hier einmal auseinandergenommen werden sollen.

Schon die Einleitung hat es in sich:

Der Osten weist den Vorwurf stets von sich, fremdenfeindlich zu sein. So wie der Islam stets abstreitet, mit Terror etwas zu tun zu haben. Warum aber votiert jenseits der Elbe jeder Dritte für Parteien, die ein Problem mit Andersartigkeit haben?

Im Laufe seiner Kolumne erläutert Fleischhauer, daß er mit Andersartigkeit nicht nur ethnische Differenz meine, sondern auch soziale. Die Linkspartei sei eine Partei, die soziale Uniformität anstrebe und ein Problem damit habe, daß es Arm und Reich gibt – um es einmal sarkastisch auszudrücken. Alle anderen Parteien außer AfD und Linker haben also laut Fleischhauer kein Problem mit „Andersartigkeit“.

So kommt Kolumnist Fleischhauer auf sein Drittel, das in Ostdeutschland Andersartigkeit ablehne. Das ist so plump und billig, daß es schon etwas schockiert. Denn Formen der Andersartigkeit gibt es bekanntlich viele. Man könnte jetzt die Werte von Linkspartei und AfD in Westdeutschland addieren und käme dann vielleicht auf 15%. Fleischhauer erwähnt nicht, daß die CSU im Westen, welche bekanntlich eine andere Asylpolitik fordert und auch in der Vergangenheit nicht verlegen war, ein bißchen „fremdenfeindlich“ zu sein, auch auf einen erheblichen Stimmenanteil kommt. Zu erwähnen wären vielleicht noch Jürgen Rüttgers, ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Freund von „Kindern statt Indern“, sowie Roland Koch mit seiner legendären Wahlkampagne „Ypsilanti, al-Wazir und die Kommunisten stoppen!“ von 2008 in Hessen, die recht unverhohlen an fremdenfeindliche Instinkte appellierte.

Und zu guter Letzt sei auch noch die extreme Mobbing-Kultur genannt, die gerade viele junge „Ossis“ in Westdeutschland erfahren haben. Solche Geschichten höre ich von nahezu jedem Ostdeutschen, den es nach der Wende in den Westen verschlagen hat. Fremden- und Menschenfeindlichkeit können viele Gesichter haben. Fleischhauer dokumentiert mit seinem verqueren Blick auf Ostdeutschland nicht zuletzt selbst ein gehöriges Maß an Fremdenfeindlichkeit.

Das eigentlich Erschütternde an Fleischhauers Argumentation ist die mangelnde Differenziertheit und die Willkürlichkeit mit der er dem Osten ein Toleranzproblem andichtet. Denn seine Auswahl dessen, das es zu tolerieren gelte, ist sehr subjektiv und selektiv. Ein Problem mit der „Andersartigkeit“ haben sicherlich auch einige katholische Milieus in Süddeutschland, für die die Kinderlosigkeit Merkels ein Problem darstellt oder das Single-Dasein von Ilse Aigner. Und wie ist es um das bildungsbürgerliche Spießertum westdeutscher Provenienz bestellt? Die Plagiatsaffären der vergangenen Jahre betrafen ausschließlich westdeutsche konservativ-liberale Milieus.

Wie bemitleidenswert sind doch Menschen, die ihren Selbstwert derartig vom angeblichen sozialen Status abhängig machen, den ein Doktortitel mit sich bringt? Da scheinen Ostdeutsche aufgrund ihrer egalitären Sozialisation wesentlich lockerer zu sein. Auch wenn man aus hohem Hause kommt, muß man doch nicht zwangsläufig akademisch oder beruflich reüssieren. Wo bleibt da das proletarische Bewußtsein? Der Mut zur Andersartigkeit?

Man könnte sich hier noch lange in dieser Weise über Fleischhauers psychologisch naiven Andersartigkeitsbegriff lustig machen, mit dem er salopp nur dem Osten ein Toleranzproblem, eine Spießigkeit attestiert. Man findet sicherlich noch weitere Beispiele für die Angst vor dem Anderen in Westdeutschland und für eine aufgeschlossenere Lebenshaltung im Osten. Mir fiele z.B. die Angst der Westdeutschen vor den Arbeiter- und Migrantenkindern in einem egalitären Schulsystem ein. Oder die Abneigung zum Dialektsprechen, wie man sie zumindest in Westberlin außerhalb der einfachen Schichten vorfindet.

Wie man sieht, hängt die Definition des „Andersartigen“ auch vom politischen Standpunkt ab – oder vom jeweiligen Verleugnungszustand. Aus ostdeutscher Perspektive muß man der westdeutschen Gesellschaft ebenfalls ein hohes Maß an Angst vor Veränderung attestieren. Wir können also zunächst einmal festhalten, daß Fleischhauers Punkt schlicht und einfach schwach bis nichtig ist, da er auf Teufel komm raus drauf los konstruiert. Bleibt nur noch der Vorwurf des Rechtspopulismus und der eigentlichen Fremdenfeindlichkeit, wenn man Fleischhauers Andersartigkeits-Inflation wieder darauf reduziert, worauf er hinaus will. Sicherlich hat der Osten eine stärkere Affinität zu AfD und Pegida. Aber warum ist er dann gleich „fremdenfeindlich“? Bei den ersten Pegida-Demonstrationen trat auch sichtbar ein „Quoten-Neger“ auf, der sicherlich weniger Hemmungen hat, offen über Multikulti und „Wir schaffen das“ zu reden. Erst jüngst sprach ein schwarzafrikanischer Jugendlicher auf einer Pegida-Demo unter tosendem Beifall des „fremdenfeindlichen“ „Packs“ und ermutigte die Zuhörer zu einem selbstbewußteren Nationalgefühl.

Wir haben hier das klassische Problem, daß in Deutschland vornehmlich von Linken sofort hysterisch „rechts“, „fremdenfeindlich“ oder „rassistisch“ krakeelt wird, sobald man – nicht etwa etwas prinzipiell gegen Ausländer, Migranten oder das Asylrecht habe, sondern – schlicht und einfach Mißstände und Auswüchse anspricht wie z.B. unter Muslimen. Dann wird sofort die Nazi-Keule geschwungen, als habe man per se etwas gegen Asylanten oder Zuwanderer. Zuletzt machte auch der „Spiegel Online“-Autor Stefan Kuzmany wieder Gebrauch von dieser Foltermethode der „weltoffenen Demokraten“. Daß ausgerechnet Fleischhauer in diesen Konformitäts-Chor mit einstimmt, erstaunt.

Man muß nur mal einen Blick in das AfD-Programm, Abschnitt Einwanderung, werfen. Dort steht:

Wir fordern eine Neuordnung des Einwanderungsrechts. Deutschland braucht qualifizierte und integrationswillige Zuwanderung.

Wir fordern ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. Eine ungeordnete Zuwanderung in unsere Sozialsysteme muss unbedingt unterbunden werden.

Ernsthaft politisch Verfolgte müssen in Deutschland Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehört auch, dass Asylbewerber hier arbeiten können.

Weder AfD noch Pegida wünschen sich eine völkische Homogenität, was Fleischhauer aber nicht davon abhält, Folgendes zu formulieren:

Das zentrale Versprechen ist Homogenität, das ist das Wort, um das hier alles kreist. Die einen versprechen soziale Homogenität, die anderen kulturelle. Gegen zu viel Ungleichheit sind beide.

„Die verstörte Nation“ ist die Titelgeschichte des SPIEGEL über die neue Querfront, in der sich links und rechts zusammenfinden, überschrieben. Die Kollegen haben viele Beispiele für den deutschen Ungeist gesammelt, der jeden, der irgendwie aus dem Rahmen fällt, als Zumutung empfindet. Wenn man genau hinschaut, stellt man allerdings fest, dass sich dieser Ungeist fast immer in Ostdeutschland manifestiert. Plauen, Meißen, Erfurt – das sind die Orte, in denen sich der Wunsch nach Gleichförmigkeit so vehement Bahn bricht, dass man von einer Bewegung sprechen kann.

Das Schreckgespenst der „völkischen Homogenität“ muß also herhalten, um eine berechtigte Kritik an der Asylkatastrophe und an muslimischen Parallelgesellschaften zu diskreditieren. Eine geradezu klassische Diffamierungsstrategie. Man verzerrt die Position des Gegners wider besseres Wissen und gegen die Faktenlage. Die zentrale Ironie von Fleischhauers Artikel ist die, daß er als Westdeutscher ein großes Problem mit der ostdeutschen Andersartigkeit hat, die es natürlich auch im Westen gibt, wenn auch weniger deutlich artikuliert. Der absurdeste Satz des obigen Abschnitts ist folgender:

Die Kollegen haben viele Beispiele für den deutschen Ungeist gesammelt, der jeden, der irgendwie aus dem Rahmen fällt, als Zumutung empfindet.

Fallen nicht für Jan Fleischhauer die Ostdeutschen aus seinem schönen westdeutschen Rahmen? Wo ist seine zuvor beschworene Toleranz, wo seine in der pluralistischen Demokratie gelernte interkulturelle Kompetenz?

Gerade hat der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Christian Thielemann – übrigens auch ein demokratieerprobter Wessi – eine Bannmeile um das historische Zentrum Dresdens gefordert, weil er die aus dem Rahmen fallenden Pegida-Demonstrationen als Zumutung empfindet. Demnächst erwarten wir eine Enthüllungsstory im „Spiegel“ über den deutschen Ungeist Christian Thielemann. Oder über den westdeutschen Politologie-Professor Mielke (!), der am liebsten polizeistaatliche Einschüchterungsmethoden gegen Pegida-Demonstranten angewendet sieht. Das ist keine Satire. Wer den zurückliegenden Link anklickt, wird Zeuge davon, wie lächerlich und realitätsentrückt die Ausführungen von Jan Fleischhauer sind.

Die obigen Zeilen Fleischhauers beschreiben, wenn auch ungewollt, genau den paranoiden Umgang von Medien und Politikern mit Islam- und Asylkritikern verschiedenster Couleur, der aktuell so frappierend ist. Egal ob sie nun aus dem Osten oder Westen kommen. Da wird dämonisiert, gedichtet, mit zweierlei Maß gemessen und verzerrt, was das Zeug hält. Man denke nur an das lächerliche Brimborium um die gezückte Deutschlandfahne eines AfD-Politikers in einer Fernseh-Talkshow oder die Hetz-Rhetorik von Politikern wie Sigmar Gabriel, Heiko Maas, Volker Beck oder Cem Özdemir. Gerade im Umgang mit AfD und Pegida zeigt sich der totalitäre Ungeist der deutschen Gesellschaft.

Der Osten hat nicht oder nur sehr bedingt die Schule westdeutscher, „weltoffener“ politischer Korrektheit durchlaufen. Ostdeutsche tun sich leichter damit, den Multikulti-Irrsinn und negativen Nationalismus westdeutscher Prägung zu hinterfragen. Und es ist auch das gute Recht von Menschen, die bisher nur mit wenigen Ausländern zusammenlebten, einen geringeren Migrantenanteil für erstrebenswert zu halten, als dies Westdeutsche tun, die schon seit vielen Jahrzehnten in einer Einwanderungsgesellschaft leben. Fleischhauer müßte sich nur mal das Programm von Pegida oder AfD anschauen, um sehen zu können, daß es nicht um Ausländer oder Asylanten per se geht, sondern um deren Quantität und Qualität, um den Mißbrauch des Asylrechts, um religiösen Fundamentalismus und kulturellen Autismus gewisser Einwanderermilieus.

Folgendes Zitat bringt die Ironie von Fleischhauers Weltbild noch einmal schön auf den Punkt:

Wenn eine der größten Errungenschaften des Westens das „angstfreie Andersseindürfen für alle“ ist, wie es der Philosoph Odo Marquard genannt hat, dann hat der Osten auch 26 Jahre nach Mauerfall nicht wirklich aufgeschlossen. Wer für das Recht auf Individualismus und gegen die Kuhstallwärme der Volksgemeinschaft eintritt, hat dort bis heute einen schweren Stand.

Zur Erinnerung: Im Gegensatz zum Westen hat sich der Osten die Demokratie selbst erkämpft. Diese Lebenserfahrung und die innere Emigration innerhalb einer totalitären Gesellschaft stecken natürlich noch in den Knochen eines jeden Ostdeutschen. Das „angstfreie Andersseindürfen“ ist in diesen Zeiten leider für all jene eine Wunschvorstellung, die sich offen zu AfD oder Pegida bekennen, die an entsprechenden Demonstrationen teilnehmen möchten. Möglicherweise ist es genau diese schlechte Kopie des DDR-Lebensgefühls, die gerade im Osten ein besonderes Aufbegehren provoziert.

Um es kurz zu machen: Der Westen hat viel größere Probleme mit Individualismus und dem Hinterfragen der Kuhstallwärme der eigenen Volksgemeinschaft, als ihm vielleicht lieb ist. Totalitarismus kann nämlich auch im Gewande linksgrüner Gesinnungsdiktatur und politischer Korrektheit daherkommen, wie sie nur der „individualistische“ Westen entwickelt hat. Die Kuhstallwärme der westlichen Volksgemeinschaft bilden Gender, geschlechtergerechte Sprache, Islamophilie, Feminismus, nationale Geringschätzung, Holocaustmasochismus, „Refugees Welcome“ und vieles mehr.

Gegenüber diesem Totalitarismus sind Ostdeutsche sehr viel mißtrauischer und emanzipierter. Fleischhauer idealisiert ungewollt die westdeutsche Gesellschaft, pathologisiert undifferenziert die ostdeutsche. Wobei hier nun nicht so getan werden soll, als stellte der Osten das Maß der Dinge hinsichtlich der Gesellschaftskritik dar. Auch im Westen gibt es genug innerlich Emigrierte.

Fleischhauer tut uns also den Gefallen, daß er unfreiwillig die Egozentrik und Pathologie vieler Westdeutscher offenbart, für die der Osten ein Mysterium darstellt. Zudem zeigt er uns auch, wie sehr Andersartigkeit auch für konservative und katholische Milieus mit ihrer Sozialismus-Paranoia ein Problem darstellt. Wenn er schon mit dem ostdeutschen Wunsch nach Homogenität kommt, so sollte er doch mal einen Blick auf die spezielle Spießigkeit westdeutscher Milieus werfen. Auf die Angst vor einer sozialeren Gesellschaft, in der man soziale Ungerechtigkeit und eine enorme Spreizung der Vermögensverhältnisse nicht mit dem dummen Wort „Freiheit“ verbrämt.

Es soll hier ja nicht verschwiegen werden, daß Rechtsextremismus und Rassismus ein stärker ostdeutsches Problem sind. Diese Unterschiede gibt es ja tatsächlich. Und sie gibt es ja auch im Westen, vornehmlich dort, wo soziale Verwerfungen existieren.

Das Problem an Fleischhauers Äußerungen ist, daß er mit überbreitem Pinselstrich nach recht willkürlichen Kriterien die ostdeutsche Gesellschaft pathologisiert. Hiermit verrät er ungewollt die Pathologien der westdeutschen Gesellschaft, die zum einen eine sozialere Gesellschaft mit weniger Konkurrenz- und Statusgehabe fürchtet und zum anderen stärker politisch korrekt verblödet ist. Wir haben hier also ironischerweise ein widersprüchliches Krankheitsbild. Die Post-DDR-Gesellschaft ist sowohl für Konservative ein Graus als auch für Linke. Ossis haben weder Bock auf eine künstliche, kapitalistische Heterogenität, die mit Freiheits- und Wettbewerbslametta geschmückt wird, noch auf eine künstliche „völkische“ Heterogenität, wie sie Linke anstreben, um endlich das gehaßte Deutschland aufzulösen.

Dies ist sicherlich eine pointierte Darstellung, aber vielen Ostdeutschen ist der servile, islamo- und xenophile Selbsthaß westdeutscher Linker einfach fremd. Und auch Westdeutsche lernen natürlich dazu.

Vielleicht ist die angebliche „Querfront“ aus Rechts und Links gar nicht so schlecht und stellt viel eher einen Gesundungsprozeß der deutschen Demokratie dar.

Es ist alles eine Frage der Perspektive.