Der Untergang

Auf diese etwas merkwürdige Überschrift kann man kommen, wenn man die neueste Kolumne von „Spiegel Online“-Presselügner Christian Stöcker liest. Er macht sich darin lustig über die Diskriminierung von Männern und Weißen bei Google im Rahmen des gerade in Amerika etablierten Diversity-Fetischs.

Das Gefühl des „Untergangs“ beschlich mich, weil in dieser Kolumne noch einmal überdeutlich wird, daß Journalisten der Mainstream-Blätter völlig unfähig sind, die gegenwärtige „Gleichstellungs“-Ideologie als solche zu erkennen.

Ich verwende den Begriff der „autistischen Blase“, um diese Geisteshaltung zu beschreiben. Untergehen werden wohl all die wohlfeilen Blätter und Portale, die uns tagtäglich mit ihrer unerträglichen Frauenbenachteiligungs-Prosa beglücken. Diese phantastischen Geschichten basieren auf den immergleichen Zutaten:

Prozentverhältnisse geben zwingend Auskunft über etwaige Benachteiligungen
dies aber nur in sehr selektiv ausgewählten Bereichen und nur in bezug auf Frauen
reale juristische und faktische Benachteiligungen von Männern werden ignoriert
wie Geisteskranke ist man auf nur einen Deutungskorridor fixiert: Benachteiligungen von Frauen
implizit oder explizit wird die essentielle Gleichheit von Mann und Frau postuliert

So geht Christian Stöckers Text los:

Die Klageschrift, die James Damore und ein weiterer ehemaliger Google-Mitarbeiter bei einem kalifornischen Gericht eingereicht haben, enthält viele befremdliche bis lustige Sätze. Mir persönlich gefällt dieser besonders gut: „Googles offene Feindseligkeit gegenüber konservativem Gedankengut geht Hand in Hand mit unfairer Diskriminierung auf der Grundlage von Rasse und Geschlecht, was das Gesetz verbietet“. Gemeint ist Damores eigene „Rasse“ – er ist weiß – und sein eigenes Geschlecht.

Es ist wichtig, die Süffisanz dieses Textabschnittes zu registrieren. Quasi die gesamte Journaille suhlt sich in der Kulisse ihrer eigenen vermeintlichen Progressivität und moralischen Überlegenheit – ähnlich wie dies auch linke Parteien tun.

Wenn bei Google bevorzugt nichtweiße und nichtmännliche Mitarbeiter eingestellt und befördert werden, dann ist dies nun einmal eine Diskriminierung – auch wenn diese Einsicht den meisten Journalisten schwerfällt.

So geht es denn auch weiter in Stöckers Ausführungen:

69 Prozent aller Google-Mitarbeiter sind männlich und 56 Prozent weiß, 75 Prozent der Führung sind männlich. Männer verdienen bei Google im Durchschnitt so viel mehr als Frauen, dass das schon Gerichte beschäftigt. In Damores Klageschrift ist trotzdem zu lesen, in dem Unternehmen würden „männliche und weiße Angestellte weniger bevorzugt behandelt“.

Ja, toll geschlußfolgert! Ganz prima. Du gehörst jetzt zur moralischen Elite.

Man bekommt es schon ein bißchen mit der Angst zu tun, wenn man wie hier registriert, wie gehirngewaschen und gleichgeschaltet der gesamte Journalistenapparat ist.

Denn zur geistigen Würde und zum journalistischen Ethos gehört es ja zu hinterfragen, gegenzurecherchieren etc. Ungefähr 95% aller Kindergärtner in Deutschland sind weiblich – und vielleicht ist auch irgendeine Rasse oder Ethnie in diesem Bereich „unterrepräsentiert“, wie es heute so schön heißt.

Sind Männer jetzt hier eklatant diskriminiert? Nein! Denn darüber können wir ja nichts in der „Qualitätspresse“ lesen, also existiert hier auch keine Diskriminierung.

Wir können ebenso wenig ausschließen, daß Frauen in bezug auf Kleinkinderziehung größeres Talent und Interesse besitzen, wie wir nicht ausschließen können, daß Männer größeres Talent und Interesse in bezug auf Technik und Computer haben.

Daß also 69% aller Google-Mitarbeiter männlich und 95% aller Kindergärtner weiblich sind, bedeutet erst einmal gar nichts – kann sogar gut und gerne eine Benachteiligung von Männern bedeuten. Denn wer weiß genau, wie die 69% bei Google zustande gekommen sind?

Daß 56% der Google-Mitarbeiter weiß sind, könnte sogar eine Unterrepräsentanz von Weißen bedeuten. Daß 75% der Führung bei Google männlich sind, muß ebenfalls nichts Besonderes bedeuten, da wir nicht wissen, ob Frauen genauso erpicht sind auf zeitraubende und stressige Führungsaufgaben.

Kurzum: Wir wissen nicht, ob Frauen und Männer gleich sind.

Es ist auch nicht die Aufgabe von Unternehmen bestimmte Bevölkerungsproporze, in der Belegschaft abzubilden. Zudem kann es diverse soziale und kulturelle Unterschiede zwischen Ethnien geben.

Das ist logisches Denken auf Sandkasten-Niveau. Für „Spiegel Online“-Redakteure zu hoch. Ist ja auch kein Wunder. Wir wissen, was das für Leute sind.

Ich habe mich eben ganz bewußt sehr minimalistisch ausgedrückt. Denn bereits die eben vorgeführte logische Minimalposition bringt den gesamten „Gleichstellungs“-Schwachsinn zu Fall.

Problem: Jetzt bin ich doch tatsächlich kein guter Mensch mehr.

Da der Autor dieser Zeilen von diesem Unheil aber wenig geschreckt wird und große Erfahrung im Zusammenhang mit der immunisierenden und selbstbeweihräuchernden Wirkungsweise von Ideologien mitbringt, ist er dazu in der Lage, auch in moralisch nicht besonders profitträchtige Richtungen zu denken.

Ganz anders sieht dies bei Gutmenschen wie Christian Stöcker aus, der hier exemplarisch für die gesamte Lügenpresse steht.

Natürlich gibt es unzählige empirische Untersuchungen darüber, daß Männer und Frauen einen unterschiedlichen Zugang zum Thema Arbeit haben. Und es ist schlimm genug, daß ein Journalist dies alles ignorieren kann.

Der entscheidende Punkt liegt aber darin, daß man noch nicht einmal dazu fähig ist, einfachstes logisches Minimaldenken anzuwenden.

Auch daß weibliche Google-Mitarbeiter im Schnitt weniger verdienen als Männer, bedeutet zunächst erst einmal gar nichts. Man muß sich die konkreten Umstände anschauen. Es mag hier und da in der Wirtschaft vereinzelte Fälle von echter Gehaltsdiskriminierung geben. Hier kann man den Rechtsweg beschreiten. Der sogenannte „Gender pay gap“ ist aber nahezu ausschließlich auf statistische Effekte zurückzuführen bzw. darauf, daß man Äpfel mit Birnen vergleicht. Dies ist auch schon seit Jahrzehnten bekannt.

Es versteht sich von selbst, daß es „Spiegel Online“ und den „Spiegel“ nicht die Bohne interessiert, wieviel Geld eigentlich über unser Steuer- und Sozialversicherungssystem von „Mann“ nach „Frau“ umverteilt wird – 70% der Lohnsteuer werden beispielsweise von Männern erwirtschaftet. Da könnte man sicherlich viele hysterische Artikel schreiben.

Ist nur leider nicht moralisch opportun. Dann gibt’s böse Blicke von Mutti.

Ein gutes Haar kann man aber dennoch an der Kolumne von Herrn Stöcker lassen, in der es eigentlich darum geht, was Konservativsein ausmache. Dazu gleich mehr. Zuvor sollte man sich aber klarmachen, mit was für einer Selbstverständlichkeit dieser Presse-Heini vor sich hinlügt bzw. Dinge suggeriert, die längst nicht so klar sind, wie er sich und seinen Lesern das vormacht.

Unsereins kann das egal sein. Es ist nur etwas schade um das Traditionsblatt „Spiegel“. Selbst wenn der noch mal die Kurve kriegen sollte, so sind die letzten 20 Jahre Lügenjournalismus in bezug auf die Themen der politischen Korrektheit derartig peinlich, daß diese Hypothek wohl noch lange auf dem Blatt lasten wird.

Könnte doch ein Herr Stöcker genauso kritisch auf die Fetische des Gutmenschentums blicken, wie er es in folgendem Absatz bezüglich der Konservativen tut:

„Konservativ“ waren in der Geschichte mal diejenigen, die die Abschaffung des Absolutismus für einen Irrweg hielten, später dann auch mal die, die den Nazis zur Macht verhalfen, und noch später die Kritiker ungewöhnlicher Frisuren und kurzer Röcke.

Konservative haben im Lauf von zwei Jahrhunderten eine Routine darin entwickeln müssen, alte Positionen aufzugeben und sich neue zuzulegen. Es muss immer wieder etwas Neues gefunden werden, für dessen „Bewahrung“ man streitet.

In der Tat kann pures Konservativsein keine sinnvolle politische Haltung sein. Selektives Konservativsein aber sehr wohl.

Denn die politische Linke hat heutzutage mit Gender, Islamunterwerfung, Multikulti, Nazi-Paranoia, Gleichstellung, geschlechtergerechter Sprache, Asylwahn, nationalem Selbsthaß und Diversity-Fetisch derartig viel Schwachsinn zu bieten, daß man auch als Linker nur zu gerne „selektiv konservativ“ ist.

Der Niedergang des „Spiegel“ – Melanie Amann

Melanie Amann, Politik-Redakteurin beim „Spiegel“, ist eine Gutmenschin erster Güte, die immer wieder durch platteste Sichtweisen auf die AfD von sich reden macht. Eigentlich wollte ich schon länger einen Artikel über sie schreiben und habe bereits diverses Material gesammelt.

Die jüngste Causa um Beatrix von Storch und ihren angeblich „volksverhetzenden“ Tweet zwingt mich gewissermaßen, etwas dazu in die Tastatur zu hauen.

Nachdem die Kölner Polizei ihre Silvester-Informationen auch in Arabisch und Farsi getwittert hatte, schrieb Beatrix von Storch Folgendes auf Twitter:

„Was zur Hölle ist in diesem Land los? Wieso twittert eine offizielle Polizeiseite aus NRW auf Arabisch? Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?“

Mit ein bißchen gutem Willen kann man hier lesen, daß Frau von Storch lediglich die muslimischen Männerhorden meint, die auch tatsächlich vergewaltigen, belästigen oder anderweitig unsere Kultur bereichern. Denn diese Horden verstehen ja Arabisch oder Farsi und werden somit von der Polizei direkt angesprochen.

Wir sind aber mittlerweile ein „Volk voller Vollidioten“. Diese Alliteration habe ich mir jüngst ausgedacht, um der gegenwärtigen Gemengelage sprachlich Herr zu werden.

Schauen wir uns doch mal an, was Frau Amann dazu zu sagen hat:

Dit is‘ Frau Amann – um mal den Berliner in mir zu Wort kommen zu lassen. Frau Amann legt also einen gewissen Belastungseifer an den Tag. Den kann sie sich auch leisten. Weil sie in ihrer Gutmenschenparanoia überall Unterstützung findet – jedenfalls ganz gewiß in der „Spiegel“-Redaktion. Es werden sie nur böse, rechte Nazis darauf aufmerksam machen.

Mit ihrem Tweet erreicht die Kölner Polizei eben nicht nur die Gruppenvergewaltiger, sondern auch die friedliebenden Muslime, die ihren Töchtern das Kopftuch aufzwingen und ihren Jungen die religiöse Genitalverstümmelung. Und auch die liberalen, gut integrierten Muslime, die auch Deutsch verstehen.

Frau Amann muß wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, daß gruppenvergewaltigende Muslime und friedliebende Muslime Teilmengen aller Muslime sind – und daß Frau von Storch sich nur auf die gruppenvergewaltigende Teilmenge bezog. Auch die wird ja mit dem arabischen Tweet der Kölner Polizei angesprochen.

So geht Unschuldsvermutung. So geht Seriosität, würde Rudolf Augstein sagen.

Auch das Böse – hier in Form von Beatrix von Storch – verdient in einem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung.

An Melanie Amanns Tweet ist schön das kindliche Gutmenschenbewußtsein ersichtlich, in dem sie sich befindet. Dies ist mir schon früher aufgefallen, z.B. in einem „Spiegel“-Interview mit Alexander Gauland zu seinen Äußerungen über den Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng (Ausgabe 23/2016).

Die gesamte Berichterstattung von Melanie Amann und dem „Spiegel“ über die AfD ist von dieser Paranoia geprägt. Wie erklärt man Frau Amann, daß auch für die Hexe Beatrix von Storch die Unschuldsvermutung gilt? Daß man also auch Interpretationen ihres Tweets prüfen muß, die sie entlasten?

Ein guter Mensch wendet die Unschuldsvermutung nicht auf einen bösen Menschen an!

So ungefähr sieht es im kindlichen Gemüt nicht nur von Frau Amann, sondern auch des gemeinen Presselügners aus. Es ist für die Gutmenschenpsyche des normalen Journalisten eine ungeheure seelische Belastung, den Konsens der politischen Korrektheit zu verlassen und irgendetwas Sinnvolles oder Berechtigtes in Äußerungen von AfD-Leuten zu suchen oder zu erkennen.

Vielmehr spielt man das Spiel: „Wer stellt zuerst eine Nazi-Korrelation her?“ Oder „Wo kann man der AfD irgendetwas anheften?“

Die Klage gegen Frau von Storch, die die Kölner Polizei wegen möglicher Volksverhetzung eingereicht hat, wird ins Leere laufen. So viel kann man ja schon mal verraten. Das neue „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ zeigt aber schon Wirkung. Von Storchs Twitter-Account ist bereits für 12 Stunden gesperrt worden – präventiv, ganz ohne rechtskräftiges Urteil.

Schließlich wollte der Heiko nicht mehr so viel „Hate Speech“ im Internet sehen. Solidaritäts-Tweets z.B. von Bundessprecherin Alice Weidel wurden von Twitter entfernt.

Mal sehen, was unser „Rechtsstaat“ zu der Sache sagt.

 

 

PS: Derweil plagt Schweden eine muslimische Gruppenvergewaltigung nach der anderen. Mit dem Frauenbild der Muslime hat das freilich nichts zu tun. Und den Islam als Überfremdungkategorie anzusehen, dafür hat Melanie Amann keinerlei Verständnis, dies sei „reine Willkür“, wie sie im „Spiegel“ verlauten läßt.

Derweil können es ZDF-Journalisten kaum glauben, daß in Afghanistan Frauen dafür kämpfen, daß sie von ihren Männern auch beim Namen genannt werden.

Realsatire

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Eigentlich muß man diesen Screenshot nicht mehr weiter kommentieren. Ich tue es aber doch einmal. Auf Ironien wie die obige trifft man seit Muttis Asylpsychose öfter. In den sozialen Netzwerken macht man sich lustig über die Diskrepanz zwischen journalistischen Empörungsritualen über böse „Rechte“ oder die schlimme „Fremdenfeindlichkeit“, während man eine Meldung weiter lesen darf, wie berechtigt der Volkszorn und der Argwohn gegenüber dem Islam sind.

Ich habe den Artikel von Jakob Augstein gar nicht gelesen. Man kann allein am Vorspann ersehen, worauf es hinausläuft: Daß die Menschen AfD wählen, ist gleichbedeutend mit Dummheit, mit dem Schlaf der Vernunft. Eine Krise der Demokratie. AfD-Leute sind „Rassisten“ und „Fremdenfeinde“. Jetzt kommen die Monster.

„Sie sind da“, wie der „Spiegel“ schön dämonisch titelte, als die AfD in den Bundestag einzog. Wunderschöne Paranoia, wie wir sie von den Trotteln der Lügenpresse kennen. „Wunderschön“ vor allem deshalb, weil sich unsere Demokratie dank AfD und Pegida höchster Lebendigkeit erfreut. Nie habe ich mich so gut gefühlt beim Kreuzchen-Machen. Nie habe ich mich politisch so lebendig gefühlt wie bei der zweiten Berliner Pegida-Demo, der ich beiwohnen durfte. Ein Hauch von 1989 war zu spüren.

Herr Augstein muß einfach noch begreifen, daß Andersdenkende auch „rechts“ sein können. Daß Demokratie auch nach „rechts“ lebt und voll ausgeschöpft werden darf. Fairerweise muß man einräumen, daß mit Leuten wie Donald Trump oder Viktor Orban auch zweifelhafte Charaktere die demokratische Bühne betreten.

Andernorts sind sie längst da, wenn man sich Angela Merkel anschaut. So läuft das eben in der Demokratie. Angela Merkel hat unsere deutsche Demokratie in eine veritable Krise manövriert. Und Europa obendrein mit ihrer autistischen Refugee-Romantik.

Das Lustige an obigem Screenshot ist wie so häufig die Psychologie. Die Journalisten der Lügenpresse merken überhaupt nicht, daß ihre Beschreibung des politischen Gegners, also der bösen „Rechten“, genauso gut, wenn nicht besser auf die etablierten Parteien paßt, die die Bürger mit ihrer vernunftlosen Gesinnungsethik einlullen und ihnen weismachen, die „Flüchtlingspolitik“ und ihr Minderheitenkult förderten die Menschlichkeit.

Unsere Demokratie ist in der Krise, weil unsere Politiker partout nicht sehen wollen, wie unsinnig und illegitim die gegenwärtige Völkerwanderung im Namen des Asyls ist. Mehr als 50% der sogenannten Schutzsuchenden sind gar nicht asylberechtigt, der Rest hat bereits zahlreiche sichere Länder durchquert, wenn er in Deutschland ankommt. Die meisten haben also ökonomische Motive, während unsere vernunftschläfrige Kanzlerin nicht begreift, was es in den „Geflüchteten“ auslöst, wenn sie hier erst einmal in Behelfsunterkünften dahinvegetieren müssen, damit hiesige Gutmenschen ihr Gewissen befriedigen können.

Solange unsere Politiker derartig tapfer die tieferen Zusammenhänge der Massenwanderung ignorieren, werden die Menschen weiter AfD wählen.

Wenn alle 23 in Estland als Flüchtlinge anerkannten Syrer weiter nach Deutschland ziehen, müßte eigentlich etwas faul sein im Staate Dänemark. Man kann unsere Politiker und Journalisten eigentlich nur noch als geisteskrank bezeichnen.

Die unfreiwillige Komik des Screenshots besteht natürlich auch darin, daß Augstein etwas von Monstern faselt, die im Falle der AfD nur seiner Paranoia entspringen und im Falle Donald Trumps tüchtig von den Institutionen und Ritualen der US-Demokratie in Schach gehalten werden. Der Bürger darf aber Monster ganz anderer Natur kennenlernen.

Das sind dann leider viele der armen Refugees, die Mutti eingeladen hat.

Der Bürger lernt Flüchtlinge als Monster kennen, während Jakob Augstein politische AfD-Monster herbeisinniert, weil sie nicht seiner Gesinnung entsprechen. Er hantiert locker mit dem Begriff des „Nazis“, ohne dabei zu realisieren, wie lächerlich er sich damit macht. Monster anderer Natur sind auch die Linksextremisten, die die Frischekur der Demokratie mit Gewalt bedrohen und einschüchtern, während etablierte Politiker dies rhetorisch befeuern.

Das ist die Diskrepanz der Wahrnehmung von Bürgern auf der einen Seite und von Politikern und Journalisten auf der anderen Seite. Unsere Demokratie leidet also an Schizophrenie.

Ich erspare es mir hier, auf all die unzähligen Fälle von Gewalt, Vergewaltigungen, Morden, sexuellen Belästigungen, Nötigungen, Sachbeschädigungen durch arme, traumatisierte „Flüchtlinge“ hinzuweisen. Dazu muß man einfach nur mal ab und zu die entsprechenden unabhängigen Blogs aufrufen – die wiederum einfach nur auf Meldungen in der Regionalpresse zurückgreifen.

Der gemeine Journalist hängt allerdings viel zu sehr an seiner aufwendig zurechtgezimmerten Kulisse der Humanität, als mal dahinter zu schauen.

 

 

PS: Nach der Lektüre von Augsteinens „Kolumne“ kann ich übrigens stolz verkünden, daß ich mit meiner Exegese nicht allzu falsch gelegen habe. Es ist ein entsetzlich bräsiger, konfuser und selbstverliebter Artikel, den Augstein da hingehauen hat.

Katastrophenjournalismus gewissermaßen, dabei war die Welt nie in einem besseren Zustand als heute. Demokratie und Globalisierung bedeuten eben, daß es auch mal etwas rumpelt.

Wenn Augstein will, daß keine Trumps mehr an die Macht kommen, soll er Hillary Clinton sagen, daß sie dem Feminismus und allen anderen Spielarten der politisch-korrekten Verblödung abschwören soll. Dann wird sie garantiert gewählt – auch noch als 73jährige.

Und er sollte seinen Journalistenkollegen begreiflich machen, daß sie in einem für Außenstehende beklemmenden Verleugnungszustand leben.

Schon läuft der Laden wieder.

 

Linkspopulismus auf „Spiegel Online“ pünktlich zur Wahl

Christian Stöcker ist ein Redakteur bei „Spiegel Online“, dem man schon an seiner Physiognomie den selbstherrlichen Gutmenschencharakter ansieht. Heute erschien nun ein Artikel von ihm, der in pseudoaufklärerischem Gewande daherkommt und uns die Frage stellt, ob wir wirklich AfD wählen wollen.

Wir Leser dürfen einen „Test“ bestreiten, der uns mit aller Härte vorführen soll, was uns erwartet, wenn die AfD denn in den Bundestag einziehe. Um es kurz zu machen: Die übliche „Spiegel Online“-Demagogie funktioniert so, daß extreme Einzelpositionen von AfD-Mitgliedern, die meist irrelevant für das Parteiprogramm sind, vorgeführt werden und uns eingetrichtert wird, daß wir – wenn wir denn so frech sind, AfD zu wählen – genau diese Einzelmeinungen und Statements teilen. Hinzu kommen weitgehend harmlose Positionen, die man durchaus vertreten kann, die aber den gewöhnlichen Journalisten überfordern.

Es ist der übliche peinliche Journalismus, bei dem man sich fragt: Wollt Ihr eigentlich nicht begreifen, warum Eure Auflage und Eure Klick-Zahlen sinken?

Fangen wir mal mit einem schwachen Beispiel aus dem Pamphlet an:

Glauben Sie, wie von Gottberg und viele seiner Parteifreunde, dass es einen „Kult mit der Schuld“ gibt hierzulande, und dass es Ihnen, Ihren Freunden und Verwandten besser ginge, wenn der beendet würde?

Herr Stöcker! Ja, das glaube ich. Und ich habe von 1998, meiner ersten Wahl, bis 2014 grün gewählt. Es würde unserem Lande tatsächlich guttun, wenn wir nicht jeden Scheiß der Gegenwart mit der NS-Zeit kontextuieren würden. Eine Beendigung des Schuldkultes bedeutet keineswegs ein Ende der Auseinandersetzung mit dem „Dritten Reich“. Es würde aber bedeuten, daß wir aus neurotisch-pathologischem Schuldgefühl heraus z.B. nicht hunderttausende von vormodernen, gewaltaffinen Asylmißbrauchern mehr in unser Land ließen.

Ist Herr Stöcker eigentlich noch zurechnungsfähig? Daß Muttis „Flüchtlings“-Politik etwas mit der deutschen Vergangenheit zu tun habe, ist ja keineswegs ein Gedankengang, den NPD-Funktionäre in die Debatte eingeführt hätten.

Ich erspare es mir hier, all die endlosen Ausflüsse unserer Nazi-Neurose und unseres Holocaust-Masochismus in der Gegenwart auszuführen. Aber vielleicht eines noch: Auch die Omnipräsenz von „Nazi“-Diffamierungen, wie sie jüngst wieder Sigmar Gabriel geliefert hat, gehört dazu.

Adolf Hitler persönlich würde vermutlich toben, wenn er sähe, wen wir heute alles als Nazis bezeichnen. Ich lasse ihn hier mal selbst zu Wort kommen und seine Meinung zur AfD kundtun:

Frauen im Parlament? Ja zum Weltjudentum? Nein zum Islam? Neger und Lesben in der Partei? Wer diese Brut weiterhin noch als „Nazis“ bezeichnet, den werde ich persönlich im KZ zu Tode foltern. Ich rate eindringlich von der Wahl dieser Partei ab.

Das ist die Meinung unseres Führers zur AfD. Ganz nebenbei ist der deutsche Schuldkult auch ein Grund für die völlige Humorlosigkeit und Spießigkeit unserer Presse-Heinis. Der Schuldkult ist also auch ein Grund für den Niedergang der etablierten Medien. Der normale Deutsche hat genug davon.

Es ist wohl zu anspruchsvoll, Leuten wie Herrn Stöcker zu erklären, daß wir durchaus noch Bock auf Beschäftigung mit der Nazi-Zeit haben, nur eben endlich die Gegenwart davon freisprechen möchten. Ja selbst die Vergangenheit, denn wir können ja noch nicht mal den großen Verdiensten Martin Luthers huldigen, ohne daß irgendwelche Spinner mit Transparenten auf dem Pariser Platz am Kirchentag erscheinen, die sinngemäß sagen, daß Hitler Luthers Ansichten zu den Juden in die Tat umgesetzt hätte.

Aber weiter in Christian Stöckers Anti-AfD-Wahlempfehlung. Ich stelle mal ein paar Punkte zusammen:

Möchten Sie, so wie Björn Höcke, eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“?

Kurz: Finden Sie auch, dass das ganze Erinnern an den von Deutschen verübten industriellen Massenmord jetzt aber mal beendet gehört?

Höcke ist derjenige, der in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald des Holocaust gedenken wollte, aber nicht reindurfte, weil er kein guter Mensch ist. Wer legt hier also dem Erinnern Steine in den Weg? Es sind die selbsternannten „Demokraten“ und „Antifaschisten“!

Es geht nicht um Erinnerung, sondern um Erinnerungspolitik. Und die ist eindeutig pathologisch wie zuvor ausgeführt. Daß die Positionen der AfD möglicherweise das andere Extrem darstellen, heißt nicht, daß man automatisch diese Positionen teilt. Man kann auch die Grünen wählen, ohne ein Fan von Pädophilie zu sein – oder der sogenannten „sexuellen Vielfalt“. Oder eines Sexismus gegen Männer.

Man kann auch die CDU wählen, wenn man gegen die Genitalverstümmelung von Jungen im Namen der Religion ist. An diesem Punkt sind wir ganz überraschenderweise bei einer weiteren Facette des Schuldkultes angelangt. Wir erlauben es verblendeten Juden und Muslimen, die Genitalien ihrer männlichen Nachkommen zu verstümmeln. Gerade Merkel ist ja ein extrem typisches Beispiel für diesen Schuldkult gegenüber den Juden. Stichwort „Staatsräson“ und „Existenzrecht Israels“.

Echte Wiedergutmachung gerät dagegen zuweilen ins Hintertreffen – wenn es z.B. um Zwangsarbeiterrenten geht. Auch das ist eine Absurdität des Schuldkultes: Die symbolische Ersatzbefriedigung.

Zurück zum Folterfragebogen:

Halten Sie diese sogenannte Identitäre Bewegung, die der Verfassungsschutz beobachtet, weil er dort „Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ erkennt, so wie der Münchner AfD-Direktkandidat Petr Bystron für eine „tolle Organisation“?

Ja, der Verfassungsschutz. Das beeindruckt jetzt aber wirklich den gemeinen AfD-Wähler. Auch der Verfassungsschutz ist zuweilen vom Schuldkult erfaßt. Die Identitäre Bewegung mag man gerne kritisieren. Ich fürchte z.B., daß deren Konzept des Ethnopluralismus eher Ethnopurismus bedeuten soll. Jeder lese ihre Stellungnahme zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Wenn ich die lese, erscheinen mir viele etablierte Politiker als die größere Bedrohung.

So mancher wählt auch die Linkspartei, obwohl es dort sicherlich auch einige Leute gibt, die die Hamas oder Fatah als „tolle Organisation“ ansehen.

Eigentlich reicht es jetzt. Man sieht, daß das gesamte Pamphlet des Herrn Stöcker letztlich aus Erbsenzählerei und Doppelstandards besteht. Hier und da werden tatsächlich kritikwürdige Ansichten einzelner AfD-Leute präsentiert, die zwar unangenehm sind, aber letztlich eben doch verhältnismäßig unwichtig. Solch krude Ausreißer findet man auch in anderen Parteien. Nur würde da nie ein Journalist ankommen und fragen: Wollen Sie das wirklich? Wenn Sie AfD wählen, dann finden Sie das alles gut!

Ich finde Alexander Gaulands Stolz über die Leistungen der Wehrmacht in zwei Weltkriegen beispielsweise genauso daneben wie die vielen deutschenfeindlichen Äußerungen von Grünen, SPD oder Linken. „We love Volkstod“ läßt grüßen.

Hier soll übrigens keineswegs die AfD exkulpiert werden. Es gibt tatsächlich dort ein paar krude Ansichten, die ich nicht teile. Sie spielen nur eben bei meiner Wahlentscheidung keine Rolle – weil ich ein intelligenter Wähler bin und weiß, daß die AfD viele positive Programmpunkte hat und Lichtjahre von einer Koalitionsbeteiligung entfernt ist.

Wenn der „Spiegel-Online“-Kolumnist Christian Stöcker ehrlich wäre und auch nur den Hauch von geistiger Unabhängigkeit besäße, hätte er den gleichen Artikel über die Grünen in ihrer Anfangszeit schreiben können. Und in abgemilderter Form auch über jede andere Partei.

Aber der Begriff des Doppelstandards ist leider noch ein Fremdwort für die journalistische Elite.

 

 

PS: Wollen Sie das wirklich?

Michael Gwosdz Vergewaltiger

Björn Höcke und das „Denkmal der Schande“

Ich wohne in Berlin und bin ein großer Freund des Holocaust-Mahnmals. Ich halte es für ästhetisch sehr gelungen und für ein auch global wichtiges Statement zur deutschen Geschichte und zum Thema Genozid. Ich komme aber damit klar, wenn z.B. der Schriftsteller Martin Walser das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas als „fußballfeldgroßen Alptraum“ bezeichnet. Dies mal vorweg.

Gestern hat sich die „Lügenpresse“ leider wieder in einer besonders tumben und plumpen Weise gezeigt. Als ich folgenden Aufmacher auf „Spiegel Online“ las, dachte ich mir sogleich meinen Teil:

Rede in Dresden

Linken-Politiker stellt Strafanzeige gegen Höcke

AfD-Politiker Björn Höcke hat in einer Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal als „Schande“ bezeichnet. SPD, Linke und Zentralrat der Juden sind entsetzt.

Ich las nur diese Zeilen und vermutete bereits, daß sich die Sache bei näherem Hinsehen ganz anders darstellt. Bereits zu Beginn des Artikels stellt sich heraus, daß Björn Höcke Folgendes sagte:

Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.

Das tut schon weh. Sitzen etwa Legastheniker in den Redaktionen? Es ist ja fast schon entwürdigend, hier die Semantik des obigen Zitates zu erklären. Deshalb unterlasse ich dies hier auch. Es ist legitim, die Meinung zu vertreten, daß man einer nationalen historischen Schuld kein Denkmal setzen solle, auch „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein tat dies. Ich halte diese Einstellung für falsch und bezeichne sie im Falle von Björn Höcke als infantilen Burschenschaftler-Nationalstolz. Quasi das Gegenstück zum Schuldkult und zur nationalen Selbstverleugnung der Linken.

Deshalb habe ich es aber nicht nötig, Höckes Worte derart zu verdrehen, wie es nahezu sämtliche Lügenmedien nun tun. Die „Bild“-Zeitung bezeichnet Höckes Vortrag gleich wenig zimperlich als „Nazi-Rede“. Sicherlich ist Höckes gesamte Rede geprägt von einem provokant-emphatischen Bekenntnis zur Nation und von einer schlüpfrigen Rhetorik. Es ist aber trotzdem immer wieder amüsant zu studieren, wie unsere Journalisten ob solch unerhörter Meinungsäußerungen zu heulen beginnen und zu Mutti laufen.

Ohne Frage ist Höckes Rhetorik provokant, wenn er zum Beispiel vom „vollständigen Sieg“ parliert. Unsere angeblich so neutralen und seriösen Journalisten schaffen es aber regelmäßig nicht, auf Leute wie Höcke die Unschuldsvermutung anzuwenden und eben nicht den erstbesten Weg der Nazi-Interpretation zu wählen.

Durch dieses inflationäre Nazi-Narrativ zeigen unsere vermeintlich so integren Medien im Grunde selbst, daß sie den Holocaust verharmlosen und keinerlei Pietät besitzen. Aber wem erzähle ich hier von solchen Ironien? Ist sowieso ein bißchen sophisticated für unser heutiges Talkshow-Deutschland.
 
 
bild hoecke nazi-rede
 
 
Ein gutes Beispiel für die manische Nazi-Exegese liefert wohl einer der größten Demagogen des Real Life, Sascha Lobo. Er bezieht sich in seiner aktuellen Kolumne auf „Spiegel Online“ auf Höckes Wortwahl und schreibt Folgendes:

Ein gutmütiges Volk, durch Heimtücke betrogen, bekannte Begriffe. Mit dieser Analyse von Höcke geht ein Ziel einher, ganz offen kommuniziert: „Wir werden uns unser Deutschland Stück für Stück zurückholen.“ Die Ankündigung, das Land zu verändern also, und zwar „zurück“. Höcke lässt kaum Zweifel daran, welches „zurück“ er genau meint.

Zunächst kann man das „Zurückholen“ ganz neutral, rein politisch-kulturell verstehen. Höcke möchte eben ein selbstbewußtes Deutschland, das nicht dem Schuldkult frönt. Digitalpriester Lobo kann leider aber nur Nazi, wenn es um politische Vorstellungen geht, die nicht links sind. Folglich kann Herr Höcke ureigentlich ja nur unseren Führer mit seinem Nazi-Deutschland zurückholen wollen.

Das ist Exegese nach Lobo-Manier. Besonders intelligent muß man auch nicht sein, um zu folgern, daß Höcke hier nicht ins Dritte Reich zurück möchte, sondern eher symbolisch ins erste und zweite, also zum alten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und zum Kaiserreich von 1871. Vor allem in letzterem herrschte noch eine ungebrochene Identifikation mit der Nation, die sich Höcke so sehr wünscht.

Ich halte Höckes Burschenschaftsnationalstolz und auch seine Rhetorik ein Stück weit für infantil, laufe aber nicht gleich zu Mutti, wenn ich solche Worte höre, sondern erinnere mich daran, daß die Eliten ständig etwas von „Pluralismus“, Vielfalt und Toleranz faseln, wenn es um exotische Weltanschauungen in unserem Lande geht.

So geht es weiter in Lobos Pamphlet, zunächst zitiert er Höcke:

„Bis jetzt ist unsere Geistesverfassung und Gemütszustand immer noch der eines total besiegten Volkes.“ Er spielt damit natürlich auf den Zweiten Weltkrieg an. Aber auch – auf die Zeit danach: „Man wollte unsere Wurzeln roden. Und zusammen mit der dann nach 1945 begonnenen systematischen Umerziehung hat man das dann auch fast geschafft.“ Unter „systematische Umerziehung“ muss hier die „Entnazifizierung“ verstanden werden, die Höcke nicht bloß kritisiert. Er möchte sie umkehren – und zwar besonders das Gedenken an den Holocaust: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Ich halte diese Ausführungen Höckes für übertrieben und zu drastisch, kann ihnen aber nicht einen gewissen Wahrheitsgehalt absprechen. Schmierfink Lobo unterstellt hier Höcke, daß dieser etwas gegen die Entnazifizierung habe, was wohl offensichtlicher Unsinn ist, denn unter „systematischer Umerziehung“ kann man schlicht und einfach auch die geradezu zwanghafte Fixierung der Deutschen auf ihre Schuld verstehen. Es stellt einen Akt außerordentlicher Unlauterkeit dar, wenn Lobo hier Höcke unterstellt, er wolle die Entnazifizierung zurückdrehen.

Außerdem sind die Entfernung von Nazis und Nazi-Gedankengut aus der Gesellschaft und die Entwicklung einer pompösen Schuldkultur zweierlei. Die Deutschen haben sich in erster Linie selbst umerzogen. Gerade linksliberale Historiker haben sich in den Nachkriegsjahrzehnten politisch prostituiert und beispielsweise kontrafaktisch den Ersten Weltkrieg im Sinne des Schuld-Narrativs dargestellt.

Erst in jüngster Zeit stellte sich ein lockererer Blick auf die deutsche Geschichte ein. Auch ich muß bekennen, daß ich vom diffusen Bild der totalen Schuld geprägt bin. Gerade Linke haben diese „Umerziehung“ doch herbeigesehnt und aktiv betrieben, propagieren sie noch heute und pflegen einen regelrechten Selbsthaß.

Man kann hier erstens sehen, daß Sascha Lobo geschichtlich nicht sonderlich beschlagen ist, und zweitens, wie zwanghaft er Höckes Äußerungen tendenziös verdreht und „nazifiziert“.

Noch eine aufschlußreiche Lobo-Passage:

„Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten, weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben […] vielleicht mehr als jedes andere Volk auf dieser Welt, […] wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und so darf es nicht weitergehen.“ Die Menge ist außer sich vor Nationalentzücken.

Wollen Sie das wirklich? Wollen Sie, weil Sie zum Beispiel mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind, einen Mann mit an die Macht bringen, der glaubt, nicht etwa der umgesetzte Holocaust, sondern das deshalb errichtete Holocaust-Mahnmal mache die deutsche Geschichte mies?

Ich persönlich will tatsächlich, daß wir unser eigenes Volk mehr wertschätzen, durchaus auch im Sinne obiger Passage. Der Absatz endet mit einer bösartigen Unterstellung oder zumindest Simplifizierung: Lobo spricht hier Höcke pauschal ab, daß er den Holocaust als Negativum ansieht.

Man kann des Holocaust und anderer Verbrechen durchaus gedenken und trotzdem unserer Nation Wertschätzung entgegenbringen. Bei Linken hat man aber häufig den Eindruck, daß sämtliche deutsche Geschichte vor Hitler quasi minderwertig, entehrt und wertlos sei. Ja daß sie nur ein Vorspiel zum großen Desaster war. Es gibt eigentlich kaum ein politisches oder geschichtliches Thema, das nicht irgendwie mit dem Nazi-Thema aufgeladen und verzerrt wird. Es fehlt die grundsätzliche Einsicht in der politischen Klasse und in weiten Teilen des Volkes, daß es ohne Versailler Vertrag, Weltwirtschaftskrise und andere Zufälle und Schicksalshaftigkeiten nicht zur Nazi-Diktatur gekommen wäre und daß die Deutschen keineswegs geborene Antisemiten und Völkermörder sind.

Allein dieser Gedankengang hat zumindest bei mir den unmittelbaren emotionalen Effekt, daß all die großartigen Dinge, für die Deutschland steht, plötzlich in dem Licht stehen, das ihnen gebührt. Man spürt auf einmal, wie krankhaft dieser nationale Schuldkult ist und was wir alles an kulturellen Leistungen in der Geschichte übertünchen. Bildlich gesprochen geht es letztlich darum, daß sich unsere emotionale Energie wieder mehr von der Nazizeit hin zum Rest der deutschen Geschichte verschiebt. Und daß wir begreifen, daß unser Deutschsein, unsere Identität nicht zwingend mit der Nazizeit verknüpft sind. Ja daß die nachfolgenden Generationen geradezu ein Recht darauf haben, die Nazizeit symbolisch zu entsorgen.

Deshalb muß ich nun nicht gleich wie ein Ami oder Franzose mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend laufen. Es entsteht aber ein wesentlich positiveres Gefühl zu meinem Heimatland – ganz ohne Burschenschaftler-Allüren oder Höcke-Germanistik. Ein Gefühl, das die Nazizeit nicht als paradigmatisch, als Klotz am Bein, als Fußfessel einordnet, sondern als Unfall, von dem wir uns auch wieder freisprechen können. Das Fehlen dieses Gefühls ist leider auch ein Grund für die desaströse „Flüchtlingspolitik“ sowie das Scheitern der Integration gewisser Migrantenkreise.

Diese Ausführungen hier sind auch deshalb so wichtig, weil nämlich genau diese beschriebenen Defizite in unserem Nationalgefühl, diese linke Verklemmtheit und Spießigkeit zu solchen paranoiden journalistischen Fehlleistungen führen, wie sie im Umgang mit AfD, Pegida und allem, was „rechts“ ist, typisch sind. Man denke nur an die „KZ-Rede“ von Akif Pirincci in Dresden. Nun ist es die „Nazi-Rede“ von Björn Höcke.

Höcke gab zu diesem „Skandal“ übrigens folgenden Kommentar ab:

Höcke selbst äußerte sich in einer persönlichen Erklärung zu den Vorwürfen. Die Auslegung seiner Rede in Dresden sei eine „bösartige und bewusst verleumdende Interpretation“. Er wolle mit seiner Rede vielmehr „hinterfragen, wie wir Deutschen auf unsere Geschichte zurückblicken“.

 

 

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