Jakob Augstein dem Wahnsinn nahe

Jakob Augstein hat mal wieder auf „Spiegel Online“ zur Feder gegriffen und gezeigt, was für eine intellektuelle Niete er ist. Wie ein linker Spießbürger hyperventiliert er angesichts der Erfolge der AfD und bringt nichts weniger zustande, als US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und seine verbalen Ausraster zu bemühen, um Frauke Petry zu diffamieren:

Wir erleben ein Wetterleuchten des Wahnsinns. Der Irrsinn beschleunigt sich. In Deutschland heißt die drittstärkste politische Kraft jetzt AfD. In den USA will Donald Trump Präsident werden. Dystopien drohen Wirklichkeit zu werden. Es herrschen goldene Zeiten für Pessimisten.

Ist das jetzt schon ein „Haßkommentar“, um den sich die Amadeu-Antonio-Stiftung kümmern muß? Wohl kaum, denn ein aufgeklärter Linker ist der Verfasser dieser Worte, und der will schließlich die Welt retten. Im Status des Wahn- und Irrsinns fährt Augstein fort:

Hochmut gegenüber den Deppen jenseits des Atlantiks ist jedoch nicht angebracht. Bei uns ist eine Partei zur drittstärksten Kraft geworden, in der man ernsthaft über Schüsse an der Grenze spricht. In einem Zeitungsinterview wurde Parteichefin Frauke Petry gefragt, wie ein Grenzer reagieren soll, wenn ein Flüchtling den Grenzzaun überwindet.

Zunächst einmal ist die AfD bisher nur in Umfragen drittstärkste Kraft. So viel Differenzierung muß für einen linken Intellektuellen schon sein. Ein paar Monate zuvor sprach sich bereits Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister von Tübingen, dafür aus, die europäischen Grenzen mit Waffengewalt zu schützen. Eine entsetzte Kolumne über ein „Wetterleuchten des Wahnsinns“ gab es von Milchbubi Augstein damals nicht. Warum?

Vermutlich weil Herr Palmer nicht in der AfD ist.

Was glaubt eigentlich ein offenkundig nicht mehr Zurechnungsfähiger wie Jakob Augstein, wie die USA ihre Grenze zu Mexiko absichern? Unerlaubter Grenzübertritt ist eine illegale Handlung, und die ankommenden Flüchtlinge haben zuvor bereits etliche sichere Länder durchquert, nachdem sie beispielsweise aus dem Irak oder Syrien geflohen sind.

In dem besagten Interview betonte Frauke Petry übrigens ausdrücklich, daß kein Polizist auf Flüchtlinge schießen wolle und daß dies auch nur Ultima Ratio sein könne. Petry möchte also, daß das breite Arsenal niedrigerer Abschreckungsmaßnahmen zur Anwendung kommt, um die deutschen Grenzen zu sichern.

Von diesen Dingen steht in Augsteins Kolumne – nichts.

Völlig hirnrissig werden die Ausführungen unseres AfD-Hypochonders hier:

Ja, es gibt das „Gesetz über den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte des Bundes“. Und, ja, in Paragraf 11 ist dort auch der „Schusswaffengebrauch im Grenzdienst“ geregelt.

Aber der Bundesgerichtshof hat 1988 in einem Urteil klargestellt: Bevor ein Beamter an der Grenze einen Schuss abfeuert, muss er die „Rechtsgüter der öffentlichen Sicherheit und der körperlichen Unversehrtheit des Fliehenden … gegeneinander abwägen“. Schießen darf man an der deutschen Grenze nur angesichts von „besonders gefährlichen Tätern“. In einem Mauerschützenprozess stellte der Gerichtshof 1992 noch einmal fest, Schüsse an der Grenze sollten „Verteidigung von Menschen“ dienen – wenn „von demjenigen, auf den geschossen wird, eine Gefährdung von Leib oder Leben anderer zu befürchten ist“.

Es gibt eben keinen Schießbefehl an der deutschen Grenze, und die Bundesrepublik ist eben nicht die DDR. Aber es ist offenbar leichter, Frauke Petry aus der DDR zu holen als die DDR aus Frauke Petry.

Dem kann man ja ganz einfach mal die Originalworte von Frauke Petry aus dem Interview mit dem „Mannheimer Morgen“ gegenüberstellen:

Ich habe das Wort Schießbefehl nicht benutzt. Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt. Entscheidend ist, dass wir es so weit nicht kommen lassen und über Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen den Flüchtlingszustrom bremsen.

Der hier erwähnte DDR-Schießbefehl galt ja DDR-Bürgern, die nicht ausreisen durften und es mit Gewalt versuchten. Wenn in Frauke Petry also angeblich DDR-Gedankengut stecken würde, dann würde sie einen Schießbefehl auf ausreisewillige Bürger der BRD goutieren, die unsere Staatsgrenze z.B. nach Österreich überwinden wollen. So viel zu den geistigen Fähigkeiten Augsteins.

Petry mag die aktuelle Gesetzeslage ja durchaus etwas überinterpretiert haben. Zu apokalyptischem Geraune über den Untergang westlicher Werte geben ihre Worte aber nicht im geringsten Anlaß, zumal sie durchaus einen gewissen Interpretationsspielraum zulassen. Entlarvend ist auch die folgende Passage des Augstein-Klagelieds, die auch den typischen antidemokratischen Bewußtseinszustand eines Linken markiert:

Früher haben sich die Leute geschämt zuzugeben, dass sie eine rechte Partei wählen. Das ist vorbei. Reinhard Schlinkert, Chef des Umfrageinstituts Infratest dimap, hat das neulich gesagt.

Das ist das Demokratieverständnis eines Linken. Da kann einem nur angst und bange werden. Warum vermeidet Augstein hier den Begriff „rechtsextrem“? Vermutlich ist er einfach zu dumm, um zwischen rechts und rechtsextrem zu differenzieren. Vielleicht würden die gleichen Menschen, die sich nicht „schämen“, AfD zu wählen, sehr wohl Scham empfinden beim Gedanken, NPD oder DVU zu wählen. Für Milchbubi Jakob Augstein vermutlich eine Art kosmisches Mysterium, warum Menschen zwischen diesen Parteien differenzieren.

Am schlimmsten ist Augsteins Kolumne aber ganz zu Anfang und am Ende. Beide Passagen zeugen von einem beklemmenden Verleugnungszustand:

Wer schon immer an der westlichen Kultur verzweifeln wollte, hat jetzt zwei gute Gründe: Frauke Petry und Donald Trump. Der Schlaf der Demokratie hat diese Ungeheuer geboren.

In den USA Donald Trump, bei uns Frauke Petry – das sind pathologische Symptome. Die liberale Demokratie liegt ermattet darnieder. Leute wie Trump und Petry sind die Dämonen, die ihr Schlaf gebiert. Keine Parole ist zu platt, das ist die Erkenntnis der bösen Populisten von rechts. Sie sind nicht dumm. Sie haben nur kein Gewissen.

Die letzten Worte treffen eigentlich perfekt auf Jakob Augstein zu. Unsere liberale Demokratie liegt tatsächlich ermattet darnieder. Linksextreme Gruppen verbreiten Angst und Schrecken, greifen Politiker an, stören Demonstrationen, Politiker scheuen die argumentative Debatte mit neuen Gruppen, die die Demokratie nun einmal ab und an gebiert, und propagieren gar eine „Kauft-nicht-bei-Juden“-Mentalität, wenn sie dazu aufrufen, daß Inserenten bestimmte Zeitungen meiden sollten oder Vermieter AfD-Veranstaltungen boykottieren sollten. Andersdenkende werden sehr plump diffamiert und mit Totschlagsettiketten ausgegrenzt. Und nicht zuletzt stellen sich viele Journalisten vom Schlage Augsteins als nützliche Idioten diesen totalitären Tendenzen zur Verfügung.

Im Grunde genommen dient die Lektüre der „Lügenpresse“ in diesen Tagen eigentlich nur der Veranschaulichung des infantilen und regressiven Geisteszustandes der etablierten Akteure. Man kann in aller Breite studieren, in was für kindlichen Verleugnungszuständen sich Menschen wie Jakob Augstein befinden. Sie merken gar nicht, daß sie eigentlich über sich selbst sprechen, wenn sie in scharfen Tönen über die AfD und ihre Politiker schwadronieren. Es ist ein lehrreiches Studium, das einen wirklich an der westlichen Kultur verzweifeln lassen kann – mehr noch als die verbalen Ausraster eines Donald Trump, zu denen übrigens ein Leser unter dem Artikel treffend Folgendes formuliert:

„Ich würde sie einfach wegbomben, die Penner…“ So redet Trump seit 7 Monaten als Kandidat, und so handelt Obama seit 7 Jahren als Präsident. Warum macht sich Jakob Augstein über das eine so viel mehr sorgen als über das andere?

Die Sandkasten-Mentalität von Leuten wie Jakob Augstein, Georg Diez oder Margarete Stokowski zeigt sich wohl am besten darin, mit welcher Chuzpe man mal eben Donald Trumps verbale Amokläufe und Frauke Petrys recht sachliche Aussagen auf eine Stufe stellt.

Da sieht man schön, daß hier eigentlich Kindergartenkinder im Sandkasten ihr ganz persönliches Theaterstück „Demokratie“ aufführen.

Demokratie findet immer dann statt, wenn man zu den Guten gehört.

 

 

juliaschrammamadeuantonioafd

Die „Taz“ dreht völlig durch

Wenn ich als besorgter und rechtschaffener Bürger AfD wähle oder Pegida-Demos besuche, dann tue ich das also in Nachfolge des industriellen Massenmords an den Juden.

Und wenn ich Fahrrad fahre, Cornflakes esse oder Grün wähle? Tue ich das dann auch „in der Nachfolge des industriellen Massenmords an den Juden“?

Zu diesem schwachsinnigen „Taz“-Kommentar fällt einem wirklich nichts mehr ein. Im übrigen brennen die wenigsten Asylunterkünfte, während sie schon bewohnt werden. Da scheint bei den heutigen Brandstiftern doch eine wesentlich ausgereiftere Ethik vorhanden zu sein als bei den Nazis im Dritten Reich.

„Dunkeldeutschland“ ist in diesen Zeiten in einem Zustand, der einem Autor solcher provokanten Zeilen sofort abverlangt, sich brutalstmöglich von rechtsradikalem Gedankengut zu distanzieren. Humor und Sarkasmus sind nicht die Paradedisziplinen linker Gutmenschen.

Die Taz-Lusche, die den oben abgebildeten Text verfaßt hat, heißt übrigens Ambros Waibel und hat vermutlich noch nie den Gedanken gehegt, daß man es auch Haßkommentare nennen könnte, wenn man AfD-Politiker als Irre, Dumpfbacken oder Schande für Deutschland bezeichnet, wie dies ranghohe Politiker bereits getan haben.

Natürlich lehne auch ich es ab, Flüchtlingsunterkünfte zu beschmieren oder anzuzünden. Was aber hat AfD-Wählen oder Pegida-Demonstrieren mit dem Holocaust zu tun? Die Antwort bleibt Ambros Waibel natürlich schuldig. Er zeigt aber schön das, was ich als Holocaustmasochismus bezeichne. Also das zwanghafte Kontextuieren der Gegenwart mit den Verbrechen der Nazi-Zeit.

Dieses Blog heißt „Lügenpresse“. Es bleibt uns leider nichts anderes übrig, als die immer absurderen Fehlleistungen der sogenannten Qualitätspresse hier zu dokumentieren. Möge dies dazu führen, daß diese Zeitungen sämtlich eingehen und ein immer größeres Bewußtsein für die Verlogenheit und Dummheit des Durschschnittsjournalisten entsteht.

Mehr kann man leider nicht tun, als die ausgemachte Idiotie heutiger Journalisten zu archivieren. Jetzt muß der Leser ganz tapfer sein, denn gleich kann er ein schönes Beispiel für die Paranoia von Linken studieren. Es geht um die Zahl von Brandanschlägen auf Asylantenheime 2016:

Spiegeln die Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung also einen, wie Jürgen Roth es formuliert, „genetischen Fingerabdruck“ wider: eine Kontinuität nationalsozialistischer Ideologie und krimineller Energie, die sich durch die Geschichte der Bundesrepublik (und auf andere Art auch der DDR) verfolgen lässt?
Und zweite Frage: Sind die Anschläge von Nazikadern geplant oder entstehen sie spontan aus der daueralkoholisierten Öde des Landlebens?
Man wird jedenfalls sagen müssen, dass die von der Polizei kaum einmal dingfest zu machenden TäterInnen einen höchst wirkungsvollen Guerillakrieg entfesselt haben – gerade im Vergleich zu den schon sprichwörtlich unsichtbaren Aufständen der Linken.

Ja, die Linksextremen. Völlig unsichtbar. Oder meint Herr Ambros normale Linke, die gewaltfrei protestieren sollten? Ich wünsche jedenfalls solch einem Schundblatt wie der „Taz“ den baldigen Untergang. Da war das „Neue Deutschland“ in der DDR ja objektiver und ausgewogener.

Noch ein bißchen Paranoia gefällig? Bitteschön:

Sehen sich inzwischen doch nicht nur die Volksparteien, sondern auch Teile (Boris Palmer, Sahra Wagenknecht) des linksliberalen Spektrums veranlasst, die Forderungen der verbrecherischen Brandstifter und ihrer legalen Alternative für Deutschland auf- und entsprechend „hart durchzugreifen“, wie es Freiburgs Bürgermeister Dieter Salomon für die jederzeit zu identifizierenden kriminellen Migranten verlangt.

Was würden wohl Boris Palmer und Sahra Wagenknecht zu diesen Zeilen sagen? Dieser Schwachsinn ist derartig exorbitant, daß ich hier genauere Argumentationen unterlasse. Das mag hochnäsig sein oder totalitär anmuten. Man erklärt aber auch keinem Orang Utan die Relativitätstheorie.

Halten wir fest, daß Ambros Waibel eine geistige Verbindung zwischen AfD und rechtsextremen Brandstiftern sieht. Er könnte mal die Programme von AfD und Pegida studieren – welche aber dummerweise nicht dem Schema linker Paranoia entsprechen. Ich bin mir zudem sicher, daß die Brandanschläge auf Asylbewerberheime schlagartig abnehmen würden, wenn dem Volk von der Bundesregierung ein glaubwürdiger Ausweg aus dem Asylwahnsinn gezeigt würde, eine Perspektive, kein dumpfes „Wir schaffen das“.

Und schlußendlich noch mal das eingangs gezeigte Zitat im Kontext:

Gefragt, ob er die Sache mit dem Rechtsextremismus nicht zu deutschzentriert sehe, sagte Roth dann noch etwas so Naheliegendes wie Verdrängtes: Deutschland ist das Land des Holocaust.
Wer hierzulande für Pegida auf die Straße geht, wer AfD wählt, wer Hasskommentare in sozialen Medien schreibt, wer Unterkünfte für vertriebene Menschen anzündet, der tut das in der Nachfolge des industriellen Massenmords an den Juden. Das muss man wissen.
Heute vor 71 Jahren wurden die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz von der Roten Armee befreit.

Jetzt erinnere ich mich auch wieder daran, daß in Deutschland der Holocaust passierte. Hätte ich fast vergessen.

Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, AfD-Wählen und mit Pegida Demonstrieren sind in Deutschland also besonders schlimm, weil hier der Holocaust stattfand. Da werden sich unsere Nachbarn freuen über diesen unverhofften moralischen Bonus.

Mich dünkt, daß solche neurotischen Nazi-Hypochonder wie der Taz-Autor einen wesentlichen Anteil daran tragen, daß Deutschland solch eine völlig irrationale „Flüchtlings“-Politik betreibt. Man braucht nicht viel Grips, um die tiefenpsychologische Dynamik der Politik Angela Merkels zu verstehen, die die Sicherheit Isreals zur Staatsräson erklärte und die Kinderrechte auf dem Altar der jüdischen (und muslimischen) Genitalverstümmelung opferte.

Vielleicht wäre es ja doch nicht die schlechteste Variante, wenn wir Deutschen den Holocaust einfach vergessen würden. Dann wären wir womöglich dazu fähig, eine wesentlich konstruktivere und realistischere „Flüchtlings“-Politik zu betreiben, die anerkennt, daß viele Flüchtlinge keineswegs ohne Alternative sind, vor allem aufgrund völlig unrealistischer Vorstellungen nach Deutschland kommen und daß gerade das infantile „Refugees-Welcome“-Geplärre einen nicht unerheblichen Anteil an den Schleuser-Profiten und Toten im Mittelmeer hat.

Mögen die Genossen und Käufer der Taz zur Besinnung kommen, damit dieses peinliche Blatt endlich verrecken möge.

WDR-Journalistin sagt, was alle bereits wissen

Aufmerksame Zeitgenossen, die das Mediengeschehen verfolgen, wissen längst, daß Presse und Fernsehen systematisch bei den Themen der politischen Korrektheit beschönigen und lügen. Wie sollte es auch anders sein?

Jede Gesellschaft hat ihre Verleugnungszustände. Und wer etwas werden will, der tut gut daran, diese Lügensysteme nicht zu berühren – egal ob man nun in einer Demokratie, Diktatur oder religiösen Theokratie lebt.

Jetzt hat eine WDR-Journalistin ganz kurz die Wahrheit gesagt und den Verleugnungszustand der Refugees-Welcome-Hysterie berührt. In einer niederländischen Radiosendung sagte sie laut „Tagesspiegel“:

Wir sind natürlich angewiesen, pro Regierung zu berichten. Wir sind öffentlich-rechtlicher Rundfunk und darum angehalten, das Problem in einer mehr positiven Art anzugehen. Das beginnt mit der Willkommenskultur von Merkel bis zu dem Augenblick, als die Stimmung kippte und es mehr kritische Stimmen im Rundfunk und auch von der Politik gab.

Wenig später stellt selbige Hochqualitätsjournalistin die Dinge richtig. Es war wohl doch nicht so gemeint, wie gesagt:

Ich habe an dieser Stelle Unsinn geredet. Unter dem Druck der Live-Situation in der Talkrunde habe ich totalen Quatsch verzapft. Mir ist das ungeheuer peinlich. Denn ich bin niemals als freie Journalistin aufgefordert worden, tendenziös zu berichten oder einen Bericht in eine bestimmte Richtung zuzuspitzen.

Dann ist ja alles wieder gut. Die Öffentlichkeit ist nur leider wesentlich weiter. Im Internetzeitalter mutieren Politiker und die etablierten Medien immer mehr zu Insassen einer Irrenanstalt, während Wähler und Leser von draußen amüsiert zusehen.

Die absolute Neutralität der Medien in Deutschland wird wieder einmal dadurch bewiesen, daß die erfolgreiche Neupartei AfD, die bereits in mehreren Landtagen sitzt, aus den Talkrunden von SWR und MDR zu den kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgeschlossen wird.

Da bezahlen wir den Rundfunkbeitrag doch gerne.

Jan Fleischhauer: War die Wiedervereinigung ein Fehler?

Auf diesem Blog sollen eigentlich vornehmlich unterdrückte Kommentare auf Online-Medien veröffentlicht werden. Darüberhinaus gilt es natürlich auch, sich den einen oder anderen Artikel der etablierten Medien vorzuknöpfen, wenn sich wieder einmal eine groteske intellektuelle Schieflage manifestiert.

Dies geschieht aktuell bei einer Kolumne von Jan Fleischhauer über die angebliche Fremdenfeindlichkeit Ostdeutscher, die signifikant stärker ausfalle als im Westen. Jan Fleischhauer vom „Spiegel“ ist eigentlich einer der Journalisten der „Lügenpresse“, der für Vielfalt im gleichgeschalteten Medienbetrieb sorgt. Die Argumente in seinem aktuellen Erguß sind aber derartig verdreht und tendenziös, daß sie hier einmal auseinandergenommen werden sollen.

Schon die Einleitung hat es in sich:

Der Osten weist den Vorwurf stets von sich, fremdenfeindlich zu sein. So wie der Islam stets abstreitet, mit Terror etwas zu tun zu haben. Warum aber votiert jenseits der Elbe jeder Dritte für Parteien, die ein Problem mit Andersartigkeit haben?

Im Laufe seiner Kolumne erläutert Fleischhauer, daß er mit Andersartigkeit nicht nur ethnische Differenz meine, sondern auch soziale. Die Linkspartei sei eine Partei, die soziale Uniformität anstrebe und ein Problem damit habe, daß es Arm und Reich gibt – um es einmal sarkastisch auszudrücken. Alle anderen Parteien außer AfD und Linker haben also laut Fleischhauer kein Problem mit „Andersartigkeit“.

So kommt Kolumnist Fleischhauer auf sein Drittel, das in Ostdeutschland Andersartigkeit ablehne. Das ist so plump und billig, daß es schon etwas schockiert. Denn Formen der Andersartigkeit gibt es bekanntlich viele. Man könnte jetzt die Werte von Linkspartei und AfD in Westdeutschland addieren und käme dann vielleicht auf 15%. Fleischhauer erwähnt nicht, daß die CSU im Westen, welche bekanntlich eine andere Asylpolitik fordert und auch in der Vergangenheit nicht verlegen war, ein bißchen „fremdenfeindlich“ zu sein, auch auf einen erheblichen Stimmenanteil kommt. Zu erwähnen wären vielleicht noch Jürgen Rüttgers, ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Freund von „Kindern statt Indern“, sowie Roland Koch mit seiner legendären Wahlkampagne „Ypsilanti, al-Wazir und die Kommunisten stoppen!“ von 2008 in Hessen, die recht unverhohlen an fremdenfeindliche Instinkte appellierte.

Und zu guter Letzt sei auch noch die extreme Mobbing-Kultur genannt, die gerade viele junge „Ossis“ in Westdeutschland erfahren haben. Solche Geschichten höre ich von nahezu jedem Ostdeutschen, den es nach der Wende in den Westen verschlagen hat. Fremden- und Menschenfeindlichkeit können viele Gesichter haben. Fleischhauer dokumentiert mit seinem verqueren Blick auf Ostdeutschland nicht zuletzt selbst ein gehöriges Maß an Fremdenfeindlichkeit.

Das eigentlich Erschütternde an Fleischhauers Argumentation ist die mangelnde Differenziertheit und die Willkürlichkeit mit der er dem Osten ein Toleranzproblem andichtet. Denn seine Auswahl dessen, das es zu tolerieren gelte, ist sehr subjektiv und selektiv. Ein Problem mit der „Andersartigkeit“ haben sicherlich auch einige katholische Milieus in Süddeutschland, für die die Kinderlosigkeit Merkels ein Problem darstellt oder das Single-Dasein von Ilse Aigner. Und wie ist es um das bildungsbürgerliche Spießertum westdeutscher Provenienz bestellt? Die Plagiatsaffären der vergangenen Jahre betrafen ausschließlich westdeutsche konservativ-liberale Milieus.

Wie bemitleidenswert sind doch Menschen, die ihren Selbstwert derartig vom angeblichen sozialen Status abhängig machen, den ein Doktortitel mit sich bringt? Da scheinen Ostdeutsche aufgrund ihrer egalitären Sozialisation wesentlich lockerer zu sein. Auch wenn man aus hohem Hause kommt, muß man doch nicht zwangsläufig akademisch oder beruflich reüssieren. Wo bleibt da das proletarische Bewußtsein? Der Mut zur Andersartigkeit?

Man könnte sich hier noch lange in dieser Weise über Fleischhauers psychologisch naiven Andersartigkeitsbegriff lustig machen, mit dem er salopp nur dem Osten ein Toleranzproblem, eine Spießigkeit attestiert. Man findet sicherlich noch weitere Beispiele für die Angst vor dem Anderen in Westdeutschland und für eine aufgeschlossenere Lebenshaltung im Osten. Mir fiele z.B. die Angst der Westdeutschen vor den Arbeiter- und Migrantenkindern in einem egalitären Schulsystem ein. Oder die Abneigung zum Dialektsprechen, wie man sie zumindest in Westberlin außerhalb der einfachen Schichten vorfindet.

Wie man sieht, hängt die Definition des „Andersartigen“ auch vom politischen Standpunkt ab – oder vom jeweiligen Verleugnungszustand. Aus ostdeutscher Perspektive muß man der westdeutschen Gesellschaft ebenfalls ein hohes Maß an Angst vor Veränderung attestieren. Wir können also zunächst einmal festhalten, daß Fleischhauers Punkt schlicht und einfach schwach bis nichtig ist, da er auf Teufel komm raus drauf los konstruiert. Bleibt nur noch der Vorwurf des Rechtspopulismus und der eigentlichen Fremdenfeindlichkeit, wenn man Fleischhauers Andersartigkeits-Inflation wieder darauf reduziert, worauf er hinaus will. Sicherlich hat der Osten eine stärkere Affinität zu AfD und Pegida. Aber warum ist er dann gleich „fremdenfeindlich“? Bei den ersten Pegida-Demonstrationen trat auch sichtbar ein „Quoten-Neger“ auf, der sicherlich weniger Hemmungen hat, offen über Multikulti und „Wir schaffen das“ zu reden. Erst jüngst sprach ein schwarzafrikanischer Jugendlicher auf einer Pegida-Demo unter tosendem Beifall des „fremdenfeindlichen“ „Packs“ und ermutigte die Zuhörer zu einem selbstbewußteren Nationalgefühl.

Wir haben hier das klassische Problem, daß in Deutschland vornehmlich von Linken sofort hysterisch „rechts“, „fremdenfeindlich“ oder „rassistisch“ krakeelt wird, sobald man – nicht etwa etwas prinzipiell gegen Ausländer, Migranten oder das Asylrecht habe, sondern – schlicht und einfach Mißstände und Auswüchse anspricht wie z.B. unter Muslimen. Dann wird sofort die Nazi-Keule geschwungen, als habe man per se etwas gegen Asylanten oder Zuwanderer. Zuletzt machte auch der „Spiegel Online“-Autor Stefan Kuzmany wieder Gebrauch von dieser Foltermethode der „weltoffenen Demokraten“. Daß ausgerechnet Fleischhauer in diesen Konformitäts-Chor mit einstimmt, erstaunt.

Man muß nur mal einen Blick in das AfD-Programm, Abschnitt Einwanderung, werfen. Dort steht:

Wir fordern eine Neuordnung des Einwanderungsrechts. Deutschland braucht qualifizierte und integrationswillige Zuwanderung.

Wir fordern ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. Eine ungeordnete Zuwanderung in unsere Sozialsysteme muss unbedingt unterbunden werden.

Ernsthaft politisch Verfolgte müssen in Deutschland Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehört auch, dass Asylbewerber hier arbeiten können.

Weder AfD noch Pegida wünschen sich eine völkische Homogenität, was Fleischhauer aber nicht davon abhält, Folgendes zu formulieren:

Das zentrale Versprechen ist Homogenität, das ist das Wort, um das hier alles kreist. Die einen versprechen soziale Homogenität, die anderen kulturelle. Gegen zu viel Ungleichheit sind beide.

„Die verstörte Nation“ ist die Titelgeschichte des SPIEGEL über die neue Querfront, in der sich links und rechts zusammenfinden, überschrieben. Die Kollegen haben viele Beispiele für den deutschen Ungeist gesammelt, der jeden, der irgendwie aus dem Rahmen fällt, als Zumutung empfindet. Wenn man genau hinschaut, stellt man allerdings fest, dass sich dieser Ungeist fast immer in Ostdeutschland manifestiert. Plauen, Meißen, Erfurt – das sind die Orte, in denen sich der Wunsch nach Gleichförmigkeit so vehement Bahn bricht, dass man von einer Bewegung sprechen kann.

Das Schreckgespenst der „völkischen Homogenität“ muß also herhalten, um eine berechtigte Kritik an der Asylkatastrophe und an muslimischen Parallelgesellschaften zu diskreditieren. Eine geradezu klassische Diffamierungsstrategie. Man verzerrt die Position des Gegners wider besseres Wissen und gegen die Faktenlage. Die zentrale Ironie von Fleischhauers Artikel ist die, daß er als Westdeutscher ein großes Problem mit der ostdeutschen Andersartigkeit hat, die es natürlich auch im Westen gibt, wenn auch weniger deutlich artikuliert. Der absurdeste Satz des obigen Abschnitts ist folgender:

Die Kollegen haben viele Beispiele für den deutschen Ungeist gesammelt, der jeden, der irgendwie aus dem Rahmen fällt, als Zumutung empfindet.

Fallen nicht für Jan Fleischhauer die Ostdeutschen aus seinem schönen westdeutschen Rahmen? Wo ist seine zuvor beschworene Toleranz, wo seine in der pluralistischen Demokratie gelernte interkulturelle Kompetenz?

Gerade hat der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Christian Thielemann – übrigens auch ein demokratieerprobter Wessi – eine Bannmeile um das historische Zentrum Dresdens gefordert, weil er die aus dem Rahmen fallenden Pegida-Demonstrationen als Zumutung empfindet. Demnächst erwarten wir eine Enthüllungsstory im „Spiegel“ über den deutschen Ungeist Christian Thielemann. Oder über den westdeutschen Politologie-Professor Mielke (!), der am liebsten polizeistaatliche Einschüchterungsmethoden gegen Pegida-Demonstranten angewendet sieht. Das ist keine Satire. Wer den zurückliegenden Link anklickt, wird Zeuge davon, wie lächerlich und realitätsentrückt die Ausführungen von Jan Fleischhauer sind.

Die obigen Zeilen Fleischhauers beschreiben, wenn auch ungewollt, genau den paranoiden Umgang von Medien und Politikern mit Islam- und Asylkritikern verschiedenster Couleur, der aktuell so frappierend ist. Egal ob sie nun aus dem Osten oder Westen kommen. Da wird dämonisiert, gedichtet, mit zweierlei Maß gemessen und verzerrt, was das Zeug hält. Man denke nur an das lächerliche Brimborium um die gezückte Deutschlandfahne eines AfD-Politikers in einer Fernseh-Talkshow oder die Hetz-Rhetorik von Politikern wie Sigmar Gabriel, Heiko Maas, Volker Beck oder Cem Özdemir. Gerade im Umgang mit AfD und Pegida zeigt sich der totalitäre Ungeist der deutschen Gesellschaft.

Der Osten hat nicht oder nur sehr bedingt die Schule westdeutscher, „weltoffener“ politischer Korrektheit durchlaufen. Ostdeutsche tun sich leichter damit, den Multikulti-Irrsinn und negativen Nationalismus westdeutscher Prägung zu hinterfragen. Und es ist auch das gute Recht von Menschen, die bisher nur mit wenigen Ausländern zusammenlebten, einen geringeren Migrantenanteil für erstrebenswert zu halten, als dies Westdeutsche tun, die schon seit vielen Jahrzehnten in einer Einwanderungsgesellschaft leben. Fleischhauer müßte sich nur mal das Programm von Pegida oder AfD anschauen, um sehen zu können, daß es nicht um Ausländer oder Asylanten per se geht, sondern um deren Quantität und Qualität, um den Mißbrauch des Asylrechts, um religiösen Fundamentalismus und kulturellen Autismus gewisser Einwanderermilieus.

Folgendes Zitat bringt die Ironie von Fleischhauers Weltbild noch einmal schön auf den Punkt:

Wenn eine der größten Errungenschaften des Westens das „angstfreie Andersseindürfen für alle“ ist, wie es der Philosoph Odo Marquard genannt hat, dann hat der Osten auch 26 Jahre nach Mauerfall nicht wirklich aufgeschlossen. Wer für das Recht auf Individualismus und gegen die Kuhstallwärme der Volksgemeinschaft eintritt, hat dort bis heute einen schweren Stand.

Zur Erinnerung: Im Gegensatz zum Westen hat sich der Osten die Demokratie selbst erkämpft. Diese Lebenserfahrung und die innere Emigration innerhalb einer totalitären Gesellschaft stecken natürlich noch in den Knochen eines jeden Ostdeutschen. Das „angstfreie Andersseindürfen“ ist in diesen Zeiten leider für all jene eine Wunschvorstellung, die sich offen zu AfD oder Pegida bekennen, die an entsprechenden Demonstrationen teilnehmen möchten. Möglicherweise ist es genau diese schlechte Kopie des DDR-Lebensgefühls, die gerade im Osten ein besonderes Aufbegehren provoziert.

Um es kurz zu machen: Der Westen hat viel größere Probleme mit Individualismus und dem Hinterfragen der Kuhstallwärme der eigenen Volksgemeinschaft, als ihm vielleicht lieb ist. Totalitarismus kann nämlich auch im Gewande linksgrüner Gesinnungsdiktatur und politischer Korrektheit daherkommen, wie sie nur der „individualistische“ Westen entwickelt hat. Die Kuhstallwärme der westlichen Volksgemeinschaft bilden Gender, geschlechtergerechte Sprache, Islamophilie, Feminismus, nationale Geringschätzung, Holocaustmasochismus, „Refugees Welcome“ und vieles mehr.

Gegenüber diesem Totalitarismus sind Ostdeutsche sehr viel mißtrauischer und emanzipierter. Fleischhauer idealisiert ungewollt die westdeutsche Gesellschaft, pathologisiert undifferenziert die ostdeutsche. Wobei hier nun nicht so getan werden soll, als stellte der Osten das Maß der Dinge hinsichtlich der Gesellschaftskritik dar. Auch im Westen gibt es genug innerlich Emigrierte.

Fleischhauer tut uns also den Gefallen, daß er unfreiwillig die Egozentrik und Pathologie vieler Westdeutscher offenbart, für die der Osten ein Mysterium darstellt. Zudem zeigt er uns auch, wie sehr Andersartigkeit auch für konservative und katholische Milieus mit ihrer Sozialismus-Paranoia ein Problem darstellt. Wenn er schon mit dem ostdeutschen Wunsch nach Homogenität kommt, so sollte er doch mal einen Blick auf die spezielle Spießigkeit westdeutscher Milieus werfen. Auf die Angst vor einer sozialeren Gesellschaft, in der man soziale Ungerechtigkeit und eine enorme Spreizung der Vermögensverhältnisse nicht mit dem dummen Wort „Freiheit“ verbrämt.

Es soll hier ja nicht verschwiegen werden, daß Rechtsextremismus und Rassismus ein stärker ostdeutsches Problem sind. Diese Unterschiede gibt es ja tatsächlich. Und sie gibt es ja auch im Westen, vornehmlich dort, wo soziale Verwerfungen existieren.

Das Problem an Fleischhauers Äußerungen ist, daß er mit überbreitem Pinselstrich nach recht willkürlichen Kriterien die ostdeutsche Gesellschaft pathologisiert. Hiermit verrät er ungewollt die Pathologien der westdeutschen Gesellschaft, die zum einen eine sozialere Gesellschaft mit weniger Konkurrenz- und Statusgehabe fürchtet und zum anderen stärker politisch korrekt verblödet ist. Wir haben hier also ironischerweise ein widersprüchliches Krankheitsbild. Die Post-DDR-Gesellschaft ist sowohl für Konservative ein Graus als auch für Linke. Ossis haben weder Bock auf eine künstliche, kapitalistische Heterogenität, die mit Freiheits- und Wettbewerbslametta geschmückt wird, noch auf eine künstliche „völkische“ Heterogenität, wie sie Linke anstreben, um endlich das gehaßte Deutschland aufzulösen.

Dies ist sicherlich eine pointierte Darstellung, aber vielen Ostdeutschen ist der servile, islamo- und xenophile Selbsthaß westdeutscher Linker einfach fremd. Und auch Westdeutsche lernen natürlich dazu.

Vielleicht ist die angebliche „Querfront“ aus Rechts und Links gar nicht so schlecht und stellt viel eher einen Gesundungsprozeß der deutschen Demokratie dar.

Es ist alles eine Frage der Perspektive.