Gideon Böss und die Selbstüberschätzung heutiger Journalisten

Gideon Böss ist zwar kein ausgemachter Schmierfink der Lügenpresse wie z.B. Jakob Augstein oder Georg Diez. Einen ziemlich deppischen Tweet hat er trotzdem abgelassen. So deppisch, daß ich ihn hier mal exponiere:

 

gideon-boess-twitter-paywall-luegenpresse

 

Man wundert sich ja immer wieder über die reduzierte Logik von Gutmenschen, die oft von haarsträubenden denkerischen Fehlleistungen zeugt. Da werden für die schnelle Pointe und das reine Weltbild schnell gravierende Dinge ausgeblendet.

So auch hier. Muß man jetzt noch erklären, daß Getränke und Speisen verschiedenster Sorte für unsere Lebenserhaltung wichtig sind, Zeitungsartikel aber nicht?

Ja. Im Gender-Refugee-MeToo-Deutschland muß man das leider erklären. Deutschland ist in den letzten 20 Jahren unter tatkräftiger Mitwirkung linker Pharisäer zu einem Ponyhof geworden.

Ich habe keine Ahnung, warum Böss obigen „Tweet“ vom Stapel ließ, vermute aber, daß er damit die vermeintliche Argumentationsresistenz böser „Rechter“ karikieren will, die partout für tolle Gutmenschen-Artikel hinter Bezahlmauern nichts berappen wollen.

Bezahlmauern! Wer baut heutzutage eigentlich noch Mauern? Unfaßbar! Wir Informations-Refugees werden von schlimmen digitalen Grenzzäunen abgehalten. Und das von weltoffenen Haltungs-Journalisten. Das Konzept der Bezahlmauer sollte dringend überdacht werden, wenn man gleichzeitig in Artikeln für offene Grenzen und Messereinwanderung argumentiert.

Ich bitte um Verständnis, daß wir Kritiker der Lügenpresse auch in Zukunft Pizza und Apfelsaft mehr schätzen werden als häufig auch intellektuell ungenießbare Produkte des Qualitätsjournalismus.

Wie schon gesagt, Gideon Böss ist kein richtiger Schmierfink. Er arbeitet als Kolumnist für diverse Presseorgane, so auch für „Welt“, „Focus“ und „Spiegel Daily“. Außerdem hat er selbst sich schon kritisch mit dem Phänomen der politischen Korrektheit auseinandergesetzt. Richtig zusammenscheißen will und kann ich ihn deshalb hier nicht.

Aber zeigen sollte man ruhig einmal, was für Leute sich so in unserer Qualitätspresse tummeln.

Da hat ja manch Bauarbeiter oder Aldi-Kassiererin mehr Grips in der Birne.

 

PS: Immerhin zeigt der „Retweet“ durch Melanie Amann vom „Spiegel“, daß auch echte Schmierfinken der Lügenpresse dringend einen geistigen Reboot bräuchten. Ich will gar nicht wissen, welche und wieviele Journalisten diesen Tweet noch „retweetet“ haben.

Ein bißchen Lügenpresse bei „Taz“ und „Huffington Post“

Vor ein paar Wochen klaute ich mir mal wieder eine Ausgabe der „Taz“ in meiner Bezirksbibliothek. Ich klaue allerdings nur mit sozialer Sensibilität und gutem Gewissen. Zum einen, weil ich solch einem Blatt wie der „Taz“ nicht auch noch Geld hinterherwerfen will, und zum anderen, weil ich mir immer nur die allerletzte Ausgabe im Stapel stibitze.

Es handelt sich also immer um eine bereits veraltete Ausgabe, die am nächsten Tag sowieso im Müll landen würde. Ökologisch korrekt ist mein Diebstahl also außerdem noch. Fast könnte ich mich jetzt als ruhmreichen Gutmenschen feiern, wenn da nicht gleich ein zynischer Verriß eines Artikels aus ebenjener „Taz“ käme, die ich entwendet hatte.

Micha Brumlik ist ein hinterhältiger und verschlagener Kolumnist bei der „Taz“ und schrieb in der Ausgabe vom 12. Juni einen rührseligen, gedankenschweren und sowieso total besorgten Artikel über Deutschland und seine Vergangenheitsbewältigung. Anlaß war die Bekanntgabe der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die Vergangenheitsbewältiger Jan und Aleida Assmann.

Micha Brumliks Text fängt so an:

Vergabe des Friedenspreises

Ein unübersehbares Zeichen

Der Deutsche Buchhandel ehrt das Ehepaar Aleida und Jan Assmann für sein Lebenswerk. Diese Entscheidung ist ein Statement gegen das Vergessen.

Das falsche Pathos in der Überschrift zeigt schon an, worauf der „Taz“-Artikel hinausläuft und daß Brumlik zu den vielen AfD-Hypochondern in der Qualitätspresse zählt. So nach dem Motto: Jetzt noch mal diese Sache mit den Nazis, den Juden und den Gaskammern instrumentalisieren, damit auch jeder versteht, daß die AfD-Leute ja auch irgendwie „Nazis“ sind und ganz schlimme Schurken.

Der Text endet mit diesem Absatz:

In einer Zeit, in der eine rechtsextreme Partei, die AfD, dazu auffordert, auf die Verdienste von Angehörigen einer der größten Mordmaschinen der Geschichte, der Wehrmacht, stolz zu sein, und in der ihr Vorsitzender das bisher größte Menschheitsverbrechen, die nationalsozialistischen Morde zum „Vogelschiss“ erklärt, setzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit dieser Preisverleihung ein unübersehbares Zeichen für eine Kultur der Trauer, der Erinnerung und somit der künftigen politischen Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland.

Natürlich ist die AfD keine rechtsextreme Partei. Und natürlich fordert sie nicht dazu auf, stolz zu sein auf die Leistungen von Wehrmacht und Reichswehr. Noch nicht einmal Alexander Gauland fordert dies. Die Sache sah vielmehr so aus:

Wenn Franzosen und Briten stolz auf ihren Kaiser oder den Kriegspremier Winston Churchill seien, „haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“, sagte der 76-Jährige.

Alexander Gauland fordert also niemanden auf, stolz auf die Leistungen deutscher Soldaten zu sein, sondern bestand lediglich auf dem Recht dazu. Ich schreibe dies hier vorsichtshalber noch einmal explizit für die Legastheniker der Qualitätsmedien. Man weiß ja nie.

Warum lügt Micha Brumlik hier also derartig dreist?

Kleiner Tip an die Presse: Der Leser hat ein feines Gespür für den Belastungseifer, mit dem über die AfD geschrieben wird. Und er kann diese Paranoia tagtäglich nahezu überall studieren.

Micha Brumlik schreibt in der obigen Passage pathetisch:

…und in der ihr Vorsitzender das bisher größte Menschheitsverbrechen, die nationalsozialistischen Morde zum „Vogelschiss“ erklärt…

Das größte Menschheitsverbrechen, das je von Deutschen verübt wurde, ist bekanntlich „Modern Talking“. Die deutsche Geschichte endet nicht im Jahre 1945, Herr Brumlik. Des weiteren meine ich, daß im Auftrage Stalins oder Maos wesentlich mehr Menschen den Tod fanden als im Holocaust.

Aber wir wollen hier nicht kleinlich sein. Interessant ist, daß Micha Brumlik auch in dieser Passage ordentlich herumkleistert und verfälscht, denn Alexander Gauland sprach auf dem Parteitag der Jungen Alternative davon, daß nicht der Holocaust, sondern Hitler und die Nazis ein Vogelschiß seien gemessen an den gut 1000 Jahren „erfolgreicher deutscher Geschichte“. Später relativierte und garnierte Gauland seine Äußerungen noch, um dem von Qualitätsjournalisten insinuierten Eindruck entgegenzuwirken, er wolle die Nazizeit oder den Holocaust verharmlosen.

Auch hier verdreht und dichtet Brumlik also im Sinne seiner Ideologie. Immer schön das brutalstmögliche Bild von der AfD zeichnen. Es ist eben ein deutlicher Unterschied, ob man den Holocaust als Vogelschiß bezeichnet oder Hitler und die Nazis.

Brumlik selbst ist Jude, von 2000 bis 2005 leitete er das Fritz-Bauer-Institut, ein „Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust“. Heute arbeitet er am Zentrum Jüdische Studien. Diesen biografischen Hintergrund sollte man kennen, um Brumliks Nazi- und AfD-Hypochondrie zu verstehen.

Die AfD soll eine rechtsextreme Partei sein? Hält eine „rechtsextreme“ Partei Schweigeminuten für eine ermordete Jüdin ab? Wollen Mitglieder einer „rechtsextremen“ Partei in Buchenwald des Holocaust gedenken?

Noch ein Tip an die Presse: Auch von sprachlichen Inquisitionsritualen wie „rechtspopulistisch“, „fremdenfeindlich“, „sexistisch“ oder eben „rechtsextrem“ etc. läßt sich der Bürger heutzutage nicht mehr sonderlich beeindrucken. Dazu werden diese Vokabeln viel zu oft, ostentativ und reflexhaft verwendet.

Ich will Herrn Brumlik ja nicht schockieren, aber in der „Vogelschiß“-Sache hat der liebe Herr Gauland tatsächlich recht. Hierfür habe ich mir den Begriff der „zeithistorischen Egozentrik“ ausgedacht. Diesen faschismusfixierten 68er-Narzißmus findet man bei vielen Linken. Sie dröhnen geradezu von der ewigen Schuld, dem ewigen Kern der deutschen Identität und spielen das, was ein Historiker mal als „negativen Nationalismus“ bezeichnete und ich „Schuldgrandiosität“ nenne. Also einen Größenwahn der Schuld.

Fast könnte man meinen, eine neue Religion sei nach 1945 in Deutschland entstanden. Was dem braven Katholiken der Teufel und die Hölle sind, das sind dem Alt-68er und heutigen Linken Adolf Hitler und der Faschismus.

Diese metaphysische Überhöhung und Perpetuierung der Nazizeit könnte man auch als zeithistorische Egozentrik bezeichnen. In diesem falschen Bewußtsein fehlt einem der Sinn für die Vogelschißhaftigkeit der Nazizeit.

Spätestens in 100 Jahren ist die Nazi-Zeit tatsächlich so etwas wie ein Vogelschiß auf der deutschen Geschichte. Für diese Einsicht müßte man sich allerdings geistig mal etwas locker machen und die eigene Besessenheit kritisch reflektieren. Eine Psychotherapie speziell für Alt-68er wäre auch nicht schlecht. Motto: „Abschied von der Wichtigtuerei. Wie schaffe ich es, die Nazizeit nicht mehr für mein Ego zu instrumentalisieren und zum Alpha und Omega der Weltgeschichte zu stilisieren?“

 

Bei der Recherche zu diesem Blog-Eintrag bin ich übrigens auch auf einen Artikel zum gleichen Thema in der „Huffington Post“ gestoßen, der wirkt, als wäre er von einem „Bravo“-Redakteur verfaßt worden. Dort heißt es:

AfD-Politiker Gauland: Deutsche sollen stolz auf „Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ sein

Alexander Gauland hat bei einer Rede zum Stolz auf die „Leistung deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ aufgerufen

Später im Text bringt die Huffington Post dann noch mal das Original-Zitat von Gauland. Jeder Leser kann also unmittelbar nachvollziehen, daß hier manipuliert wird. Bei den Redakteuren der Lügenpresse scheint die Devise zu gelten: Dient es nur dem Guten und dem Kampf gegen rechts, darf man auch gerne etwas ungenau sein.

Das ist dann aber kein „Qualitätsjournalismus“ mehr, liebe Pressevertreter.

Kaum irgendwo zeigt sich das pathologische Schuldbedürfnis vieler wohlmeinender Journalisten deutlicher als in den Simplifizeriungen und „Nazifizierungen“ von Äußerungen Rechter. Man denke nur an die lächerliche Empörung um das „Denkmal der Schande“ von Björn Höcke.

Soll man das Holocaustmahnmal etwa als Denkmal der Freude oder des Stolzes bezeichnen? An solchen Momenten erlebt man ungefiltert, in was für einem Irrenhaus wir mittlerweile leben. Auch „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein sprach bekanntlich von einem „Denkmal der Schande“. Und den Empörten fällt vermutlich bis heute nicht auf, was sie da verzapfen. Empörung ist heutzutage schließlich fast alles. Wenn es die AfD nicht gäbe, man müßte sie erfinden.

Unfreiwillig komisch ist dieses Statement in der „Zeit“:

In diesem Jahr machte auch Gaulands Parteikollege Björn Höcke Schlagzeilen, als er im Januar bei einer Rede in Dresden sagte, das Holocaust-Mahnmal in Berlin sei „ein Denkmal der Schande“.

Au weia! Auch in der „Huffington Post“ wird der Fall Höcke noch mal erwähnt:

Was Björn Höcke tatsächlich getan hat: Er hat das Holocaust-Denkmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnet. Gauland hatte ihn für diese Aussage verteidigt und Höcke sogar als „Seele der AfD“ bezeichnet.

Nun gut. Die „Huffington Post“ soll doch mal erklären, wie man das Holocaustmahnmal sonst nennen sollte, wenn „Denkmal der Schande“ so anstößig ist. Wäre interessant, was da für Vorschläge kommen. Wie gesagt, der Artikel wirkt wie aus einer „Bravo“-Ausgabe für den Nachwuchs bei der Antifa oder der Linksjugend.

Noch ein kleines Schmankerl in diesem Stil:

Beim Kyffhäuser-Treffen sagte Gauland nun über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten: „Ja, wir haben uns mit den Verbrechen dieser zwölf Jahre auseinandergesetzt.“ Kein Volk habe so gründlich mit seiner „falschen Vergangenheit“ aufgeräumt, wie das deutsche Volk.

Nicht „grausame Vergangenheit“, nicht „abscheuliche Vergangenheit“, nicht einmal „traurige Vergangenheit“ – sondern „falsche Vergangenheit“. Als wolle Gauland sagen: Die Geschichte des Nationalsozialismus sei erfunden.

Mal abgesehen von den vielfältigen Bedeutungsnuancen des Wortes „falsch“ – wurde nicht kurz zuvor Gauland mit den Worten zitiert, man habe sich „mit den Verbrechen dieser zwölf Jahre auseinandergesetzt“?

Nur mit Nazi-Paranoia, Schuldgrößenwahn und Gutmenschentum lassen sich dieser legasthenische Belastungseifer und diese forcierte Begriffsstutzigkeit erklären. Niemand muß die Auffassungen Gaulands oder Höckes teilen. Die Frage bleibt aber, warum man es eigentlich nötig hat, die AfD derartig zu dämonisieren.

Aus meiner Sicht, weil die AfD – wenn auch nach rechts übersteuert – verleugnete Wahrheiten auf die politische Tagesordnung bringt, die den Anhängern des deutschen Schuldkultes zutiefst Angst machen.

Wer nun einwenden sollte, daß „Huffington Post“ und „Taz“ nicht gerade die Speerspitze des deutschen Qualitätsjournalismus seien, dem sei gesagt, daß man ähnliche Verfälschungen auch anderswo wiederfindet.

 

 

PS: Der Autor dieser Zeilen ist übrigens Pazifist und daher weder auf die „Leistungen“ der Wehrmacht noch der Reichswehr stolz.

Auf die Leistungen der Qualitätsmedien kann man aber noch viel weniger stolz sein.

Feminismus bis zur Vergasung

Vor ein paar Tagen klickte ich mal wieder „Spiegel Online“ an, um einen kurzen Nachrichtenüberblick zu erhalten. Scrollte man die ersten ca. 10 Meldungen mit Weltpolitik und so herunter, erschien diese Meldung:

 

spiegel-online-screenshot-sportler-superverdiener

 

Zwei Nachrichten weiter dann dies:

 

spiegel-online-screenshot-feminismus-bento-oben-ohne

 

Wieder zwei Meldungen weiter dann dies:

 

margarete-stokowski-melania-trump-first-witzfigur

 

Man wird also quasi mit Feminismus zugemüllt. In jeder dieser Meldungen sind Frauen Opfer. Oder besser: Werden als Opfer dargestellt. Ich meine, mir kann das egal sein. Aber sind das nicht „gebildete“ Menschen, die dieses Online-Magazin betreiben? Diesen Leuten müßte doch eine gewisse Monotonie in der Themensetzung auffallen.

Die Kommentatoren des ersten Artikels über sportliche Topverdiener sind sichtlich genervt. Den zweiten Artikel kann man nicht kommentieren. Und die Kommentare unter der Kolumne von Margarete Stokowski sind ebenfalls mißgestimmt.

Ich meine, was ist in diesem Laden los? Wozu veranstalten diese Leute sogenannte „Leserkonferenzen“, um zu erfahren, was der Leser denkt? Die Lektüre der Kommentarspalten und einiger alternativer Blogs würde bereits völlig ausreichen, um schlauer zu werden. Wenn ein Magazin wie der „Spiegel“ extra „Leserkonferenzen“ ansetzt, muß die Gehirnwaschung schon recht enorm sein. Im Grunde genommen ist das eine unfreiwillig komische Selbstentlarvung.

Es würde auch schon ein Blick in ältere „Spiegel“-Ausgaben oder auf Titelbilder der vergangenen Jahrzehnte völlig genügen, um zu sehen, was für ein braves, angepaßtes Blatt der „Spiegel“ geworden ist. Man verzeihe mir hier die Vermengung von Print und Online, aber beides findet ja unter einem Dach statt und atmet den gleichen braven Geist eines Journalismus, der das vermeintlich Gute nicht zu hinterfragen weiß.

Der erste Artikel über die „Geldrangliste“ der Sportler ist zwar überwiegend neutral geschrieben, aber in der Überschrift und im Vorspann bringt die Redaktion noch den „richtigen“ feministischen Ton herein. Dabei ist es eine völlig logische Sache, daß Frauen nicht zu den Topverdienern im Sport gehören. Sie treiben weniger Vereinssport als Männer, sind physisch schwächer, können schwanger werden, sind weniger leistungs- und konkurrenzorientiert und denken auch weniger ökonomisch.

Nicht nur der leistungsfähigere männliche Körper mit seinen athletischen und fulminanten Bewegungsabläufen, sondern auch das männliche Naturell aus Aggressionen, Kampf, Drama und Siegesgesten machen Männersport schlichtweg attraktiver und besser „vermarktbar“. Die Gender-Theorie bestimmt eben nicht, was männlich ist.

Alles spricht also dagegen, daß je eine signifikante Zahl von Frauen in den Top 100 der bestverdienenden Sportler erschiene.

Der Bento-Artikel über die weiblichen Oben-ohne-Phantasien wirkt wie von einer 14-Jährigen geschrieben und wartet mit einer Menge Opfer- und Gender-Rhetorik auf. Das mögen die Leser bestimmt gerne, wird sich da die Redaktion gedacht haben. Auch dieser Artikel zeichnet sich durch eine komplette Leugnung der Biologie aus. Die Autorin glaubt, Frauenkörper und ihre Unterwäsche würden aufgrund von sozialen Prägungen „anders bewertet“ werden als Männerkörper. Mit ein bißchen Frauenrevolution würden sich diese Bewertungen ändern. Dann wäre es auch gesellschaftlich akzeptiert, wenn man als Frau im Sommer mitten in der Stadt im BH herumläuft.

Wissenschaft lebt von der Hypothese. Und die Gender-Wissenschaft erst recht.

Im dritten Artikel geht es um Melania Trump. In einer Top 100 der feministischen Opfer-Olympioniken würde Autorin Margarete Stokowski sicherlich einen der ersten Plätze belegen. Die mit einer Art Gender-Tourette-Syndrom gesegnete „Spiegel Online“-Kolumnistin findet es schlimm, wie sehr man Witze über Melania Trump und ihr Verhalten macht angesichts einer längeren Abstinenz der First Pussy.

In ihrer Kolumne offenbart sie eine gewisse Humor-Legasthenie, denn natürlich geht es den vielen Witze-Machern im Internet und anderswo nicht um Melania Trump selbst, sondern man nutzt lediglich das Humorpotential aus, das Trump und seine Beziehung zu Melania bieten. Mit bitterem Ernst verteidigt Stokowski aber die Freiheit und Unabhängigkeit auch einer Melania Trump. Sie müsse sich für nichts rechtfertigen, sie dürfe auch als First Lady tun und lassen, was sie will.

Auch echte Legasthenie findet man bei Margarete Stokowski. So schreibt die gebürtige Polin:

Ganz weit vorne im Rennen stand ein Twitternutzer, der einen Tweet von Melania Trump so umstellte, dass die Anfangsbuchstaben der Sätze das Wort „HELP“ ergaben. Eine geheime Botschaft! Der Screenshot wurde über 340.000 mal geliked.

Anglizismen sind ja häufig schon Pest genug. Immer häufiger findet man aber Schreibweisen wie die obige, wo nicht nur ein englisches Wort benutzt wird, sondern das Partizip Perfekt auch wie im Englischen gebildet wird. Das ist quasi Intersexualität auf sprachlicher Ebene.

Im schnöden Internet ist dieses Phänomen sehr häufig zu beobachten. Bei Berufsschreiberlingen möchte man so etwas aber eigentlich nicht sehen. Noch dazu, wenn diese Dame sich gerne lustig macht über die Orthografie-Defizite sogenannter „Rechter“.

Es ist auch zu viel der Ehre, sich hier noch länger mit dem Bullshit einer Margarete Stokowski auseinanderzusetzen. Ihr Artikel ist jedenfalls ungeheuer konjunktivisch, verquast und wirr und läuft darauf hinaus, daß Frauen (bekannter Politiker) nicht als Statussymbole ihrer Ehemänner angesehen werden sollten. Denn dies – so suggeriert es Stokowski – ist ja der wirkliche Grund hinter den fiesen Witzen über die Eheleute Trump.

Das Patriarchat hat also wieder zugeschlagen! Die Quintessenz: Witze über die Trumps werden nicht gemacht, weil sie eben die Trumps sind und zum Witzemachen einladen, sondern weil die arme Melania als Donald-Trump-Extremität betrachtet wird – nur deshalb! Weil wir halt alle noch so reaktionär sind mit unsern Frauenbild und so.

Völlig unerwartet läuft die Stokowski-Kolumne also darauf hinaus, daß Frauen Opfer sind. Wenn ich Stokowski wäre, würde ich der Redaktion einfach regelmäßig eine Kolumne mit dem Titel „Frauen gleich Opfer“ zuschicken und mir einen ausgeklügelten Text sparen. Das würde sicherlich auch viele Leser erfreuen.

Der minderjährige Sohn der Trumps, der vor längerer Zeit aufgrund von unangepaßtem und trotzigem Verhalten zur Unzeit zum medialen Gespött der ganzen Welt wurde und über den man sich beherzt lustig machte – gerade in den vermeintlich so alternativen, empathischen und toleranten linksliberalen Kreisen -, wird von Stokowski übrigens mit keinem Wort erwähnt.

In etwas drastischeren antifeministischen Foren kursiert übrigens der Begriff der „Bitterfotze“ in bezug auf etwas humorlose, paranoide Feministinnen, die Frauen nur als Opfer ansehen.

Kann man ja ruhig mal sagen.

„Das Berliner Politik-Patriarchat“

 

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Titelte der „Spiegel“ noch vor kurzer Zeit über „Merkels Feminismus“ und ihre spezielle Frauenförderung, so ist nun auf einmal wieder vom Patriarchat die Rede. Offenbar wollen die Autoren des obigen Artikels, daß der Frauenanteil bei 50% liegt. Das wären dann ungefähr 41 Ministerinnen und Staatssekretärinnen in der Bundesregierung.

Nun sind es aber leider nur 24 Exemplare des weiblichen Geschlechts. Folge: „Das Berliner Politik-Patriarchat“. So etwas liest man doch eigentlich nur in der „Emma“, oder?

Wie kann ich das als Leser jetzt in Einklang bringen mit dem Debattenbeitrag der „Spiegel“-Redakteurin Christiane Hoffmann, die ein Berliner Matriarchat heraufbeschwörte? Merkel habe eine spezielle Form der Frauenförderung betrieben, sodaß ihre Nachfolge ganz selbstverständlich auf eine Frau hinauslaufe.
 
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Man denke an Annegret Kramp-Karrenbauer, an Ursula von der Leyen oder an Julia Klöckner. Merkel habe einen Politikstil praktiziert und etabliert, der weiblich-nüchtern sei und Männer quasi als Nachfolger disqualifiziere. Und jetzt? Das Berliner Politik-Patriarchat.

Die 24 Staatssekretärinnen und Ministerinnen bilden immerhin einen Prozentanteil von ca. 30 Prozent in der Regierung. Also genau den Anteil, den Frauen auch als Mitglieder von Parteien stellen. Eine sogenannte „Unterrepräsentanz“ von Frauen ist also nicht feststellbar.

Aber wahrscheinlich bin ich als Pegida-Demonstrant und AfD-Wähler einfach zu dumm, um diese Logik zu verstehen. Ich überlege mir das noch mal mit dem „Lügenpresse“-Krakeelen.

Ein Frauenanteil in der Regierungsmannschaft, der dem Mitgliederanteil von Frauen in Parteien entspricht, ist also ein „Patriarchat“. Wie bezeichnet man dann die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts richtig? Oder die Adenauer-Regierungen? Die begriffliche Präzision läßt offenbar zu wünschen übrig.

Statt „Lügenpresse“ krakeele ich jetzt „Qualitätspresse“.

Mal sehen, wann sich „Spiegel Online“-Autoren um die weibliche Repräsentanz unter Obdachlosen Sorgen machen. 50 Prozent sollten hier mindestens drin sein.

Valerie Höhne – die Generation Smartphone versucht sich in „Qualitätsjournalismus“

Schock, schwere Not. Lesen Sie diese Einleitung eines „Spiegel Online“-Kommentars zum neuen Merkel-Kabinett, und Sie werden ein anderer Mensch sein:

Es hätte nur eine Frau der CSU gebraucht, und dem vierten Kabinett der ersten Kanzlerin der Bundesrepublik würden ebenso viele Frauen wie Männer angehören. Doch ein gleichberechtigtes Kabinett scheitert an dem Patriarchen der CSU: Horst Seehofer.

Halten wir fest:

Valerie Höhne, Jahrgang 1991, kennt den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichverteilung nicht.

Horst Seehofer ist ein „Patriarch“, weil er die kindlichen Zahlenspiele einer Journalistin ignoriert.

Valerie Höhne, einstmals auch bei der „Taz“ beschäftigt, kennt offenbar nicht den Frauenanteil unter den Mitgliedern der im Bundestag vertretenen Parteien. Der liegt bei 30 Prozent. Ein künstlich erzeugter und mit dem Ideal der „Gleichberechtigung“ verbrämter Frauenanteil von 50% im Bundestag oder unter Ministern ist also zuerst einmal eine pure Frechheit.

Weiblicher Chauvinismus. So viel Frauenmaterial haben die Parteien gar nicht. Sollen Frauen also systematisch bevorzugt werden? Oder sorgt das „Patriarchat“ dafür, daß sich Frauen weniger für Politik interessieren?

Dann fragt man sich, was ein „gleichberechtigtes Kabinett“ sein soll. Was geht da in Valerie Höhne vor?

Ich befürworte mit aller Vehemenz die Gleichberechtigung von Frauen. Nur habe ich als aufgeklärter Mensch auch mal über die Begriffe „Gleichstellung“, „Gleichberechtigung“ und „Gleichverteilung“ nachgedacht.

Kleiner Tip an die Nachwuchsjournalistin: Man kann Begriffe und bis zur Vergasung etablierte Narrative trotz allen Ungemachs auch hinterfragen. Am besten lernt man das in Diktaturen.

Selbst ein Frauenanteil von 30 Prozent im Bundestag oder im Kabinett kann künstlich sein. Da wir nicht wissen, ob Männer und Frauen gleich sind, wissen wir auch nicht, wie hoch deren Anteile in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unter den Bedingungen idealer Gleichberechtigung sein mögen.

Wir wissen es nicht.

Es könnte z.B. sein, daß Frauen weniger Lust darauf haben, sich zu exponieren und den stressigen Beruf des Berufspolitikers auszuüben. Es könnte also sein, daß die Prozentzahlspiele einiger Politiker und Journalisten lediglich deren Gewissensonanie dienen und ein Ausdruck von minderer Intelligenz und Opportunismus sind.

Viele Menschen im Volke wissen dies bereits. „Politik- und Medienverdrossenheit“ werden also noch eine Weile anhalten, bis der gesunde Menschenverstand „oben“ angekommen ist. Die jetzigen gut 30 Prozent weiblicher Bundestagsabgeordneter würden ohne offizielle und inoffizielle Quoten etc. übrigens noch mal deutlich geringer ausfallen.

Kaum zu glauben, daß der Autor dieser Zeilen die Gleichberechtigung von Frauen befürwortet.

Kopfzerbrechen bereitet zudem, wie die Redaktionen der „Lügenpresse“ die ganze Schwachsinnigkeit des „Gleichstellungs“-Narrativs, dieses ganze lächerliche Brimborium, diese unendliche Verlogenheit um dieses Thema nicht realisieren können und vermeinen, sie seien keine „Lügenpresse“ und würden doch eigentlich ganz ordentliche Arbeit leisten.

Der Kommentar von Valerie Höhne ist deshalb sehr lesenswert, weil er den unheimlichen Autismus der Medienbranche und auch feministisch verstrahlter Frauen gut veranschaulicht. Die wissen gar nicht mehr, wie man selbständig denkt, wie man seinen Verstand gebraucht, wie man kritisch hinterfragt.

Und offenbar auch nicht, wie man Kommentare unter den eigenen Artikeln liest. Das könnte schon sehr heilsam sein. In diesem Falle sind die nämlich selbst für „Spiegel Online“-Verhältnisse besonders deutlich.

Der ganze Artikel von Frau Höhne lebt von der Lüge bzw. der Ideologie, Frauen seien irgendwie unterrepräsentiert und benachteiligt. Es ist zwecklos hier eigentlich zu argumentieren. Denn solch eine „Journalistin“ wird nur mit dem Kopf schütteln und nie einsehen, daß sie sich einem Lügensystem unterworfen hat. Denn alle ihre Kollegen leiden ja am gleichen Autismus.

„Gleichberechtigung“ heißt jedenfalls nicht, daß man irgendwo 50-Prozent-Verhältnisse herstellt und sich in einem schönen Gefühl der Fortschrittlichkeit sonnt.

Valerie Höhne schmerzt ganz offensichtlich die Starrsinnigkeit des Patriarchen Horst Seehofer:

Nun hätte Seehofer ein Stück Frauengeschichte der Bundesrepublik mitschreiben können. Doch offenbar wollte er nicht. Stattdessen holte er mit Andreas Scheuer einen Lautsprecher und mit Gerd Müller einen braven Fachpolitiker ins Kabinett.

Ja, vielleicht sind dem Horst solche Zahlenspiele einfach egal. Das ist Politik, Frau Höhne, und kein feministischer Kindergarten. Schlimm, diese „braven Fachpolitiker“. Wäre es doch eine inkompetente Frau geworden.

Dann hätten wir Geschichte geschrieben! Frauengeschichte!

Endlich „Gleichberechtigung“ für uns geschundene Frauen! Mütterrente, Verschärfung des Sexualstrafrechts, „Gewaltschutzgesetz“ und allerlei anderes Frauengedöns sollten wir uns nicht länger von servilen Männern oktroyieren lassen. Wir Frauen wollen das endlich selbst und gleichberechtigt in die Hand nehmen.

Wenn selbst Journalisten nicht mitkriegen, wie sehr es im Volke bereits brodelt angesichts dieses immer peinlicher werdenden Frauen-Chauvinismus, wie sollen das dann erst Politiker begreifen – und wie lange wird es noch dauern, bis sie den Aufstieg der AfD kapieren, dieser schlimmen „Frauenfeinde“?

Seehofer und seine Männer setzen Frauen nicht an zentrale Schaltstellen der Macht. Für die CSU ist das ein Fehler, der sich später rächen könnte. Dem notorischen „Boys Club“ in Berlin steht eine immer größer und mächtiger werdende Riege an Frauen in der Politik gegenüber. Für Jungpolitiker, die im Männerverein der CSU sozialisiert werden, könnte es schwierig werden, mit den Unionsfrauen der Zukunft zusammenzuarbeiten oder gar gegen sie anzukommen.

Dieser Absatz der Kolumne soll wohl noch mal Frauenlogik im besonderen veranschaulichen. Was reimt sich diese Journalistin alles zusammen, um vermeintlich zu beweisen, daß dem Horst ihm seine reaktionäre Besetzungspolitik total schlimm für die Union sei und ein Stück „Frauengeschichte“ einfach nicht stattfinden lasse?

Was muß im Kopf einer Frau vorsichgehen, daß sie von ihrem eigenen Geschlecht derartig begeistert und ergriffen ist?

So endet der Kommentar:

Doch etwas hat Seehofer unterschätzt: In Berlin genießen die Minister aufgrund ihres Amtes eine höhere Aufmerksamkeit als zum Beispiel Staatssekretäre. Eine Frau aus Bayern hätte den Themen der CSU mehr Öffentlichkeit gebracht, allein, weil sie die einzige Bundesministerin der Christsozialen gewesen wäre. So wird die CSU wieder einmal hauptsächlich Aufmerksamkeit für möglichst protzig formulierte, querulatorische Rummosereien bekommen. Schade eigentlich.

Ist mir zumindest sympathischer als eine Frauenministerin und ein Justizminister von der SPD, die sich während eines laufenden Gerichtsprozesses mit einer offensichtlichen Falschbeschuldigerin solidarisieren und eine bisher nie gekannte feministische Verblödung zeigen – geschlechtsunabhängig.

Angesichts der Kritik an solchen journalistischen Fehlleistungen wie von Valerie Höhne entgegnen Journalisten wie z.B. Der „Spiegel“-Redakteur Markus Feldenkirchen häufig süffisant: Ihr müßt halt damit klarkommen, daß andere Menschen andere Meinungen haben. Das ist noch lange keine „Lügenpresse“.

Herr Feldenkirchen weiß offenbar nichts von der Pervertierung seines Betriebes durch die immergleichen Narrative linker Gesinnungsethik. Es gehört schon ein gehöriges Maß an Verblendung dazu, dieses Lügensystem nicht zu realisieren.

Darüberhinaus ist es eben eine Lüge zu behaupten, wir hätten ein „gleichberechtigtes Kabinett“ bei 50 Prozent Frauenanteil.

Das ist keine Meinung.